05/11/2010von 743 Views – 0 Kommentare

Katzenbach, John: Der Professor

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  • Hardcover und Hörbuch
  • Erschienen 2010 bei Droemer und Argon
  • Aus dem Amerikanischen von Anke und Eberhard Kreutzer
  • Originalausgabe: „What Comes Next”, 2010


Inhalt:

Der pensionierte Psychologieprofessor Adrian Thomas bekommt von seinem Arzt eine niederschmetternde Diagnose: Demenz. Verstört blickt der alte Mann auf die Straße hinaus und sieht in der anbrechenden Dämmerung ein Mädchen vorübereilen. Gleichzeitig rollt ein Lieferwagen heran, bremst ab und beschleunigt wieder: Das Mädchen ist verschwunden. Der alte Professor ist verwirrt. Hat er gerade eine Entführung beobachtet? Wenn es tatsächlich ein Verbrechen war, muss er handeln. Kann er noch klar genug denken, um das Mädchen zu finden? (Pressetext)

Kurzkritik:

Schreckliches geschieht. Zartbesaitete sollten diesen Thriller gar nicht zur Hand nehmen, Teenager sollten mit ihren Eltern vereinbaren, dass sie auch alleine außer Haus gehen dürfen, wenn diese „Der Professor“ lesen.

Werner gibt  ★★★★½  (4,5 von 5 Eselsohren)

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Besprechung:

Ausnahmeerscheinung Katzenbach

Wenn es so einfach wäre, würde ja jede/r einen Krimi oder Thriller schreiben und ihn ihren/seinen FreundInnen zu lesen geben. Aber sogar viele jener Thriller, die von Verlagen herausgebracht werden, sind oft nicht wirklich gut.

Doch dann gibt es Ausnahmeerscheinungen wie John Katzenbach, bei dessen neuestem Thriller eigentlich alles stimmt: Die dem „Professor“ zugrunde liegende Idee, einen an Demenz erkrankten Menschen in einen Kriminalfall zu verstricken, ist grandios, die übrigen Personen denken, reden und handeln überzeugend, der Plot wird souverän präsentiert, das Buch ist äußerst spannend (obwohl man die Täter kennt) – und der Fall selbst ist unheimlich und grauslich (– ein 16-jähriges Mädchen wird entführt, unser Professor beobachtet das und die Polizei kommt den KidnapperInnen nicht auf die Spur).

Authentisch

Thrillerherz, was willst du mehr? – Thrillerherz, von Katzenbach bekommst du mehr geboten. Denn der Autor zeigt uns nicht nur die authentische Seite der Polizeiarbeit, sondern auch die von Welten, in die wir im Normalfall nie eindringen würden. In die der sexuellen Straftäter, in die des Internetgeschäfts mit Harcore-Sex, in die der EntführerInnen und ihrer Opfer. Ich hatte immer wieder den Eindruck, ein True-Crime-Buch zu lesen.

Katzenbach führt uns auch die seltene Lewy-Körper-Demenz vor Augen, bei der man zum geistigen Verfall auch Halluzinationen hat. Der Professor sieht seine verstorbenen Verwandten. Diese schauen quasi immer im richtigen Moment vorbei und ihm dabei helfen, dem entführten Mädchen auf die Spur zu kommen.

Schreckliches geschieht

Leider merkt man diesen Passagen das dramaturgische Kalkül an. Das würde bei den vielen AutorInnen, die passable Thriller verfassen, nicht wirklich ins Gewicht fallen, bei Katzenbach stört es doch ein wenig.

Aber nicht so sehr, dass man bei der Lektüre aussteigen würde. Dazu zieht einen die Story viel zu sehr in ihren Bann. Schreckliches geschieht. Zartbesaitete sollten diesen Thriller gar nicht zur Hand nehmen, Teenager sollten mit ihren Eltern vereinbaren, dass sie auch alleine außer Haus gehen dürfen, wenn diese „Der Professor“ lesen.

Von Werner Schuster

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Infos:

Zur Leseprobe bei Droemer/Knaur

John Katzenbach, geboren 1950, war ursprünglich Gerichtsreporter für den „Miami Herald“ und die „Miami News“. In den USA sind inzwischen zehn Kriminalromane von ihm erschienen, darunter die Bestseller „Das Opfer“, „Das Rätsel“, „Die Anstalt“ und „Der Patient“. Zweimal war Katzenbach für den Edgar Award nominiert. Er lebt mit seiner Familie in Amherst im Westen des US-Bundesstaates Massachusetts.

Mehr über John Katzenbach bei Wikipedia und auf www.john-katzenbach.de

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