22/11/2007von 610 Views – 0 Kommentare

Rilke, Rainer Maria: Duineser Elegien & Die Sonette an Orpheus

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Buchcover
Gedichte
Reclam, Suhrkamp/Insel, Manesse
(1923)
Inhalt:

Kurzkritik:

Diese Elegien laut zu lesen ist wahrscheinlich ein guter Tipp, weil einen diese Lyrik tragen kann wie Shakespeare-Zeilen, selbst wenn man wenig davon versteht. Aber Rilke vermag mit diesen zehn Elegien wohl eine Saite anzuschlagen, die noch eine Weile weiterschwingt, und man bildet sich ein, in die Gedichte eingetaucht zu sein.

Werner gibt  ★★★★★  (5 von 5 Eselsohren)

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Besprechung:

Wir ordnens wieder

Die “Duineser Elegien” habe ich mir vor ca. 25 Jahren pflichtschuldig gekauft, zu lesen begonnen, weggelegt. Ein paar Jahre später habe ich sie bei mir wieder gefunden, begonnen … und plötzlich “erwachte” ich und bemerkte, dass ich diese Gedichte meiner Wohnung laut vorlas.

Diese Elegien laut zu lesen ist wahrscheinlich ein guter Tipp, weil einen diese Lyrik tragen kann wie Shakespeare-Zeilen, selbst wenn man wenig davon versteht. Aber Rilke vermag mit diesen zehn Elegien wohl eine Saite anzuschlagen, die noch eine Weile weiterschwingt, und man bildet sich ein, in die Gedichte eingetaucht zu sein. – Wer es intellektueller angehen will, die oder der kann sich mit dieser Motiv-Sammlung (bei Wikipedia) behelfen.

Doch wie zum Hohne mag man dann lesen:

Und wir: Zuschauer, immer, überall,
dem allen zugewandt und nie hinaus!
Uns überfüllts. Wir ordnens. Es zerfällt.
Wir ordnens wieder und zerfallen selbst.

Viele “Sonette an Orpheus” sind wohl auch nicht leichter zu verstehen, haben jedoch einen “verdaulicheren” Anschein:

Immer wieder von uns aufgerissen,
ist der Gott die Stelle, welche heilt.
Wir sind Scharfe, denn wir wollen wissen,
aber er ist heiter und verteilt.

Jedenfalls sind diese 55 Gedichte 1922 neben der endgültigen Fassung der “Duineser Elegien” entstanden. Ein Nebenprodukt? Nein, die Zyklen verhalten sich zueinander vielleicht wie Mozart zu Beethoven, wie das scheinbar zugeflogene zum schwer errungenen Schönen.

Freude können beide bereiten, ein jedes zu seiner Zeit.

Von Werner Schuster

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Infos:

Über Rainer Maria Rilke bei Wikipedia.

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