24/01/2010von 594 Views – 1 Kommentar

Explosiv

Wenn man älter wird, soll man seine Erfahrungen weitergeben.

Also: Bis vor zwei Jahren habe ich es dem Ikea-Spot nachgemacht und unseren Weihnachtsbaum aus dem Fenster im dritten Stock in den Hof geworfen. Das ging stets gut, bis Eva und ich uns missverstanden haben.

Ich fragte: Kommt jemand?

Sie: Was?

Ich verstehe „Ja!“ und rufe „Jetzt!!“

Und während ich den Baum loslasse, geht sie los, passiert die Stelle, wo er bald auftreffen wird. Einer der Äste streifte ihren Rücken. Sie überlebt.

Leute, macht den Ikea-Spot nicht nach.

Die Spur der Nadeln

Letztes Jahr habe ich unseren Baum dann wieder brav zur Abgabestelle getragen. Als Beweis hinterließ ich eine Spur aus Nadeln, die ich – zumindest im Wohnhaus – aufgekehrt habe.

Heuer habe ich mir gedacht: Warum verheizt du das Holz nicht?

Und jetzt kann ich die nie wirklich geglaubten Horrormeldungen über brennende Weihnachtsbäume bestätigen.

Wenn man im Ofen nachzulegen vergessen hat und das Feuer rasch wieder zum Lodern bringen möchte, gibt es quasi nichts Besseres als leicht ausgetrocknete Nadelbaum-Äste. Man sollte allerdings die Ofentür rasch schließen, damit die Äste bei den kleinen Explosionen nicht herausgeschleudert werden. Im Nahbereich des Ofens sollte nichts Entflammbares stehen.

Vielleicht sollte man einen Eimer mit Wasser bereitstellen.

Ohne Rücksicht auf einen möglichen Wasserschaden

Und wer seinen Kindern einen Monat nach dem Heiligen Abend unbedingt noch eine Freude machen möchte, dem rät zum Beispiel der WDR: „Beim ersten klitzekleinen Funken reagieren. D.h. sofort mit einem Eimer Wasser löschen. Ihn völlig auf dem Tannenbaum entleeren – ohne Rücksicht auf den möglichen Wasserschaden, der entstehen könnte. Der Brandschaden wird den Wasserschaden meistens um ein vielfaches übertreffen. In der Entstehungsphase eines Brandes reicht zum Löschen der Inhalt eines Wasserglases aus, nach einer halben Minute benötigt man schon einen Eimer voll Wasser. Wenn die Feuerwehr nach 6-7 Minuten eintrifft, reichen ein- bis zweihundert Liter oft nicht aus. Brandbekämpfung aber nur dann durchführen, wenn das eigene Leben nicht gefährdet wird. Die Tür des Brandraumes schließen, sobald der Löschversuch abgebrochen wird.“

Werner Schuster

Mehr bei den Eselsohren

 
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1 Kommentar zu "Explosiv"

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  1. eva sagt:

    ja, ehefrau hat überlebt, aber es war sehr sehr knapp. und das mit den christbaumästen ist wirklich beängstigend, “brennt wie zunder” wäre ein hilfsausdruck.

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