25/11/2009von 476 Views – 0 Kommentare

Vine, Barbara: Das Geburtstagsgeschenk

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Buchcover
Erschienen 2009 bei Diogenes
Aus dem Englischen von Renate Orth-Guttmann
Originalausgabe: „The Birthday Present“, 2008
Inhalt:

Ivor Tesham, ein Machtmensch, Draufgänger und Politiker, macht seiner anderweitig verheirateten Geliebten zum achtundzwanzigsten Geburtstag ein riskantes Überraschungsgeschenk. Ein Geschenk, das seine Karriere und sein Leben zu zerstören droht. (Pressetext)

Kurzkritik:

Ich weiß schon, dass Suspence bei Vine über die Jahre immer mehr Charakterstudien gewichen ist, doch im „Geburtstagsgeschenk“ gibt es nicht viel Charakter zu studieren. Und so war mir ungefähr ab der Hälfte des Romans relativ egal, ob der Politiker nun über die Folgen seiner sexuellen Vorlieben stolpert oder nicht.

Relativ egal bedeutet: Ich habe das Buch ganz gelesen. Aber überrascht war ich vom Ende nicht.

Werner gibt  ★★★½☆  (3,5 von 5 Eselsohren)

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Besprechung:

Kein Suspence, keine Überraschungen

Bei Barbara-Vine-Büchern steige ich seit längerem begeistert ein – und irgendwann beginne ich mich zu langweilen. Beim „Geburtstagsgeschenk“ ist es mir ebenso ergangen.

In dessen Zentrum steht ein wohlhabender konservativer Politiker mit wenig konservativen sexuellen Vorlieben. Er lässt seine (verheiratete) Freundin zu ihrem Geburtstag „entführen“ (sie weiß davon), und sie stirbt im Entführer-Auto bei einem banalen Verkehrsunfall. Ab da bangt der Politiker, dass seine Affäre öffentlich wird, was seine Karriere beenden würde.

Neutral, unaufgeregt und farblos

Erzählt wird das aus der ziemlich neutralen, auf jeden Fall unaufgeregten Sicht des Schwagers und aus der der farblosen Freundin der Toten. Es mutet zu Beginn raffiniert an, einen Machtmenschen von dieser Warte zu beschreiben, war mir aber auf Dauer eben zu neutral, unaufgeregt und farblos.

Was ein Sittenbild Englands in den 1980er- und 1990er-Jahren (oder auch „bloß“ ein Roman über Schuld und Sühne) sein hätte können, wird so zu einer doch etwas platten und teilweise auch konstruiert wirkenden Episode, die nicht unbedingt zu dieser Zeit spielen müsste.

Nicht viel Charakter zu studieren

Ich weiß schon, dass Suspence bei Vine über die Jahre immer mehr Charakterstudien gewichen ist, doch im „Geburtstagsgeschenk“ gibt es nicht viel Charakter zu studieren. Und so war mir ungefähr ab der Hälfte des Romans relativ egal, ob der Politiker nun über die Folgen seiner sexuellen Vorlieben stolpert oder nicht.

Relativ egal bedeutet: Ich habe das Buch ganz gelesen. Aber überrascht war ich vom Ende nicht.

Von Werner Schuster

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Infos:

Barbara Vine (alias Ruth Rendell), geboren 1930, lebt in London. Ihre Bücher erhielten zahlreiche literarische Auszeichnungen. Mit ‘König Salomons Teppich’ wurde zum vierten Mal – eine Rekordzahl – ein Werk von ihr mit dem Gold Dagger Award der Crime Writers’ Association ausgezeichnet, 1996 erhielt sie von der Queen den Ehrentitel Commander of the British Empire und 1997 schließlich den Grand Master Award der Mystery Writers of America für das Gesamtwerk und wurde auf Vorschlag von Tony Blair geadelt und ins britische Oberhaus berufen.

Über Ruth Rendel (alias Barbara Vine) bei Wikipedia.

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