21/07/2008von 1.202 Views – 0 Kommentare

French, Marilyn: Frauen

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Buchcover
Roman
Deutsch von Barbara Duden, Monika Schmid und Gesine Strempel
Taschenbuch: Rowohlt, 2008
(“The Women’s Room”, Summit, 1977)
Inhalt:

Frauen – Auf der Suche nach sich selbst Mira, Val, Kyla und ihre Freundinnen begegnen sich 1968 in Harvard. In den braven Fünfzigern zu unterwürfiger Angepasstheit erzogen, rebellieren sie gegen die starren Konventionen, die ihnen Erziehung und Gesellschaft auferlegt haben. Jede von ihnen muss ihren Weg wählen, wenn es darum geht, sich für Familie oder Karriere zu entscheiden, Herausforderungen und Probleme zu bewältigen oder für ihre Rechte zu kämpfen. Und als sie aus den verschiedensten Gründen ihr Dasein als Ehefrau, Hausfrau und Mutter hinter sich lassen, beginnt die Suche nach dem eigenen Leben erst recht. (Pressetext)

Kurzkritik:

French beschreibt unterschiedliche Frauen, die – ob Arbeiterklasse, Mittelstand oder Bildungsbürgertum – allesamt darunter leiden, privat wie beruflich keine Chancen in einer von Männern dominierten Welt zu haben. French schildert ihre Schicksale anklagend und Partei ergreifend, doch ohne erhobenen Zeigefinger und Holzhammer.

Werner gibt  ★★★★☆  (4 von 5 Eselsohren)

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Besprechung:

Ein Hase unter Frauen

Bücher von Marilyn French waren im deutschsprachigen Raum – nach einem Revival 2001/2002 – nur mehr antiquarisch erhältlich. Jetzt hat der Rowohlt-Verlag ihr bekanntestes Werk wieder aufgelegt, und an sich wollte ich “Frauen” nur ein wenig auffrischen (d.i. durchblättern), bin aber dann hängengeblieben und habe Xaver Bayers “Die durchsichtigen Hände” und John Updikes “Rabbit, Run” liegen gelassen, wobei man Harry “Rabbit” Angstrom in vielerlei Hinsicht als Gegenpol zu “The Women’s Room” sehen kann.

“Frauen” porträtiert Frauen im Amerika der 50er- und 60er-Jahre und die feministische Bewegung dieser Zeit – “Rabbit” stellt die Sichtweise eines Durchschnittsmannes zwischen 1960 und 1990 dar, und man könnte meinen, hier würden drei Paralleluniversen beschrieben: die historischen Fakten / die mächtigen, aber passiven (oder davonlaufenden) Männer / die sich ihrer Ohnmacht bewusster werdenden Frauen.

Anklagend, ohne erhobenen Zeigefinger

Während sich Updike auf seinen Antihelden konzentriert, beschreibt French unterschiedliche Frauen, die – ob Arbeiterklasse, Mittelstand oder Bildungsbürgertum – allesamt darunter leiden, privat wie beruflich keine Chancen in einer von Männern dominierten Welt zu haben. French schildert ihre Schicksale anklagend und Partei ergreifend, doch ohne erhobenen Zeigefinger und Holzhammer.

Und wenn ich auch Updike für den weit besseren Schriftsteller von den beiden halte (seine Romane sind für mich kunstvoll, ihre kunstfertig), so gilt meine Sympathie doch den von French beschriebenen Frauen. “Rabbit” und “Frauen” vermitteln auch Zeitgeschichte, Updikes Version wird – vor allem im ersten beiden “Rabbit”-Romanen – Frauen vielleicht nicht besonders ansprechen, French zeigt Frauen heute, woher sie kommen, und stellt beiden Geschlechtern einen Maßstab zur Verfügung, (ob sich) etwas verändert hat.

Werner Schuster

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Infos:

Marilyn French, 1929 in New York geboren, unterrichtete seit 1964 englische Literatur u.a. in Harvard, wo sie 1972 mit einer Arbeit über James Joyce promovierte. Sie hat zwei Söhne und lebt in New York. Ihr Bestseller „Frauen“ wurde erstmals 1977 veröffentlicht und in über 20 Sprachen übersetzt.

Über Marilyn French bei Wikipedia.

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