Archiv von Juni, 2007
In eigener Sache
Liebe LeserInnen, es freut mich, dass die “Eselsohren” in kurzer Zeit relativ viel Anklang gefunden hat (sprich: täglich von durchschnittlich knapp 100 Menschen aufgerufen und/oder gelesen werden). Doch mein Anspruch, jeden Tag eine Buchbesprechung zu bieten, überfordert mich schön langsam ein wenig, weswegen ich dies an den Wochenenden vorerst einmal lasse. Außerdem kann meine Auswahl [...]
Zeh, Juli: Alles auf dem Rasen #2
Juli Zeh schreibt nicht nur auf Analysen beruhende Meinungen, sondern auch über Persönliches, das sie mehr oder weniger ins Allgemeine hebt.
Haggard, Rider: Sie
Ich habe schon lange kein Buch mehr so verschlungen wie diesen 120 Jahre alten Abenteuerroman, den mir indirekt C. G. Jung empfohlen hat, welcher in der unsterblichen Figur “Sie” ein Modell der Anima sah.
Huxley, Aldous: Island
Aldous Huxleys Anti-Utopie “Brave New World” wird ja immer noch gerne gelesen und diskutiert, aber das positive Gegenstück “Island” scheint etwas in Vergessenheit geraten zu sein.
Camilleri, Andrea: Der zerbrochene Himmel
Der sechsjährige Michilino wird – außer von seinen Verwandten – von nahezu jedem und jeder in seiner Umgebung sexuell missbraucht, versteht aber laut Camilleri nicht, was ihm da angetan wird. – Das ist für mich ein etwas lang geratener Altherren-Witz, den ich auch noch abstoßend finde.
Kofler, Werner: Üble Nachrede – Furcht und Unruhe
Erinnert Werner Koflers Schreibstil an den von Thomas Bernhard, wie das bei Wikipedia steht? Nun, bedingt. Lapidar gesprochen: Die beiden (be)schimpfen anders, und während sich Bernhards Sprachschöpfungen eher um sich selbst drehen, sind die von Kofler nach außen gerichtet.
Rilke, Rainer Maria: Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge
„So, also hierher kommen die Leute, um zu leben, ich würde eher meinen, es stürbe sich hier.“
Bryson, Bill: Streifzüge durch das Abendland
Also wegen dieses Buches würde ich Bryson nicht als “witzigsten Reiseschriftsteller auf Erden“ bezeichnen, wie das “The Times” getan hat.
Maraini, Dacia: Isolina
Ein Mädchen von niedrigem Stande wird von einem Offizier geschwängert; im Offizierskasino wird an ihr auf dem Esstisch mit einer Gabel eine Abtreibung vorgenommen; ihr zerstückelter Körper wird später in einem Fluss treibend gefunden; die durch Indizien schwer belasteten Täter werden nicht verurteilt.
Schmitt, Éric-Emmanuel: Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran
Solche Märchen für Erwachsene schreiben sonst eher die Amerikaner, aber auch der Franzose Eric-Emmanuel Schmitt hat diesen naiven Alles-ist-gut-Stil drauf, in dem man sich wohlig räkeln kann wie in einer Badewanne im Winter.





Die Eselsohren werden 5. – Wer feiert mit?

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