Paul Nizon: Untertauchen
Hardcover: Suhrkamp
(1972)
Bis auf Widerruf
Soll ich mich mit Nizon beflegeln (Kritiker? Textabklopfer und manchmal begabte Diagnostiker. Manchmal Beleuchtungstechniker. Sie applizieren ihre Einsichten wie Baumschmuck am Geäst des Werks, Gedankenblitze als Glanzlichter beisteuernd. Interpreten, ja. Exegeten. Gut. Landvermesser. Vorkauer, Wiederkäuer. Teeschmecker.) oder bloß feststellen, dass ich annehme, ihm unrecht getan zu haben? Ich habe seinen Satz “Ohne Plot auskommen heißt so viel wie mit dem Leben in erster Instanz verhandeln” als sein Werk beschreibend interpretiert und schere seither alles, was ich von Nizon lesen, über diesen Kamm.
Und bin so zu den Schlüssen gekommen, dass “Canto” schon o.k. gewesen wäre und dass “Im Hause enden die Geschichten” schon ein wenig näher am “ohne Plot auskommen” sei, während Nizon in “Das Auge des Kuriers” endlich bei sich selbst angekommen wäre. Nur leider passt “Untertauchen” so gar nicht in dieses Konzept. Wenn ich es richtig verstanden habe, ist dieses Buch autobiografisch und Nizon beschreibt darin eine leidenschaftliche Beziehung zu einer Spanierin, nach welcher er sich von seiner Frau trennt und seine Anstellung als leitender Kunstkritiker der “Neuen Zürcher Zeitung” aufgibt. Ich sei bei mir angekommen und, wenn nicht alle Anzeichen täuschten, kurz davor, ganz in eine eigene Arbeit unterzutauchen, schloß ich. Andererseits bezeichnet sich Nizon als „Autobiographie-Fiktionär”, also dürfte man das in “Untertauchen” Beschriebene nicht wirklich für wahr und geschehen nehmen. Doch auf jeden Fall ist in diesem Werk keine Spur von “ohne Plot auskommen”.
Bleibt die eloquente, poetische Sprache. Bis auf Widerruf meine ich nun, Nizons Sprache sei eloquent und poetisch. Manchmal bemüht er sich, ohne Plot auszukommen.
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Über Paul NIZON bei Wikipedia,
mehr von ihm bei “Eselsohren”.


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