Bryson, Bill: Streifzüge durch das Abendland
Aus dem Amerikanischen von Claudia Holzförster
Goldmann (2001)
Anfangs sehr amüsant
Anfangs war ich von den “Streifzügen durch das Abendland. Europa für Anfänger und Fortgeschrittene“ schwer begeistert: Bill Bryson beschreibt sehr amüsant, wie es ihm gelingt, widrigen Umständen zum Trotz doch noch in den Bus zur nördlichsten Stadt Europas zu kommen, und wie seine Reisegenossen beschaffen sind (etwa er hatte ein Gesicht, bei dessen Anblick man begreift, dass Gott Sinn für Humor haben muss).
Doch meine Begeisterung ist nach und nach abgeklungen. Während Bryson seine Erlebnisse zu Beginn mit ironischer oder sarkastischer Distanz erzählt, teilt er uns bald immer mehr und unverblümter bloß seine Meinung mit (– dann fuhr ich nach A, das Zimmer war x, das Essen war y, die Museen waren z und die Einheimischen sind überhaupt abc, also fuhr ich nach B, das Zimmer war x‘, das Essen war y’ etc.), und das fand ich auf Dauer eher langweilig und ermüdend.
Also wegen dieses Buches würde ich Bryson nicht als “witzigsten Reiseschriftsteller auf Erden“ bezeichnen, wie das “The Times” getan hat.
Von Werner Schuster
Streifzüge durch das Abendland bei Amazon.
Über Bill Bryson bei Wikipedia.










Bill Bryson ist einer meiner Lieblingsautoren – gotfather of sarcasm