26/10/2012von 621 Views – 0 Kommentare

Taubitz, Udo Kasper: Karl Klops


Der coole Kuhheld

Mit Illustrationen von Annette Jacob-Zube
Kinderbuch ab 6 Jahren
Gebunden
64 Seiten
Erschienen 2012 bei Echo Verlag

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Inhalt:

Karl Klops, der coole Kuhheld erzählt die abenteuerliche Geschichte eines Jungen, der beim Anblick des Weihnachtsbratens-Kaninchens in Preiselbeersauce beschließt, nie wieder Fleisch zu essen. Karls Eltern sind zutiefst besorgt. Um dem Jungen die Flausen auszutreiben, schicken sie ihn in den Ferien auf den Biohof von Onkel Tom. Aber von wegen Flausen austreiben, es kommt alles ganz anders: Dank eines Zaubertranks von der Kräuterhexe kann Karl plötzlich mit den Tieren sprechen, und das löst einen kleinen Umsturz aus. (Pressetext)

Kurzkritik:

Wer sein Kind beim Vegetarisch-Werden unterstützen möchte, ist mit diesem Buch gut beraten. Wer dies nicht tun will, sollte besser die Finger davon lassen. Da könnten Weltbilder nachhaltig erschüttert werden.

Werner gibt  ★★★★½  (4,5 von 5 Eselsohren)

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Besprechung:

No milk, no honey

Jaja, Kinder/Jugendliche, die Vegetarier werden, haben es nicht leicht. Sollten sie sich auch noch zu Veganern entwickeln, haben sie vielleicht sogar die Arschkarte gezogen. Wenn schon nicht bei den Eltern, dann wahrscheinlich bei den Großeltern, Onkeln und Tanten.

Aus eigener Erfahrung kann ich euch sagen: Die Umstellung ist nicht leicht. Statt Fastfood und Wiener/Frankfurter Würstchen nur noch Gemüse? Und was soll das dann auch noch mit „keine Milch, nicht einmal Honig“?

Beilagenesser

Karl Klops ergeht es genau so. Die Eltern haben kein Verständnis für den plötzlichen „Beilagenesser“. Damit er den Unsinn lässt, schicken sie ihn in den Ferien auf den Bauernhof von Onkel Tom.

Blöd nur, dass Tom und dessen Freundin Anna selbst Vegetarier sind.

Ich legte jeden Tag ein Ei?

Doch dann lernt Karl eine Kräuterhexe kennen, die ihm einen Zaubertrank verabreicht, mit Hilfe dessen er sich mit Tieren verständigen kann. Und auch wenn es den Tieren bei Onkel Tom verhältnismäßig sehr gut geht, so erzählen ihm die Kühe doch, dass sie eigentlich nicht das ganze Jahr über Milch geben würden. Und auch die Hühner reden von vielleicht sechs Eiern, die sie im Jahr legen (und ausbrüten) würden.

Verliebt in eine Hexe

Tom und Anna sind zuerst erschüttert. Dann hören sie auf, ihre Tiere auszubeuten, und werden Veganer – Karl inklusive.

Da taucht auch schon Opa Klops auf, um Karl in „Sicherheit“ zu bringen, wird jedoch von der Kräuterhexe ausgetrickst – und verliebt sich schließlich in sie.

Infos ohne Kinchenschema

Diese flotte und gar nicht betuliche Geschichte wartet ganz nebenbei mit interessanten Informationen auf (die manche Eltern vielleicht nicht wahr haben wollen). Das fängt damit an, dass es Tieren auf so genannten Bio-Höfen – also denen, die für Supermärkte produzieren – auch nicht besser ergeht als auf konventionellen. Und das hört noch nicht damit auf, dass man auch ohne Fleisch groß und stark werden (oder bleiben) kann.

Autor Udo Kasper Taubnitz verkauft weder Kinder noch vorlesende Eltern für blöd, die Illustrationen von Annette Jacob-Zube warten nicht mir einem Kindchenschema, sondern mit stilisiertem Realismus auf.

Nachhaltig

Also: Wer sein Kind beim Vegetarisch-Werden unterstützen möchte, ist mit diesem Buch gut beraten. Wer dies nicht tun will, sollte besser die Finger davon lassen. Da könnten Weltbilder nachhaltig erschüttert werden.

Von Werner Schuster

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Udo Taubitz arbeitet als Journalist für Stern, Financial Times Deutschland, Spiegel online, Deutschlandfunk und für Unternehmenszeitschriften. Er lebt mit Frau und Töchtern in Hamburg.

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