23/11/2009von 591 Views – 0 Kommentare

Nizon, Paul: Romane, Erzählungen, Journale

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Buchcover
Erschienen 2009 bei Suhrkamp
Inhalt:

Paul Nizon war nie ein Vielschreiber, doch dafür haben sich die wenigen Bücher, die er seit seinem Debüt vor fünfzig Jahren veröffentlicht hat, als ungeheuer beständig und gegenwärtig erwiesen. Sie gehören zum schönsten, was in den letzten Jahrzehnten in deutscher Sprache erschienen ist. Am 19. Dezember 2009 feiert er seinen 80. Geburtstag. Die vorliegende Quarto-Ausgabe versammelt aus diesem Anlaß sein erzählerisches Gesamtwerk in einem Band: die Romane und die Erzählungen; ihnen ebenbürtig zur Seite stehen die Journale aus den Jahren 1961 bis 1999, dieser Fortsetzungsroman eines einzigartigen Künstlerlebens. Dieser Band bietet im Vergleich zu den Einzelbänden eine Preisersparnis von 82%. (Pressetext)

Kurzkritik:

Paul Nizon hat immer an einem Buch geschrieben. Jetzt liegt es vor – mit 1.488 Seiten.

Werner gibt  ★★★★½  (4,5 von 5 Eselsohren)

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Besprechung:

1.488 Seiten waren immer noch nicht genug Nizon

Die Quarto-Reihe aus dem Suhrkamp-Verlag scheint mir eigens für bibliophile Menschen gemacht, die, wenn schon, dann am liebsten alles von einem Autor, einer Autorin lesen (oder auf jeden Fall: haben) wollen. Als bekennender Nizon-„Fan“ ist es mir jedenfalls eine große Freude, jetzt alle seine Romane, Erzählungen und Journale in Händen halten zu können, auch die frühe Prosa „Die gleitenden Plätze“, von der ich nicht einmal wusste, dass es sie gibt.

Und wenn wir schon bei „wenn schon, denn schon“ sind: Nachdem ich in der „Chronologie zur Biographie“ erfahren hatte, dass Nizon auch eine Frankfurter Vorlesung gehalten hat, diese in den 1.488 Seiten jedoch nicht enthalten ist, habe ich mir „Am Schreiben gehen“ gleich bestellen müssen.

Sieben Annäherung

Nun wäre es Unsinn, mit einer Besprechung dieses dicken Buches zu warten, bis ich auch alles davon gelesen hätte. Einen Quarto-Band – der zwischen ca. 1.000 und 2.500 Seiten haben kann – kauft man sich ja wohl auch nicht, um ihn auf einmal durchzuschmökern. Noch dazu, wo ich ja sieben Bücher von Nizon bereits besprochen habe – als einen Versuch der Annäherung an einen Schriftsteller, von dem Samuel Moser behauptet, er schreibe „immer an einem Buch oder immer wieder das eine Buch“.

Nun denn:

  • Das Auge des Kuriers (1984): Wo ich glaubte, Nizon mit dem Satz „Ohne Plot auskommen heißt so viel wie mit dem Leben in erster Instanz verhandeln“ umfassend verstanden zu haben.
  • Canto / Im Hause enden die Geschichten (1963/1971): Bei denen ich mich fragte, wieso „Canto“ publiziert und darin das Potenzial erkannt worden wäre , das acht Jahre später zu „Im Hause enden die Geschichten“ führte.
  • Untertauchen (1972): Hier beflegle ich mich mit Nizons Worten selbst als Kritiker.
  • Stolz (1975): „Das ist in einer herrlich-poetischen Sprache erzählt, hat mich aber inhaltlich nicht besonders interessiert, obwohl es natürlich ein schwieriges Unterfangen ist, einen antriebslosen Menschen spannend zu beschreiben.“
  • Das Jahr der Liebe (1981): Mittlerweile war ich zu der Meinung gelangt, dass sich Nizon gern selbst thematisiert, was jedoch nie in Betroffenheitsprosa ausartet.
  • Im Bauch des Wals (1989): Hier zitiere ich wieder den Autor: „Dabei mag ich keine Geschichten, Geschichten sind Anbiederungen, falsche Friedensabkommen. – Ich bin kein Geschichtenabfüller, kein Verpackungsathlet.“

Fortsetzungen folgen.

Von Werner Schuster

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Infos:

Über Paul Nizon bei Wikipedia, mehr über Quarto bei Suhrkamp.

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