17/03/2012von 475 Views – 0 Kommentare

Was bisher geschah (10.–16. 3.)

Gesammelte Literatur-News der letzten Woche:

News- & Story-Esel

  • Leipziger Buchmesse
    (Preisträger, Publikumsliebling, u.a.) –>
  • Schweiz: Nein zur Buchpreisbindung
    (Reaktionen) –>
  • E-Books
    (Charts, E-BookCards u.a.) –>
  • Amazon greift die Verlage an –>
  • Heuer keine Corine –>
  • Encyclopaedia Britannica
    nur mehr online –>
  • Wo Thalia & Co. um- und rückbauen –>
  • „Suhrkamp ist wirtschaftlich gefährdet“ –>
  • Die Wahrheit über Tarzan und Jane –>
  • Douglas will Thalia nicht verkaufen –>
  • Österreichischer Kinder- und Jugendbuchpreis –>

Literatur-News finden Sie auch tagesaktuell bei Eselsohren/Twitter.


Leipziger Buchmesse 15.–18. März

Herrndorf klarer Publikumsliebling beim Online-Voting

Klarer Publikumsliebling beim Online-Voting zum Preis der Leipziger Buchmesse ist Wolfgang Herrndorfs jüngstes Werk „Sand“. Die Internetnutzer konnten unter den fünf Nominierten in der Kategorie Belletristik des Preises der Leipziger Buchmesse ihren Favoriten bestimmen. Von den 1.450 Teilnehmern stimmten 464 (32 Prozent) für den Roman des gebürtigen Hamburgers. Den 2. Platz erreichte Thomas von Steinaecker mit seinem Buch „Das Jahr, in dem ich aufhörte, mir Sorgen zu machen, und anfing zu träumen“ mit 336 Stimmen. Knapp dahinter auf den 3. Platz kam „Am Schwarzen Berg“ von der Autorin Anna Katharina Hahn mit 335 Stimmen.
(10. März)

Leipziger Lesekompass

Auf der Leipziger Buchmesse wurden am Donnerstag 30 Kinder- und Jugendbuchtitel mit dem „Leipziger Lesekompass“ ausgezeichnet, den die Stiftung Lesen und die Leipziger Buchmesse in diesem Jahr zum ersten Mal herausgegeben haben. Der „Leipziger Lesekompass“ stellt ausgewählte Titel für zwei- bis 14-jährige Kinder und Jugendliche vor, die seit der Leipziger Buchmesse 2011 erschienen sind – gedruckte Bücher ebenso wie Hörbücher und DVDs. Allen prämierten Titeln ist gemeinsam: Sie sollen bei Kindern Freude und Begeisterung für das Lesen wecken. Gleichzeitig unterstützt der „Leipziger Lesekompass“ Eltern und pädagogische Fachkräfte bei der Leseförderung. Der „Leipziger Lesekompass“ steht ab sofort unter www.stiftung-lesen.de und www.leipziger-lesekompass.de zum Download zur Verfügung.
(15. März)

Preis der Leipziger Buchmesse 2012 vergeben an:
Wolfgang Herrndorf, Jörg Baberowski und Christina Viragh

Hunderte Zuschauer und Medienvertreter warteten am Nachmittag des ersten Buchmessetages (15. März 2012) gespannt auf die Entscheidung der Jury unter Vorsitz von Verena Auffermann zum achten Preis der Leipziger Buchmesse. In der Glashalle des Leipziger Messegeländes erlebten sie eine emotionale Preisverleihung und zollten den Gewinnern großen Beifall. Der Preis der Leipziger Buchmesse 2012 wurde Wolfgang Herrndorf (Belletristik), Jörg Baberowski (Sachbuch/Essayistik) und Christina Viragh (Übersetzung) zuerkannt. Den Preis in der Kategorie Belletristik für Wolfgang Herrndorf nahm Robert Koall entgegen, ein enger Freund und Dramaturg seiner Stücke sowie Chefdramaturg am Staatstheater Dresden. Jörg Baberowski und Christina Viragh waren persönlich beim Festakt in Leipzig zugegen und stellten sich dem Blitzlichtgewitter. Nominiert waren jeweils fünf Autoren oder Übersetzer.
(Eselsohren, 15. März)

Deutscher Jugendliteraturpreis 2012

Im Rahmen der Leipziger Buchmesse wurden die Nominierungen der Kritiker- sowie der Jugendjury zum diesjährigen Deutschen Jugendliteraturpreis bekannt gegeben. Die Preisträger in den Kategorien Bilderbuch, Kinderbuch, Jugendbuch und Sachbuch werden am Freitag, dem 12. Oktober 2012, auf der Frankfurter Buchmesse verkündet.
(djlp, 15. März)


Buchpreisbindung

Mehrheit der Schweizer sagt Nein

56,1 Prozent der Schweizer spricht sich gegen ein Buchpreisbindungsgesetz aus. Die Nein-Stimmen kommen vor allem aus der Deutschschweiz, während in der Westschweiz das Votum klar in Richtung Ja geht. Das Interessante daran: In der Westschweiz gibt es seit rund 20 Jahren keine Preisbindung mehr.
(Börsenblatt, 11. März)

Stellungnahme des Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verbands

„Mit Bedauern nimmt der Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband SBVV das Nein
 des Schweizer Stimmvolks zum Buchpreisbindungsgesetz zur Kenntnis. Vor dem Hintergrund der Diskussionen über die Hochpreisinsel Schweiz und weil die vollen Konsequenzen der 2007 abgeschafften Buchpreisbindung erst in den kommenden Jahren deutlich sichtbar werden, konnte keine Mehrheit von den positiven Wirkungen des Gesetzes überzeugt werden.
In der Romandie, wo die negativen Folgen einer seit bald 20 Jahren fehlenden Preisbindung offensichtlich sind, ist die Notwendigkeit der Buchpreisbindung erkannt worden.“
(Börsenblatt, 11. März)

„Eine Buchpreisbindung schützt keine Buchhandlung“

Der frühere Geschäftsführer der Schweizer Buchhandlung Karger Libri und heutige Unternehmensberater Philip Karger begrüßt das Votum der Schweizer. Die fixen Preise hätten nur den großen Ketten und Verlagen geholfen. In fünf bis zehn Jahren, so Kargers Prognose, werde der Buchmarkt zu 75% elektronisch sein.
(Börsenblatt, 11. März)

„Schweizer Auslieferungen sind die ersten Opfer“

Die Abstimmung über die Preisbindung hätte noch vor 18 Monaten eher eine Chance gehabt, meint der Literaturagent Peter S. Fritz. Inzwischen sei der Konsument sehr preissensibel geworden. Besonders für die Buchdistributeure werde es jetzt schwer.
(Buchreport, 12. März)

Schweizer Autoren-Verband bedauert das „Nein“

Der Schweizer Autoren-Verband AdS bedauert das „Nein“ zum Buchpreisbindungsgesetz. Weder die zahlreichen Schweizer Autoren noch der engagierte Einsatz der großen Anzahl Befürworter aus Politik, Kultur und Buchbranche hätten die Schweizer Stimmbevölkerung zu überzeugen vermocht, dass auf das Kulturgut Buch auch in ökonomischer Hinsicht speziell Rücksicht genommen werden müsste. „Ohne das bestens bewährte Mittel der Buchpreisbindung wird das Buch nun dem freien Markt überlassen, was die gesamte Buchbranche absehbar schwächen wird.“
(Buchreport, 12. März)

Gegen Parolen wie „Nein zu überteuerten Büchern“ kommt man nur schwer an

buchmarkt.de bat die Preisbindungstreuhänder um eine kurze Stellungnahme, was das für die deutschsprachige Buchbranche insgesamt bedeute. Dazu Prof. Dr. Christian Russ:
„Es ist sehr zu bedauern, dass die Schweiz einen anderen Weg geht als Deutschland und Österreich. Die Abstimmung hat aber auch gezeigt, dass sich erklärungsbedürftige Themen wie die Buchpreisbindung nur bedingt für Plebiszite eignen: Gegen Parolen wie “Nein zu überteuerten Büchern” kommt man mit differenzierten Argumenten leider nur schwer an.
Für die Schweiz ändert sich nichts, da dort ja schon seit einigen Jahren keine Preisbindung mehr besteht. Für die Buchbranche in Deutschland sollte die Schweizer Entscheidung Anlass sein, sich geschlossen hinter die Preisbindung zu stellen. Und dies nicht nur in der Theorie, sondern in der täglich gelebten Praxis. Das heißt: Verzicht auf Mängelungen und Gutscheinaktionen. Stattdessen ist das Augenmerk auf die Umsetzung einer ausgewogenen Rabattpolitik zu richten.“
(12. März)

„Hochpreisinsel Schweiz“ hat zur Niederlage geführt

Nach Einschätzung von Stefan Fritsch, Leiter Markt und Organisation bei Diogenes, liegt die Ursache für das verlorene Referendum bei den Auswirkungen des „fatal tiefen Eurokurs“. Jetzt werde der Wettbewerb über den Preis von Bestsellern verschärft.
(Buchreport, 12. März)


E-Book-News

Krimis dominieren media control E-Book-Charts

Gleich drei Krimis bzw. Thriller schaffen es in die Top 5 der aktuellen E-Book-Belletristik-Charts von media control. Ganz oben steht “Der Beobachter” von Charlotte Link. Im neuesten Roman der Erfolgsautorin wird London von einer Mordserie heimgesucht, die Polizei und Leser gleichermaßen vor ein Rätsel stellt.
(media control, 12. März)

Börsenverein und BITKOM unterstützen gleichen Mehrwertsteuersatz für Bücher und E-Books

Das deutsche Steuersystem erweise sich als Hemmschuh für die Digitalisierung auf dem deutschen Buchmarkt, meinen der Börsenverein und der Hightech-Verband Bitkom. Als “richtiges Zeichen zum richtigen Zeitpunkt” bewerten die Verbände deshalb den Vorstoß des ehemaligen französischen Kulturministers Jaques Toubon, der heute die französische Position zur Modernisierung des europäischen Steuersystems für Kulturgüter in Berlin vorgestellt hat.
(Börsenblatt, 12. März)

„Die ersten E-Books zum Anfassen und Verschenken“

Wie lässt sich die digitale Medienwelt, mit dem Wunsch vieler Buchhändler verbinden, E-Books zum „Anfassen“ zu verkaufen? – fragte sich das deutsche Startup Epidu. Seine Antwort: Gutscheinkarten für digitale Bücher, so genannte „E-BookCards“. Ob auch die Kunden die Karten zu schätzen wissen, soll ein Testverkauf in fünf Buchhandlungen zeigen. Anschließend soll der Vertrieb bundesweit ausgerollt werden.
(Buchreport, 13. März)

Großes Thema, kleiner Umsatz

Die GfK hat den Anteil von E-Books am gesamten deutschen Buchumsatz im Jahr 2011 auf knapp 1% taxiert. Interessanter ist der Anteil, den die Statistiker dem gesamten Onlinebuchhandel zuschreiben. 2011 sei in Deutschland ein Viertel des Gesamtumsatzes des Büchermarkts über Online-Shops generiert worden.
(Buchreport, 14. März)


Amazon greift die Verlage an

Lange Jahre schätzten die Verleger den US-Internetriesen als Partner. Doch jetzt wildert der Konzern in ihrem Stammgeschäft – und könnte sogar die Buchpreisbindung für E-Books zu Fall bringen.
(Welt online, 11. März)

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Heuer keine Corine

Die Corine nimmt in diesem Jahr eine Auszeit. Der Börsenverein will den Buchpreis im kommenden Jahr mit neuem Konzept fortführen. Nach elf Jahren breiter Leseförderung im Rahmen einer Gala-Veranstaltung im Fernsehen werde man nach einem Jahr kreativer Pause 2013 neu an den Start gehen, meldet der Landesverband Bayern des Börsenvereins.
(Buchreport, 13. März)

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Encyclopaedia Britannica erscheint nicht mehr im Print

Die rund 20 Jahre andauernde Rettungsmission für die Großenzyklopädie „The Britannica“ ist endgültig gescheitert. Nach 244 Jahren hat sich der Verlag entschieden, die Printausgabe nicht mehr fortzuführen. Stattdessen attackiert der Verlag die Online-Enzyklopädie, die ihm letztlich den Garaus gemacht hat.
(Buchreport, 14. März)

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Wo Thalia, Hugendubel, Mayersche & Co. um- und rückbauen

Der Rückbau bei den deutschen Filialisten gewinnt an Fahrt. Die Mayersche verabschiedet sich von Filialen in Essen und Leverkusen. Auch bei Thalia und Hugendubel sind Verkleinerungen und Schließungen an der Tagesordnung. Rund ein Dutzend Filialen sind insgesamt betroffen – nach aktuellem Stand, am Ende werden es weit mehr sein.
(Buchreport, 14. März)

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„Suhrkamp ist wirtschaftlich gefährdet“

Das Gerangel der Gesellschafter beim Berliner Suhrkamp Verlag eskaliert: Der Medienunternehmer Hans Barlach will den Verlag komplett übernehmen. Gegenüber der „Zeit“ erklärte der Noch-Minderheitsgesellschafter, er habe vor dem Landgericht Berlin ein Angebot zur Übernahme der restlichen Anteile gemacht. Allerdings hätten die Mehrheitsgesellschafter den Vorschlag abgelehnt.
„Der Suhrkamp Verlag ist wirtschaftlich gefährdet“, begründet der Hamburger seine Initiative. Von 2003 bis 2009 habe der Verlag Verluste verzeichnet, 2010 habe es außerordentliche Ergebnisse nur durch den Verkauf von nicht betriebsnotwendigem Anlagevermögen gegeben. Er selbst könne den Verlag besser führen. Aktuell hält Barlach mit seiner Medienholding Winterthur 39% am Verlag, 61% liegen bei der Familienstiftung.
(Buchreport, 14. März)

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Die Wahrheit über Tarzan und Jane

Der Dschungelmann Tarzan ist für Kinder seit vielen Generationen ein Held. Vor 100 Jahren erschien der erste Teil der Fortsetzungsgeschichte des US-Schriftstellers Edgar Rice Burroughs im „All-Story Magazine“. Nun hat der Walde-und-Graf-Verlag anlässlich des Jubiläums drei der insgesamt 24 Tarzan-Bücher neu aufgelegt. Wer sich auf das Abenteuer einlässt, wird erstens überrascht sein, wie wenig die Originalgeschichte mit ihren berühmten Verfilmungen zu tun hat.
(orf.at, 14. März)

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Douglas will Thalia nicht verkaufen

Nach turbulenten Wochen der Spekulation hat sich die Douglas Holding zur Zukunft von Thalia geäußert. Ein Verkauf des Buchfilialisten werde nicht angestrebt. Doch die angestrebte Sanierung in Eigenregie könnte für die Hagener teuer werden: Die Commerzbank taxiert die Kosten für die Restrukturierung und zusätzliche Abschreibungen auf über 200 Mio Euro.
(Buchreport, 15. März)

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Die Preisträger des Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreises stehen fest

Die Preisträgerinnen und Preisträger des Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreises 2012, den das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur jährlich vergibt, stehen fest. Besonders freuen kann sich Nilpferd in Residenz: Zwei Titel bekommen den Preis, drei weitere sind in der Kollektion.
(BuchMarkt, 16. März)

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