02/10/2013von 359 Views – 0 Kommentare

Unsere Lieblingsbücher vom September

Liebe LeserInnen,

von den im September vorgestellten zehn Büchern haben uns folgende drei sehr gefallen:


Paulo Scott:
Unwirkliche Bewohner


Roman
Hardcover, E-Book
256 Seiten
Erschienen 2013 bei Wagenbach
Aus dem brasilianischen Portugiesisch von Marianne Gareis
Originalausgabe: „Habitante irreal”, 2012

Inhalt:

Paulo Scott erzählt die Geschichte einer unmöglichen Liebe zwischen den Kulturen, die dennoch bleibende Spuren hinterlässt und er beschwört das Erbe der indianischen Ahnen, der unwirklichen Bewohner Brasiliens: Als der Jurastudent Paulo in seinem VW-Käfer die 14-jährige Autostopperin Maína mitnimmt, verändert sich das Leben der beiden. Das Mädchen aus dem Indianercamp an der Ausfallstraße von Porto Alegre und der politisch engagierte Sohn aus gutem Hause kommen sich schnell näher und doch nie wirklich nahe; zu unterschiedlich sind die beiden Welten, die hier aufeinanderprallen. Erst Donato, ihrem gemeinsamen Kind, gelingt es, das Unvereinbare zusammenzubringen.

Kurzkritik:

Ein außergewöhnlicher Roman. Die Story ist zwar simpel, fängt jedoch die jüngere Geschichte Brasiliens unaufdringlich sinnbildlich ein. Die Erzählweise ist eher anspruchsvoll und doch zugänglich.

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Stephen Emmott:
Zahn Milliarden


Sachbuch
Hardcover, E-Book
206 Seiten
Erschienen 2013 bei Suhrkamp
Aus dem Englischen von Anke Caroline Burger
Originalausgabe: „Ten Billion”, 2013

Inhalt:

Für die Herstellung eines Burgers braucht man 3000 Liter Wasser. Wir produzieren in zwölf Monaten mehr Ruß als im gesamten Mittelalter und fliegen allein in diesem Jahr sechs Billionen Kilometer. Unsere Enkel werden sich die Erde mit zehn Milliarden Menschen teilen müssen. Haben wir überhaupt eine Zukunft?

Kurzkritik:

„Zehn Milliarden“ ist ein unangenehmes Buch, weil es eigentlich nichts viel Fantasie braucht, um aus unserem gegenwärtigen Verhalten ein ähnliches Zukunftsszenario wie Emmott zu entwickeln. Man kann nur hoffen, dass es nicht ganz so schlimm wird und dass Emmotts Warnung ein Umdenken bewirkt wie der Bericht des Club of Rome 1972.

Dieser hat sich ja auch nicht in letzter Konsequenz bewahrheitet. Und „Der neue Bericht an den Club of Rome“ aus dem Jahr 2012 sieht unsere Zukunft nicht so drastisch wie Emmott. „Meine Prognose für die globalen Entwicklungen bis zum Jahr 2052 ist pessimistisch, aber nicht katastrophal“, schreibt dessen Autor Jørgen Randers. Das ist ja auch nicht gerade beruhigend.

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Peter Hetzler:
Hartz 5


Roman
Taschenbuch, e-Book
156 Seiten
Erschienen 2013 bei BoD

Inhalt:

So einen Hartz IV-Roman gab es noch nie. Hier lernt man nicht nur die kafkaesk anmutenden Bedingungen kennen, denen Hartz IV-Bezieher unterworfen sind. Hier gibt es auch die Erwerbsloseninitiative Hartz 5 , deren Mitglieder die Jobcenterbürokratie mit unkonventionellen Methoden und anarchischem Witz aufmischen. Ein informativer, authentischer und unterhaltsamer Roman über eines der großen sozialen Probleme unserer Zeit und ein diebisches Lesevergnügen.

Kurzkritik:

Einen schön bösen Roman hat Peter Hetzler da geschrieben. Allen, die sich mit Hartz IV (oder ähnlichen Arbeitsmarkt-Services) herumschlagen müssen, werden ihre helle Freude daran haben. Und alle, die mit Behörden zu tun haben, auch.

Zur ausführlichen Besprechung Die Robin Hoods der Arbeitslosen
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