14/01/2008von 482 Views – 0 Kommentare

Koch, Hannes: Soziale Kapitalisten

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Buchcover
Sachbuch
Rotbuch (bei Eulenspiegel), 2007
Inhalt:

Koch porträtiert zehn erfolgreiche deutsche Unternehmerpersönlichkeiten ( wie z.B. Götz Werner, dm-Drogerien, Marli Hoppe-Ritter, Ritter Sport, Michael Otto, Otto-Versand), die den Beweis antreten, dass sozial verantwortliches Handeln und wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmensführung sich nicht ausschliessen, sondern im Gegenteil einen zusätzlichen Wettbewerbsvorteil darstellt. (Pressetext)

Kurzkritik:

“Die Beispiele der Sozialen Kapitalisten helfen, den Raum des Möglichen zu ermessen”, sagt Koch. “Sie dienen als Ansporn auf dem Weg zu einer Wirtschaftsweise, die die Mehrheit der Bevölkerung unterstützt – nicht nur ein kleiner Teil von ihr.”

Werner gibt  ★★★★☆  (4 von 5 Eselsohren)

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Besprechung:

Anständig

Hannes Koch sagt:

Soziale Kapitalisten behandeln ihre Beschäftigten anständig, zahlen vernünftige Löhne, beteiligen die Belegschaft am Gewinn oder gehen sorgsam mit den natürlichen Ressourcen um. Vor allem aber sind sie betriebswirtschaftlich erfolgreich, gerade weil sie verantwortlich arbeiten – und nicht, obwohl sie höhere soziale und ökologische Standards anwenden.

Koch hat nun kein Globalisierungsgegnerbuch geschrieben, das anstelle von Erzschurken jene wenigen Lichtgestalten präsentiert, die es halt auch gibt, seine zehn “Vorbilder für eine gerechte Wirtschaft” sind keine selbstlosen Menschenfreunde, sondern beherzigen eher den Stakeholder- als den Shareholder-Value. Was ihnen nicht schwer fällt, weil sie “nicht oder nur eingeschränkt an der Börse notiert sind.”

Imagekatastrophen

Stakeholder bedeutet so viel wie “Träger von Interessen”, also “alle Menschen, die von den Handlungen eines Unternehmens betroffen sein können”. Wenn etwa die Schokoladenfabrik Alfred Ritter GmbH einen Teil des benötigten Kakoas zu fairen Preisen von Kleinbauern aus Nicaragua importiert, beugt die Firma damit Image- und Kostenrisiken vor. Imagekatastrophen, die sich etwa der Sportartikelhersteller Nike durch unsoziale Arbeitsverhältnisse in Entwicklungsländern zugezogen hat, zeigen, wie teuer öffentliche Protestkampagnen dem betroffenen Unternehmen zu stehen kommen können.

Immerhin

Damit die internationalen Sozial- und Umweltstandards im Wirtschaftsleben auch umgesetzt werden, müsste die Politik, so Koch, die Latte höher legen. “Gelänge dies, müssten sich alle Unternehmen so verhalten, wie die Sozialen Kapitalisten es teilweise heute schon tun.” Es mag viele überraschen, dass zu diesen Sozialen Kapitalisten nicht nur unbekannte Unternehmen gezählt werden können, sondern auch dm-drogerie markt, die Otto-Gruppe, Faber-Castell und Henkel; manche zwar nur bis zu einem gewissen Grad, aber immerhin.

Wunsch

Koch beschreibt ausführlich, warum und wie die Unternehmensverantwortlichen dies tun. Und schließt mit folgendem Wunsch:

Die Beispiele der Sozialen Kapitalisten helfen, den Raum des Möglichen zu ermessen. Sie dienen als Ansporn auf dem Weg zu einer Wirtschaftsweise, die die Mehrheit der Bevölkerung unterstützt – nicht nur ein kleiner Teil von ihr.

Von Werner Schuster

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Infos:

Hannes Koch wurde 1961 in Remscheid geboren. Er ist Parlamentskorrespondent der taz in Berlin, schreibt über Wirtschaft, Politik, Unternehmensverantwortung. 2001 veröffentlichte er bei Rotbuch »New Economy«. 2003 gründete er das European Institute for Globalisation Research, e4globe, das er seitdem leitet.

Über Hannes Koch auf seiner Homepage.

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