16/05/2007von 1.223 Views – 0 Kommentare

Haushofer, Marlen: Brav sein ist schwer

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Cover Haushofer Brav sein& Schlimm sein ist auch kein Vergnügen

G & G Jugendbuch (2003)
(1965/1970)
Inhalt:

Der zehnjährige Fredi und sein kleiner Bruder Buz verbringen die Sommerferien bei den Großeltern auf dem Land. Mit ihren beiden Cousinen Micky und Lise bilden sie eine richtige „Viererbande“, der jeden Tag etwas Neues einfällt. Das hält die junggebliebene Großmutter und auch den Großvater auf Trab. Die aufgeweckten Kinder toben im Grünen und spielen Indianer, sie jagen dem entlaufenen Lieblingsschwein nach und toben im Wald herum.
Der elfjährige Fredi und sein kleiner Bruder Buz, der gerade die erste Klasse Volksschule hinter sich gebracht hat, verbringen die Ferien bei ihren Großeltern. Ihre Kusinen Micky und Lise sind ebenfalls mit von der Partie. Micky, schon modebewusst, versucht sich an einem Kleid, Buz und Lise haben wieder nichts als Unsinn im Kopf. Und Fredi erzählt die wunderbare Feriengeschichte aus seiner Sicht, erzählt vom Leben mit den Großeltern und den Abenteuern am Bach und im Wald. (Pressetext)

Kurzkritik:

Marlen Haushofers Kinderbüchern “Brav sein ist schwer“ und “Schlimm sein ist auch kein Vergnügen“ merkt man nicht an, dass sie 1965 resp. 1970 erschienen sind, – sie wirken mindestens zehn Jahre früher geschrieben, als es noch fesch war, dass Papa den Kindern (und ältere Geschwister den jüngeren) Ohrfeigen gab(en).

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Außerdem ging mir immer mehr auf die Nerven, wie Fredi seinen jüngeren Bruder Buz verachtet, auch wenn das bloß geschwisterlicher Eifersucht entspringen möge. Die Mädchen sind für eine Autorin, die als Feministin bezeichnet wurde, schon schwer “rollenkonform“ gezeichnet. Und irgendwie wartet man die ganze Zeit darauf, dass sich die Kinder endlich mal so richtig schlimm aufführen. Was sie anstellen, ist – bis auf eine Sache – radikal harmlos.

Interessant bleibt die – epische und trotz fehlender Dramatik nie langweilige – Beschreibung einer wohl untergegangenen Kinderwelt ohne Fernseher, Konsole, Computer und Handy – inklusive (kochender) Großmutter und (gütig-strengem) Großvater. Aber ob das die Kinder von heute wirklich interessiert?

Werner gibt  ★★½☆☆  (2,5 von 5 Eselsohren)

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Marlen Haushofer wurde 1920 im oberösterreichischen Frauenstein geboren. Sie studierte Germanistik in Wien und Graz und lebte später in Steyr. 1946 veröffentlichte sie ihren ersten Text. 1963 erschien “Die Wand”, 1969, als ihr letzter Roman, “Die Mansarde”. Marlen Haushofer zählt heute mit Ingeborg Bachmann zu den Vorläuferinnen der modernen Frauenliteratur. Marlen Haushofer wurde mit zahlreichen Literaturpreisen geehrt: 1953 Förderungspreis des österreichischen Staatspreises, 1956 Preis des Theodor-Körner-Stiftungsfonds, 1963 Arthur-Schnitzler-Preis, 1965 und 1967 Kinderbuchpreis der Stadt Wien und 1968 Österreichischer Staatspreis für Literatur.

Über Marlen Haushofer bei Wikipedia.

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