01/12/2012von 392 Views – 0 Kommentare

Unsere Lieblingsbücher vom November

Liebe LeserInnen,

von den im November vorgestellten acht Büchern haben uns folgende drei sehr gefallen:


Cover Rosenberg Das Brennglas

Rosenberg/Enzensberger: „Das Brennglas“

Erinnerungen
Aufgezeichnet von Ulrich Enzensberger
Taschenbuch
160 Seiten
Erschienen 2012 bei Wagenbach

Inhalt:

Otto Rosenberg hat erst nach fünfzig Jahren die Kraft gefunden, dieses Buch zu schreiben. Ein überlebender deutscher Sinto erzählt seine Erinnerungen. Er klagt nicht an, rechnet nicht auf. Er berichtet, wie es gewesen ist. Der Schriftsteller Ulrich Enzensberger hat die Geschichte behutsam aufgezeichnet und mit klugen Anmerkungen versehen. (Pressetext)

Kurzkritik:

Dass Otto Rosenberg an das Gute im Menschen geglaubt hat, all die schwere Zeit, spürt man während der Lektüre dieses Buches wie wärmende Sonnenstrahlen durch die grausame Kälte all der geschilderten Ereignisse hindurch. Das mag jetzt pathetisch klingen: Im Gegensatz dazu hat das Buch gar nichts Pathetisches an sich. Es ist schlicht die Wahrheit, von einem Menschen erzählt, der größer war als alle, die ihn klein machen wollten.

Zur ausführlichen Eselsohren-Besprechung
„Die schlichte Wahrheit“
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McCulley: „Im Zeichen des Zorro“

Roman
Taschenbuch
300 Seiten
Erschienen 2012 bei Unionsverlag
Aus dem Englischen von Carsten Meyer
Originalausgabe: „The Curse of Capistrano”, 1919

Inhalt:

Kalifornien wird beherrscht von tyrannischen Gesetzeshütern, korrupten Beamten und selbstherrlichen Großgrundbesitzern, unter denen vor allem die schutzlosen Bauern zu leiden haben. Nur ein Mann wagt es, Widerstand zu leisten El Zorro, der maskierte Reiter, vor dessen blitzendem Degen seine Feinde erzittern. Doch niemand weiß, wer sich hinter der Maske verbirgt. (Pressetext)

Kurzkritik:

Wissen Sie, wer Zorro war? Wo er gekämpft hat und warum? Auch wenn Ihnen das egal ist, sollten sie dieses Buch lesen. – Sie werden sich großartig unterhalten.

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„Großes Kino“
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Cover Hughes "Bedrängnis"

Hughes: „In Bedrängnis“

Roman
Hardcover
260 Seiten
Erschienen 2012 bei Dörlemann
Aus dem Englischen von Michael Walter
Originalausgabe: „In Hazard. A Sea Story”, 1938

Inhalt:

Der Dampfer „Archimedes“ ist ein Frachtschiff in allerbestem Zustand, als er den Hafen von Norfolk, Virginia, verlässt, um an einem wunderschönen sonnigen Herbsttag durch den Panamakanal nach China zu fahren. Seine Ladung besteht aus Tabak und Altpapier. Doch kaum erreicht es die karibischen Inseln, gerät das Schiff durch einen unerhörten Sturm in schwerste Bedrängnis. Während vier Tagen kämpfen Captain Edwardes und seine Mannschaft, vom Ersten Offizier über den Leitenden Ingenieur bis zum chinesischen Maat um die „Archimedes“ und um ihr Leben. (Pressetext)

Kurzkritik:

Sicher könnte man Hughes‘ „In Bedrängnis“ verfilmen, aber daraus würde wohl ein Abenteuer-Action-Spektatkel, und das würde dem Buch nicht gerecht werden. Denn mit seiner sachlichen Prosa reizt Hughes zum einen die Fantasie der Lesenden, sich die unglaublichen Geschehnisse auf einem Frachtschiff auszumalen, das in einen übermächtigen Hurrikan gerät. Zum anderen beschreibt er die „biblischen“ Prüfungen der Mannschaft zwar mit knappen Angaben, doch man kann sich diese besser vorstellen als in vielen weit ausgebreiteten psychologischen Porträts.

Danach sind auch wir erschöpft. Wir waren unweigerlich mitleidende Zeugen bei diesem Kampf gegen einen übermächtigen Gegner. Vielleicht sinken wir in einen ruhelosen Schlaf (wie die meisten aus der Mannschaft). Vielleicht liegen wir mit offenen Augen da, und das Kino im Kopf lässt sich einfach nicht abstellen.

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„Das wahre Kino ist im Kopf“
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