18/12/2011von 1.361 Views – 0 Kommentare

Die Eselsohren-Bestenliste 2011

Logo GoldeselAus den 2011 etwa 150 besprochenen Büchern haben wir jene 25 ausgewählt, an die wir uns am meisten und am besten erinnern konnten.

Vielleicht eignet sich diese Bestenliste auch noch für späte Weihnachtsgeschenke. – Oder Sie stöbern unter empfohlen.

Damit Sie die Übersicht behalten, gehen die Links in einem neuen Fenster auf.


Andreas Altmann: Das Scheißleben … (Erinnerungen, Piper)
Altmanns persönliche Leidensgeschichte hat etwas Mythisches – man wird sich unweigerlich an seine eigene Vergangenheit erinnern und vielleicht sogar angeregt, einen produktiv(er)en Umgang damit zu finden. Und wer sich schon am Wort „Scheiße“ stört, bei denen ist es vielleicht eh ganz gut, dass sie von der Lektüre abgehalten werden.

Sergio Alvarez: 35 Tote (Roman, Suhrkamp)
Ein ausuferndes Buch, dessen Schrecken man sich nicht entziehen kann und das lehrt, was es bedeutet, im Bürgerkrieg zu überleben.

Jürg Amann: Die Reise zum Horizont (Novelle, Haymon)
Was Amann mit seiner Prosa herausmodelliert aus dem Uruguayan-Air-Force-Flug 571, ist die Erkenntnis, dass Menschen situationsbedingt reagieren, mag die Situation auch noch so grausam, abwegig, absurd sein.

Jürgen Bertram: Onkel Ali & Co. (Sachbuch Gesellschaft, Osburg)
Vorsicht: dieses Buch kann ihre Sichtweise verändern. Die von Sarazzin leider nicht.

Cervantes: Don Quijote von der Mancha (Roman, dtv)
Dieses 400 Jahre alte Buch zu lesen, ist ein kurzweiliges Vergnügen.

Hanno Depner: Kant für die Hand (Sach- und Bastelbuch Philosophie, Knaus)
Vielleicht sollte man Depners Buch ab sofort im Unterricht verwenden. Ich zumindest habe innerhalb von sechs Stunden in etwa begriffen, warum Kant die Vernunft „kritisiert“ hat und was dabei herausgekommen ist.

Emma Donoghue: Raum (Roman, Piper)
Eindringliche Lese-Empfehlung! Dieser Roman ist spannend, befremdend, rührend und bereichernd (aber nichts für VoyeuristInnen).

Walter Fanta: Puschnig (Roman, Wieser)
Vor ein paar Jahren wäre Walter Fantas Politsatire über Haiders Kärnten wohl noch ein handfester Skandal gewesen.

Jasper Fforde: Grau (Roman, Eichborn)
Eva Schuster war erleichtert, hier auf Figuren zu stoßen, die Widerstand leisten, in den Untergrund gehen, etwas ändern wollen.

Luc Folliet: Nauru. Die verwüstete Insel (Sachbuch Gesellschaft, Wirtschaft, Politik; Wagenbach)
Wie aus dem zweitreichsten Staat der Welt ein Entwicklungsland wurde.

Martha Gellhorn: Reisen mit mir und einem Anderen (Abenteuer, Reise; Dörlemann)
Martha Gellhorn kann einen faden Nachmittag unterm Moskitonetz spannender schildern als so mancher Extrembergsteiger seinen Beinaheabsturz mit verrenktem Bein und einer Blutvergiftung um Mitternacht vom Killerberg ohne Handschuhe, blind und taub.

Francisco Goldmann: Die Kunst des politischen Mordes (Sachbuch Politik, Rowohlt)
Vor fast 13 Jahren wurde ein Mann umgebracht, der etwas zur Bewältigung des entsetzlichen Bürgerkriegs in Guatemala beitragen wollte. Bis heute weiß man nicht, wer den Befehl dazu gegeben hat.

Michael Hagner: Der Hauslehrer (Sachbuch Gesellschaft, Suhrkamp)
Die Geschichte eines Kriminalfalls. Erziehung, Sexualität und Medien um 1900.

Jörg Juretzka: Freakshow (Krimi, Rotbuch)
Von der ersten bis zur letzten Seite ein intelligenter Genuss, ein Anstoß zum Nachdenken, Einblick gewährend in Gebiete, die uns zumeist verschlossen bleiben.

Carson McCullers: Frankie (Roman, Diogenes)
McCullers schildert eine Pubertierende und nimmt uns mit in eine Parallelwelt, die unsere Sehnsüchte und Hoffnungen spiegelt.

Ness/Dowd: Sieben Minuten nach Mitternacht (ab 12 Jahren; cbj, Goldmann)
Was für ein Buch! Alle, die schreckliche Zeiten erlebt haben, durchmachen oder sich dafür rüsten wollen, sollten es lesen.

Joyce Carol Oates: Die Lästigen (Erzählungen, Eichborn)
Eine sorgfältige Auswahl aus Oates‘ über 400 Erzählungen, die einen guten Einblick in die Kurzprosa der vor allem als Romanautorin bekannten Autorin gibt und dem Anspruch des Untertitels, „eine amerikanische Chronik in Erzählungen“ zu präsentieren, gerecht wird.

Leonardo Padura: Der Mann, der Hunde liebte (Roman, Unionsverlag)
Ein großartiger Panoramaroman über die Pervertierung der kommunistischen Utopie, ausgehend von der Ermordung Leo Trotzkis.

Georg Petz: Bildstill (Roman, Leykam)
Eine Warnung vorneweg: ,Bildstill‘ ist kein Roman im herkömmlichen Sinn und wer am Wort „Dreiecksbeziehung“ im Klappentext hängen geblieben ist, wird auch enttäuscht werden.

Schilddorfer/Weiss: Ewig (Krimi, Heyne)
Heimatbewusste Krimifans, die ihrem Herz nicht zu viel Aufregung zumuten wollen, dafür aber auch gern mal schmunzeln und historisch interessiert sind, können hier gefahrlos zugreifen.

Eliot Weinberger: Orangen! Erdnüsse! (Essays, Berenberg)
In seinen Essays nimmt einen Weinberger bei der Hand, weist auf die Reichtümer dieser Welt hin, und ich frage mich, wie kann man die Götter und die Welten nur so beiläufig unter einen Hut bringen?

Nathanael West: Eine glatte Million (Roman, Manesse)
Dieser Roman relativiert vieles, was seit dessen Entstehung vor über 75 Jahren als Satire bezeichnet wird.

Tom Wood: Codename Tesseract (Thriller, Goldmann)
Uneingeschränkt empfehlenswerter Thriller um einen Auftragskiller und eine intelligente Abwechslung.

Svetlana Velmar-Janković: Lagum (Roman, Büchergilde)
Dieses dichte, genaue, poetische Buch handelt vor allem davon, wie grundlegend Menschen sich verändern können, vor allem in finsteren Zeiten.

Daniel Zahno: Alle lieben Alexia (Roman, weissbooks)
Werden wir je erfahren, wer diese Alexia ist und warum ihr alle verfallen – inklusive uns selbst?

Zeit zum Lesen
wünschen
Albert Knorr, Sabine Schönfellner, Eva Schuster und Werner Schuster


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