25/04/2012von 2.268 Views – 0 Kommentare

Green/Levithan: Will & Will

KurzkritikWas meinen Sie?Ausführliche BesprechungInfos

Buchcover
  • Roman
  • Hardcover
  • 384 Seiten
  • Erschienen 2012 bei cbt
  • Aus dem Englischen von Bernadette Ott
  • Originalausgabe: „Will Grayson, Will Grayson”, 2010

Inhalt:

Sie heißen beide Will Grayson, wohnen beide in Chicago, sind beide siebzehn und tragen neben demselben Namen und demselben Alter dasselbe Problem mit sich herum: Aus lauter Angst, das Ding mit der Liebe zu versemmeln, lassen sie sich auf Romantisches gar nicht erst ein.

Der eine Will zögert seit Wochen, sich selbst das einzugestehen, was für alle anderen offensichtlich ist: dass er nämlich bis über beide Ohren in seine wunderbare Mitschülerin Jane verliebt ist. Der andere Will flüchtet sich lieber in seine dubiose Online-Beziehung zu einem gewissen Isaac, anstatt sich im real life vor seinen Freunden zu outen. Doch alles ändert sich, als Will & Will eines Abends ganz zufällig aufeinandertreffen … (Pressetext)

Kurzkritik:

Dieses Buch handelt davon, dass Homo- und Heterosexuelle im Prinzip die gleichen Probleme haben, zu denen sich bei Homosexuellen noch der Umgang mit ihrer „Andersartigkeit“ gesellt. Das kommt zwar ein bisschen bemüht herüber, aber mir fällt jetzt auf die Schnelle kein Roman für Erwachsene ein, der sich dieses Themas überhaupt annimmt.

Schade außerdem, dass das (kitschige Hollywood-Film-)Finale die Aufmerksamkeit von den Titelfiguren abzieht.

Autor gibt  ★★★½☆  (3,5 von 5 Eselsohren)

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Besprechung:

Normale Schwule

Das Bemerkenswerteste an „Will & Will“ ist für mich, dass in einem Jugendbuch Homosexualität thematisiert wird, was in Büchern für Erwachsene so gut wie gar nicht geschieht, und wenn, dann unter dem randständigen Label „Gay“. Bei aller Pseudo-Toleranz wird ja, auch was die Sexualität betrifft, allgemein immer noch zwischen „normal“ und „andersartig“ unterschieden.

„Will & Will“ ist allerdings keine Utopie. Für die schwulen jungen Männer ist es keine Selbstverständlichkeit, sich zu ihrer Orientierung zu bekennen. Und man muss schon ein anscheinend selbstbewusster Riese wie Tiny (!) Cooper sein, dass man sich outet.

Zufällig, indirekt

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Das Buch handelt jedoch nicht vom Coming-out zweier Schwuler, sondern von den Problemen eines hetero- und eines homosexuellen Jugendlichen. Beide heißen Will Grayson und leben in Chicago, sind aber weder verwandt, noch kennen sie sich am Beginn. Beide versuchen lange vergeblich, PartnerInnen zu finden. Beide berichten selbst davon, der Homosexuelle in Kleinbuchstaben und mit Auszügen aus seinen Chats.

Dass sie sich schließlich zufällig begegnen, löst bei beiden indirekt aus, dass sie mehr zu ihren Gefühlen stehen: Will 1 gesteht sich lange Zeit nicht einmal selbst ein, dass er in seine Mitschülerin Jane verliebt ist; Will 2 wird eine Beziehung zu Tiny eingehen (und sehr überrascht sein, dass seine Mutter damit anscheinend kein Problem hat).

Das Musical

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Die Handlung wird zusammengehalten davon, dass Tiny plant, ein selbst geschriebenes Musical in der Schule aufzuführen. Nach und nach handelt dieses Musical immer mehr von ihm selbst und seiner Unsicherheit. Nach der Aufführung – und am Schluss des Buches – wird ihm von allen Seiten große Zuneigung zuteil (– genauer darf man das nicht beschreiben, um keine Pointe zu verraten).

Das ist einerseits schon rührend, wirkt andererseits etwas konstruiert (und wie ein kitschiges Hollywood-Film-Finale), und ist außerdem ein Schwachpunkt des Romans: Tiny ist ohnedies schon eine sehr wichtige Person darin, dass ihm das Finale „gehört“, lässt die Titel-gebenden Hauptfiguren fast gänzlich aus dem Focus verschwinden.

Grundsätzlich die gleichen Probleme

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Doch im Prinzip handelt das Buch davon, dass Homo- und Heterosexuelle grundsätzlich die gleichen Probleme haben, zu denen sich bei Homosexuellen noch der Umgang mit ihrer „Andersartigkeit“ gesellt. Das kommt zwar auch ein bisschen bemüht herüber, aber mir fällt jetzt auf die Schnelle kein Roman für Erwachsene ein, der sich dieses Themas überhaupt annimmt.

Von Werner Schuster

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Infos:

Leseprobe

Corine-Preisträger John Green ist der Autor des preisgekrönten Bestsellers „Eine wie Alaska“, das u.a. dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet wurde. David Levithan ist der Autor bekannter Romane wie „Noahs Kuss… und plötzlich ist alles ganz anders“ sowie des Bestsellers „Nick & Norah – Soundtrack einer Nacht“, das ebenfalls für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert wurde. „Will & Will“, der erste Roman, den die beiden zusammen geschrieben haben, stand auf der New York Times Bestsellerliste und wurde unter die Top Ten der romantischsten Bücher des Jahres gewählt.

Mehr über John Green und über David Levithan bei Wikipedia.

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