15/09/2010von 789 Views – 0 Kommentare

Komarek, Alfred: Anstiftung zum Innehalten

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Buchcover

  • Hardcover
  • Erschienen 2010 bei Styria


Inhalt:

So einfach ist das nicht, mit dem Innehalten. Jene, die viel Zeit dafür hätten, wollen nicht, und jene, die wollen, finden keine Zeit dafür, oder nur selten. Zu Letzteren gehört öfter als ihm lieb ist der Autor, der sein neuestes Buch daher auch als Streitschrift gegen sich selbst sieht. (Pressetext)

Kurzkritik:

Alfred Komareks „Anstiftung zum Innehalten“ war für mich eher eine zum Ärgern. Ich hatte mir geistreiche Essays zu etwas heutzutage immer schwieriger Umzusetzenden erwartet und habe bloß Geschwätz vorgefunden.

Von einem 65-jährigen hätte ich mir mehr Tiefgang und Überblick, von einem erfahrenen Autor mehr Struktur erwartet.

Werner gibt  ★½☆☆☆  (1,5 von 5 Eselsohren)

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Besprechung:

Komareks Auslassungspunkte

Alfred Komareks „Anstiftung zum Innehalten“ war für mich eher eine zum Ärgern. Ich hatte mir geistreiche Essays zu etwas heutzutage immer schwieriger Umzusetzenden erwartet und habe bloß Geschwätz vorgefunden.

Von einem 65-jährigen hätte ich mir mehr Tiefgang und Überblick, von einem erfahrenen Autor mehr Struktur erwartet.

Halb- und Besserwissen

Doch Komarek hat, so erscheint es mir, bloß drauf los schwadroniert, jeden Aufsatz mit einer vagen Idee begonnen und irgendwann wieder damit aufgehört, seine Gedanken ihren Lauf zu lassen. Dazwischen hat er Halb- und Besserwissen gepackt und dies alles mit jenem für seine Generation typischen „Augenzwinkern“ serviert, der bedeuten soll: Wir zwei, du und ich, kennen uns aus, gell?

Gern wird solch ein „Augenzwinkern“ mit Auslassungspunkten illustriert, und diese stehen für mich für jene Faulheit, für eine Aussage eine entsprechende Formulierung – oder überhaupt eine Aussage – zu finden.

Ein fauler Mensch

Nun gibt Komarek in seinem ersten Aufsatz auch selbst zu, ein fauler Mensch zu sein. Doch „dann geht es viele Wochen lang Tag und Nacht dahin, einmal verzweifelt, einmal lustvoll, dumpf in der Sackgasse hockend oder mit irrem Gelächter Abgründe überspringend.“

Und was hat ihm und uns das diesmal eingebracht? – Floskeln wie „– die Zeit läuft mir davon, seit Jahren, vermutlich, weil ich ihr nachlaufe“ und „Subjektive Zeit ist ein Mysterium, objektive Zeit ist ein Konstrukt“, außerdem Spitzen gegen „Allerweltküsserei“, gegen „Sprachvermanschung“ und die Verwendung englischer Wörter usw. usf.

Er hat es geschafft

Am liebsten las ich, was Komarek – wenn auch zeitweise ein bisschen zu selbstgerecht – über sich selbst schrieb, über seine Lebensumstände zu verschiedenen Zeiten und wie er sich dafür entschieden hat, nach seiner Hörfunk-Zeit (u.a. „Melodie exklusiv“) vom Schreiben zu leben, was auch bedeutete, Werbetexte u.ä. zu verfassen. Und wie er mit einer Mischung aus Bescheidenheit und Stolz erzählt, dass er es geschafft hat, vom Schreiben zu leben.

Was dies und anderes jeweils mit Innehalten zu tun haben soll, konnte ich nicht immer nachvollziehen. Gut möglich, dass Komarek in seine Anstiftung Prokrustes-artig hineingestopft hat, was nur irgendwie zum Thema passte.

Einfach innehalten

Wer also meiner Meinung nach tatsächlich zum Innehalten angestiftet werden oder auch einfach nur innehalten möchte, sollte zu Komareks Polt-Büchern greifen. Da paart sich der Krimihandlung geschuldete Struktur mit Weinviertler Gelassenheit. Da kann man in eine Welt eintauchen, wo man erst gar nicht innezuhalten braucht, weil man ohnedies sehr, sehr langsam unterwegs ist.

Von Werner Schuster

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Infos:

Mehr über Alfred Komarek bei Wikipedia.

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