Tropper, Jonathan: Zeit für Plan B
Roman
Aus dem Amerikanischen von Veronika Dünninger
Taschenbuch: Knaur, 2008
(2000)
Die hohe Kunst der Unterhaltung
Schlecht recherchiert – und gut war’s: Ich dachte, “Zeit für Plan B” sei ein neues Buch von einem “neuen” Autor, und bin erst nach der Lektüre draufgekommen, dass dies die Neuauflage des Debüts von Jonathan Tropper ist. Nun, und so habe ich mit dem Erstling eines neuen Lieblingsautors von mir begonnen.
Denn Tropper schreibt in einer ausgewogenen Mischung aus Realismus und Fiktion, was ich sehr mag, beschreibt also, was tatsächlich geschehen hätte können – mit jenem gewissen Beisatz an “bigger than life”, der Romane interessant macht und merkwürdigerweise erst realistisch erscheinen lässt. Dann kommt Tropper seinen Figuren so nahe, dass er zwar gültige Aussagen über ihre Gefühle, Gedanken und Beweggründe treffen kann, lässt aber doch wieder genügend Abstand zu ihnen, um ihnen einen Rest Geheimnis belassen zu können. Und schließlich hat er nichts dagegen, seine LeserInnen zu unterhalten, aber ein “reiner” Unterhaltungsroman hätte keinen so ausgefeilten Plot mit wirklich überraschenden Wendungen.
Außerdem trifft Tropper in “Zeit für Plan B” die Situation von Menschen, die vor kurzem 30 geworden sind, auf den Punkt (Dreißig – scheiße!) – und das Lebensgefühl von So-etwas-wie-Erwachsenen ist die Basis für einen wirklich schönen Roman über Freundschaft. Von fünf College-Freunden ist einer ein berühmter Hollywood-Star geworden – und Kokain-abhängig. Die anderen vier beschließen, ihm gegen seinen Willen zu helfen. – Nichts klappt und irgendwie geht dann doch alles anscheinend gut aus (aber anders als erhofft oder erwartet). (Und entgegen allen Film und Roman gewordenen Klischees kommt in dem Roman außerdem ein netter, menschlicher FBI-Agent vor.)
Und ich bin neugierig, ob die drei anderen bisher erschienenen Tropper-Romane das halten, was mir “Plan B” verprochen hat.
Von Werner Schuster
Zeit für Plan B bei Amazon und bei Libreka als E-Book.
Über Jonathan Tropper bei Wikipedia,
mehr von Tropper
und mehr von Knaur bei „Eselsohren“.









