15/12/2008von 1.458 Views – 1 Kommentar

Ginsberg, Allen: Gedichte

KurzkritikWas meinen Sie?Ausführliche BesprechungInfos

Buchcover
Lyrik
Übersetzt von Heiner Bastian, Michael Kellner, Bernd Samland, Jürgen Schmidt, Peter Waterhouse und Carl Weissner; ausgewählt von Uwe Wittstock
Taschenbuch: Rowohlt, 2004
Hardcover: Hanser, 1999
Inhalt:

“Ich sah die besten Köpfe meiner Generation zerstört vom Wahnsinn, ausgemergelt hysterisch nackt…” Der vorliegende Band enthält die berühmtesten Gedichte Ginsbergs: das Langgedicht “Das Geheul”, die große jüdische Totenklage “Kaddisch” und Ginsbergs letztes Poem “Tod & Ruhm”, daneben aber auch viele im deutschen Sprachraum bisher kaum oder gar nicht bekannte Gedichte. (Pressetext)

Kurzkritik:

Es war vor ein paar Wochen, ich hab mir ein heißes Bad eingelassen und Rotwein getrunken und zum ersten Mal in meinem Leben Ginsberg gelesen. Und während meine Seele zur Badezimmerdecke und darüber hinaus wanderte, haben die Würmer begonnen, an mir zu schmausen. Sinnbildlich. Großartig. Besser.

Werner gibt  ★★★★★  (5 von 5 Eselsohren)

Bewerten, kommentieren, kaufen

Haben Sie dieses Buch gelesen?
Bewerten Sie es mit nur einem Klick! schlechthalbwegsmittelgutsehr gut
(Noch keine Bewertung)
Loading...Loading... Sie können auch einen Kommentar schreiben.

Und hier können Sie das Buch bestellen:
– bei Amazon
Besprechung:

Sinnbildlich

Beim Lesen von „Das Geheul“ und „Kaddisch“ hab ich zum ersten Mal verstanden, was Hemingway gemeint haben könnte, als er angeblich festgestellt hat, er würde ein eigenes Werk dafür hergeben, wenn er „Krieg und Frieden“ nochmals zum ersten Mal lesen könnte.

Jetzt weiß ich nicht mehr genau, wie sich das auf Ginsbergs Gedichte bezogen hat. Ja, schon. Nur: Was haben Hemingway und Tolstoj damit zu tun? Egal.

Ginsberg war

Ginsberg war ein Poet.
Ginsberg war ein Genie.
Ginsberg war ein Dichter.

z.B.

Kühle schwarze Nacht in Rotholzwäldern
Draußen im Dunkel geparkte Autos
hinter dem Tor blasse Sterne über
der Schlucht, ein Feuer brennt neben der
Veranda und einige müde Seelen sitzen
in schwarzen Lederjacken
davor.
(aus „Erste Party bei Ken Kesey mit Hell’s Angels“)

z.B.

Was machen wir nun mit dem Tod?
Gar nichts, gar nichts
Aufhören 1937 in die Schule Nr. 6 Paterson, NJ, zu gehen?
Die Zeit einfrieren, mit Kopfschmerzen jetzt nach Viertel vor zwei?
Nicht zu Vaters Beerdigung gehen morgen früh?
Nicht zurück nach Naropa im Sommer Buddhistische Poetik lehren?
Nicht begraben werden auf dem Friedhof am Flugplatz Newark eines Tages?
(aus „Werd nicht alt“)

z.B.

Eßt mehr marmorierte Rinderlende mehr Schwein in
          Tunke!
Mehr Fett zur Soße, bratet Hühner in
          siedendem Öl!
Schleppt es triefend mit bis ins hohe Alter, schneeweiß von
          Salz, …
(aus „Auf, ihr Schweine der westlichen Zivilisation, eßt mehr Fett“ – das ganze Gedicht stelle ich am 23. 12. 08 im Original online)

Großartig. Besser.

Und sonst? Sonst hat uns Herr Schuster über Alan Ginsberg nichts zu sagen? Aber ja doch, es war vor ein paar Wochen, ich hab mir ein heißes Bad eingelassen und Rotwein getrunken und zum ersten Mal in meinem Leben Ginsberg gelesen. Und während meine Seele zur Badezimmerdecke und darüber hinaus wanderte, haben die Würmer begonnen, an mir zu schmausen. Sinnbildlich. Großartig. Besser.

Von Werner Schuster

Interessiert? – Hier können Sie das Buch bestellen:
– bei Amazon
 
Infos:

Über Allen Ginsberg bei Wikipedia.

1 Kommentar zu "Ginsberg, Allen: Gedichte"

Trackback | Kommentar RSS Feed

  1. Simon sagt:

    The Allen Ginsberg Project fur alles Ginsberg -http://ginsbergblog.blogspot.com/

Schreiben Sie doch einen Kommentar

You must be logged in to post a comment.