28/06/2011von 785 Views – 0 Kommentare

Schlink, Bernhard: Gedanken über das Schreiben

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Buchcover Schlink Schreiben

  • Heidelberger Poetikvorlesungen
  • Hardcover
  • 96 Seiten
  • Erschienen 2011 bei Diogenes


Inhalt:

In seinen Heidelberger Poetikvorlesungen (Mai/Juni 2010) denkt der Autor Bernhard Schlink darüber nach, was ihn beim Schreiben bewegt und welche Maximen für ihn dabei Gültigkeit haben. (Pressetext)

Kurzkritik:

Schlink selbst sagt in seinen Heidelberger Poetikvorlesungen, dass er lieber schreibe, als darüber zu reden. Seine Vorlesungen werden denn auch an jenen Stellen interessant, an denen er Erzählfäden zu spinnen beginnt.

Sabine gibt  ★★★¾☆  (3,75 von 5 Eselsohren)

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Besprechung:

Er schreibt lieber,
als dass er darüber redet

Drei Vorlesungen umfasst der schmale Band von Diogenes: Über die Vergangenheit schreiben, Über die Liebe schreiben, Über die Heimat schreiben. Auf etwas über 80 Seiten reflektiert der deutsche – selten, aber doch – Bestseller–Autor Bernhard Schlink die Tätigkeit des Schriftstellers an sich und vor allem auch sein eigenes Schreiben.

Holocaust, DDR und Zensur?

Diese Themen versucht Schlink alle in seiner ersten Vorlesung, Über die Vergangenheit schreiben, zu behandeln. Doch knapp dreißig Seiten reichen dafür nicht aus, sodass er Fragen wie „Darf man über den Holocaust fiktional schreiben?“ oder „Wie kann man über Geschichtliches schreiben, ohne zu verletzen?“ nur oberflächlich beantworten kann.

Warum schreiben Sie so über Liebe?

In seiner zweiten Vorlesung, die von der immer wieder von Lesern gestellten Frage ausgeht, warum er so über Liebe schreibe, beschäftigt sich Schlink mit dem impliziten Vorwurf, dass er über ungleiche (und damit auch anstößige) Beziehungen erzähle. Seine Meinung dazu stellt er sehr deutlich dar: „Über die Liebe schreiben heißt über die Lieben schreiben, die Liebe in ihrer Vielgestaltigkeit bewahren, sie vor dem normativen Zugriff schützen.“ (S. 42) Im weiteren Verlauf geht er auf noch andere Fragen zur Liebe in der Literatur ein und hier wie auch in der letzten Vorlesung bringt er interessante Gedanken, die Einblicke in seinen Schreibprozess geben.

Fazit: Schreiben oder Vortragen?

Schlink selbst schreibt (und sagte) zu Ende, dass dies seine erste Poetikdozentur gewesen sei – und auch die letzte, da er sicher sei, dass er lieber schreibe, als darüber zu reden. Da seine Vorlesungen insbesondere an den Stellen interessant werden, an denen er Erzählfäden zu spinnen beginnt, Geschichten andeutet, ist dem nichts weiter hinzuzufügen.

Von Sabine Schönfellner

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Infos:

Bernhard Schlink, geboren 1944 in Bielefeld, aufgewachsen in Heidelberg. Jurastudium dort und in Berlin, danach wissenschaftlicher Assistent. Erste Professur für VerfR und VerwR in Bonn, dann in Frankfurt. 1988 Richter des VerfGH für das Land NRW. Nach der Wende 1989 in Berlin tätig. Heute Professor für öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an der Humboldt-Universität in Berlin und Richter am LVerfGH in Münster. Zunächst Fachbuch-, dann Romanveröffentlichungen. Auszeichnungen: 1989 Glauser Autorenpreis für deutschsprachige Kriminalliteratur (“Die gordische Schleife”), 1992 Deutscher Krimi-Preis (“Selbs Betrug”), 1997 Hans-Fallada-Preis der Stadt Münster, Italiens ‘Grinzane Cavour’ und Prix Laure Bataillon (“Der Vorleser”). 1999 erstmals den “Welt”-Literaturpreis, im Februar 2000 die Ehrengabe der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Gesellschaft.

Mehr über Bernhard Schlink bei Wikipedia.

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