14/05/2007von 550 Views – 0 Kommentare

Le Carré, John: Die Libelle

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Buchcover
Thriller
Übersetzt von Werner Peterich
List, Kiepenheuer & Witsch, Heyne
Inhalt:

Eine Explosion im Diplomatenviertel zerstört die Villa des israelischen Arbeitsattachés und fordert drei Todesopfer. Ein weiterer grausamer Anschlag in einer Reihe europaweiter Attentate, zu denen sich die Terrorgruppe Palästinensische Agonie bekennt. Für den endgültigen Vernichtungsschlag gegen die Terroristen braucht der israelische Meisterspion Schulmann die Hilfe von Charlie, einer jungen englischen Schauspielerin. Als sie einwilligt, einen mit Sprengstoff beladenen Mercedes durch Jugoslawien zu fahren, gibt es für sie kein Zurück mehr. Um zu überleben, wird sie die Rolle ihres Lebens spielen müssen … (Pressetext)

Kurzkritik:

„Die Libelle“ auch beim zweiten Mal mehr als ein spannender Agententhriller: “Komponiert“ und geschrieben ist das über 20 Jahre alte Buch atemberaubend gut. Ich werde mir “Die Libelle“ sicher irgendwann auch ein drittes Mal zu Gemüte führen.

Werner gibt  ★★★★¾  (4,75 von 5 Eselsohren)

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Besprechung:

Am zweiten Ich zerbrechen

Du glaubst, du kannst ein Buch abhaken, wenn du es einmal gelesen hast? Aber wann hast du es wie gelesen? Woran wirst du dich in 20 Jahren erinnern? An ein paar Details, die dir dann unwichtig vorkommen? Was bleibt von all dem Kultur-Konsum: ein paar “falsche“ Erinnerungen?

Jedenfalls ist Le Carrés „Die Libelle“ auch beim zweiten Mal mehr als ein spannender Agententhriller: Eine Schauspielerin wird vom israelischen Geheimdienst eingespannt, um eine palästinensische Terrorzelle auszuheben. Fesselnd, wie sie angeworben wird und wie an ihrer falschen Identität gearbeitet wird. Erschütternd, wie sie mit diesem zweiten Ich dann lebt und daran zerbricht.

Unhappy End

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Das Ende ist gewiss nicht happy und vielleicht auch enttäuschend – aber wie sollte man dieses todernste Spiel um Identität anders auflösen als offen?

“Komponiert“ und geschrieben ist der über 20 Jahre alte Thriller atemberaubend gut. Ich werde mir “Die Libelle“ sicher irgendwann auch ein drittes Mal zu Gemüte führen.

Von Werner Schuster

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