11/07/2013von 573 Views – 0 Kommentare

Pollanz, Wolfgang: 33 Songs

Sachbuch Kultur
Taschenbuch
192 Seiten
Erschienen 2013 bei Edition Keiper

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Inhalt:

Auf die Spuren von 33 Songs begibt sich Wolfgang Pollanz in dieser sehr persönlichen Auswahl. In einer Zeit des Informations-Overkills, in der ein unendlicher Strom von All-You-Can-Hear-Musik die allzeit verfügbaren Archive der Megaserver und Clouds durchzieht, legt er eine schmale Fährte mitten durch die chaotische Unüberschaubarkeit. Mit Liebe zum Detail, sprachlicher Finesse und überbordender Assoziationsfreude schlägt dieses Buch einen breiten popkulturellen Fächer auf. (Pressetext)

Kurzkritik:

Da hat sich einer sein Leben lang mit Popmusik beschäftigt und plaudert nun – anhand einzelner Songs – darüber. Sehr bereichernd.

Werner gibt  ★★★★½  (4,5 von 5 Eselsohren)

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Besprechung:

Bereichernde Fährte

Wolfgang Pollanz schreibt an sich (über) nichts Besonderes, aber es ist stes erbaulich und interessant zu lesen. Da hat sich einer sein Leben lang mit Popmusik beschäftigt und plaudert nun – anhand einzelner Songs – darüber.

Zum Beispiel über elf seiner Lieblingslieder, die mir wie vielen anderen vom Titel her vielleicht nichts sagen. Aber „Something in the Air“ von den Thunderclap Newman hat man ziemlich sicher schon einmal gehört, wenn auch nur „im Vorübergehen“. Pollanz weiß darüber, dass ihn ein ehemaliger Roadie von The Who geschrieben hat, dass Peter Townhead ihn mit einer zusammengewürfelten Band aufgenommen hat – mit dem Jazzpianisten Andy „Thunderclap“ Newman.

Von dieser Feststellung geht Pollanz über zu Bands, die ihren Namen von einem einzelnen Mitglied bekommen haben, Fleetwood Mac etwa oder Kool and The Gang. Andere Bands haben ihre Namen von Filmfiguren (Duran Duran), von anderen Songs (Judas Priest) oder aus dem Wörterbuch (R.E.M.). Pollanz erzählt von einem Bandnamen-Generator, – und dass Thunderclap Newman wohl nie live aufgetreten wäre, wenn „Something in the Air“ nicht so ein Hit geworden wäre, welcher Song eigentlich „Revolution“ hätte heißen sollen, aber den Namen hatten schon die Beatles verwendet.

Liegt in der Luft

Revolution lag damals – 1969 – jedenfalls in der Luft, was Pollanz zu Songs führt, die von etwas handeln, das in der Luft liegt, was Pollanz zum Philosophen Peter Sloterdijk führt und zu Gaskriegen und zu Zyklon B. Die Lyrics von „Something in the Air“ haben damit natürlich nichts zu tun, der Text ist laut Pollanz „mehr als simpel, … aber auch nicht dümmer als der von vielen anderen goßen Hits. In der öffentlichen Wahrnehmung hat der Song heute rein gar nichts mehr zu tun mit der gesellschaftlichen Stimmung seiner Entstehungszeit, er wird in TV-Serien ebenso verwendet wie in Werbungen“.

In dieser Art und auf diesem Niveau geht es weiter in diesem Buch: mit elf – unter Umständen schnelllebigen – Songs, in deren Titel das Wort „forever“ vorkommt, und elf mit Songs, die Pollanz sich ausgesucht hat, „um über ein paar Themen zu schreiben“ wie Wein und Popmusik, Drummerwitze, der Hund in der Popmusik, Popmusik und Literatur und so weiter. In den Texten geht es so gut wie nie um den Autor selbst, aber er schöpft aus seinem persönlichen, umfangreichen Wissen, das zeitweise wie in Assoziationsketten daherkommt.

Unaufgeregt

Sein Buch soll eine „schmale Fährte durch die chaotische Unüberschaubarkeit der Popmusik“ sein und ist es auch; allerdings ist es eine bereichernde schmale Fährte. Pollanz will keine Mini-Biografien erstellen, aber auch keine Klischees aufwärmen, und er will keine Theorie beweisen. Er protzt nicht mit seinem Wissen, er gibt es einfach weiter. Was die LeserInnen damit anfangen, ist ihre eigene Sache. Und es ist egal, ob man über Songs liest, die man kennt (oder mag), oder über welche, die man nicht kennt (oder mag), mit jedem Text erfährt man ein bisschen mehr über die Welt der (Pop-)Musik. Und selbst wenn man nicht alles wissen muss, was Pollanz erzählt, liest man es gern. Weil er ebenso fundiert wie unaufgeregt zu schreiben versteht.

Von Werner Schuster

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Infos:

Leseprobe (PDF)

Wolfgang Pollanz, geb. 1954 in Graz, lebt in Wies, Steiermark. Seit 1989 Herausgeber der »edition kürbis«, seit 1998 von »pumpkin records«. Als Schriftsteller mit verschiedensten Preisen ausgezeichnet. Zahlreiche Veröffentlichungen (Romane, Prosa, Gedichte sowie Texte in Literaturzeitschriften und Anthologien), Verfasser von Theaterstücken und Hörspielen.

Mehr über Wolfgang Pollanz bei Wikipedia.

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