24/06/2011von 926 Views – 1 Kommentar

Wallace, Lewis: Ben Hur

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Buchcover Ben Hur

  • Taschenbuch
  • 624 Seiten
  • Erschienen 2010 bei dtv (Neuausgabe)
  • Herausgegeben von Günter Jürgensmeier
  • Originalausgabe: „Ben-Hur. A Tale of the Christ”, 1880


Inhalt:

Unvergesslicher Höhepunkt des spannenden Romans ist das berühmteste Wagenrennen der Weltliteratur – ein Kampf auf Leben und Tod im Circus Maximus. Das Buch ist seit seinem Erscheinen im Jahre 1880 ein Weltklassiker, wozu nicht zuletzt die legendäre Verfilmung mit Charlton Heston 1959 beigetragen hat. (Pressetext)

Kurzkritik:

Wenn auch kein Pageturner, liest sich dieser Roman aus dem Jahre 1880 immer noch leicht und flüssig – und beschreibt Landschaften und Kulturen, die Wallace wohl nur vom Hörensagen kannte. Wahrscheinlich stimmt an diesem Roman nicht viel – außer der „filmischen“ Story, für die es kein Kino braucht.

Werner gibt  ★★★★½  (4,5 von 5 Eselsohren)

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Besprechung:

Wir glauben Lewis Wallace

Schon lange wundere ich mich darüber, dass Fakten gegen die Fiktion keine Chance haben. Als Wallenstein sehen wir den von Schiller an, da können uns die ForscherInnen noch so viel anderes berichten, und auch Max Frisch hatte mit seiner Richtigstellung „Wilhelm Tell für die Schule“ keine Chance gegen die Überlieferung und – schon wieder! – Schiller.

Falsch an „Ben Hur“ sind nun auf jeden Fall die Galeerenstrafe und die Beteiligung von zwei Mitgliedern der römischen Oberschicht an einem öffentlichen Wagenrennen. – Na und? Wenn wir an Ben Hur denken, dann sehen wir ihn entweder rudern oder sein berühmtes Rennen bestreiten.

Die drei Weisen aus dem Morgenland

Was wissen wir noch? – Wahrscheinlich nicht viel, obwohl sich die Verfilmung aus dem Jahr 1959 ziemlich genau an die Romanvorlage hält: Zu Beginn treffen sich die drei Weisen aus dem Morgenland, um Jesus zu finden, – am Schluss gibt die Titelfigur ihre Aufstandspläne gegen die Römer auf, weil sie von Jesus‘ Heilsbotschaft überzeugt ist.

Wie schreibe ich einen Bestseller?

Das Buch aus dem Jahre 1880 verhandelt also Glaubensdinge – auch in vielen Dialogen zwischen Juden und Arabern – wiewohl Wallace sich selbst als weder gläubig noch als ungläubig bezeichnete. – Der Herausgeber dieser „Ben Hur“-Ausgabe, Günter Jürgensmeier, beschreibt Lewis Wallace als einen „Hobbyschriftsteller, der sich vorgenommen hatte, einen Bestseller zu schreiben, und dem dies auch gelang“. Die Glaubensfragen werden jedenfalls in eine raffiniert konstruierte dramatische Handlung eingebettet.

Böser Messala, böse Iras

Der jüdische Prinz Ben Hur wird wegen eines angeblichen Attentats auf den römischen Statthalter von Judäa unschuldig zur Galeerenstrafe verurteilt, hat das Glück, einem römischen Kommandanten das Leben zu retten, und kehrt reich in seine Heimat zurück – um sich an seinem Widersacher, dem römischen Jugendfreund Messala, zu rächen. Die gelingt ihm, und dann muss er sich nicht nur zwischen Widerstand und Glauben an die christliche Erlösung, sondern auch zwischen zwei Frauen entscheiden, wobei er zuerst der „bösen“ verfällt, um schließlich sein Glück mit der „guten“ zu machen.

An diesem Roman stimmt „nur“ die Story

Wenn auch kein Pageturner, liest sich das immer noch leicht und flüssig – und beschreibt Landschaften und Kulturen, die Wallace wohl nur vom Hörensagen kannte. Wahrscheinlich stimmt an diesem Roman nicht viel – außer der Story. Und so werden wir auch weiterhin an Galeerensträfling und Wagenrennen mit Mitgliedern der römischen Oberschicht glauben, selbst wider besseres Wissen.

Von Werner Schuster

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Infos:

Leseprobe

Mehr über Lewis Wallace bei Wikipedia.

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  1. Lewis Wallace: Ben Hur « Eselsohren | 05/07/2011

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