30/04/2010von 1.085 Views – 1 Kommentar

Henke, Susanne: Makellose Morde to go

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Buchcover
Erschienen 2009 bei Edition BoD,
herausgegeben von Vito von Eichborn
Inhalt:

Es muss nicht immer Coffein sein. Auch Literatur belebt. Vor allem, wenn es um (unfreiwilliges) Ableben geht. Und darin ist die Hamburger Autorin, deren Geschichten Vito von Eichborn für den aktuellen Titel seiner Reihe für herausragende Neuerscheinungen ausgewählt hat, Expertin. Gut und Böse sind wunderbar gemischt in dieser Sammlung erlesener Verbrechen und herzerfrischender Gemeinheiten. Oft in ein und derselben Person. (Pressetext)

Kurzkritik:

Diese Kurzgeschichten sind spannend, intelligent und, scharf gewürzt mit sehr schwarzem Humor, mit so lockerer Hand geschrieben, dass sie anregend wirken wie in guter Aperitif.

Sie sind sehr kurz, aber vollständig, Happen also, die satt machen, weil sie alles enthalten, was im Sinne der LeserInnen „nahrhaft“ ist. Scheinbar leichte Kost mit Raffinesse: eine Wohltat.

Eva gibt  ★★★★☆  (4 von 5 Eselsohren)

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Besprechung:

Im Stehen & voll Genuss

Ich lese nicht gerne Kurzgeschichten. Ich will mich bei einem Buch auf die Reise begeben, möglichst lange und intensiv in eine Parallelwelt abtauchen und abhauen aus dem Alltag. Das ist ein bisschen wie beim Essen: Da mag ich auch lieber den Rinderrostbraten als die Kanapees.

Nun heißt dieses Buch voller Kurz-Krimis auch noch „Makellose Morde to go“ und lässt mich an Fast Food, schnelle Abfertigung, Hineinstopfen im Stehen denken – hm, auch nicht meins. Doch dann hat mich das Vorwort von Vito von Eichborn so schwungvoll eingeladen, das Buch zu genießen, dass ich es sofort ausgelesen, ja, geradezu verschlungen habe, im Stehen quasi, aber voll Genuss.

Diese Kurzgeschichten sind spannend, intelligent und, scharf gewürzt mit sehr schwarzem Humor, mit so lockerer Hand geschrieben, dass sie anregend wirken wie in guter Aperitif.

Boshafte Schlusspointe

Ganz harmlos beginnt etwa die Geschichte vom Architekten, der unsterblich in seine Helena verliebt zu sein scheint; erleichtert freut man sich mit dem Künstler, der nach einer Schaffensblockade endlich wieder auftreten kann, versteht den Missmut des Filmproduzenten, dessen Freundin ihrem Jugendfreund die Filmrolle seines Lebens vermitteln will, fühlt empört mit dem genervten, aber überkorrekten Herrn Neumann, der mit japanischer Höflichkeit den aufdringlichen Nachbarn erträgt, und freut sich jedes Mal auf einen überraschenden boshaften, raffinierten Schlenker zur Schlusspointe.

Kurz, aber vollständig

Die Stories erinnern an einen Comicstrip, der, ganz in der Tradition guten Storytellings, in den Zwischenräumen erzählt, die Fantasie dazu bringt, sich die Handlung auszumalen, ohne dass zu viele Worte gemacht werden. Die Geschichten sind sehr kurz, aber vollständig, Happen also, die satt machen, weil sie alles enthalten, was im Sinne der LeserInnen „nahrhaft“ ist. Scheinbar leichte Kost mit Raffinesse: eine Wohltat.

Von Eva Schuster

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1 Kommentar zu "Henke, Susanne: Makellose Morde to go"

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  1. Ich finde den Titel “Makellose Morde to go” unpassend, denn
    man erwartet Mordgeschichten im klassischen Sinne. Doch bei den teilweise mysteriösen Geschichten ist man sich nicht einmal sicher, ob überhaupt ein Mord geschehen ist. Es ist, als wenn Kaffee draufsteht – aber Tee drin ist.

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