Cotterill, Colin: Dr. Siri sieht Gespenster
Der zweite Krimi mit Dr. Siri ist amüsant, aber bei weitem nicht so überzeugend wie der erste.
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Korrumpiert
Colin Cotterill scheint vom Erfolg von „Dr. Siri und seine Toten“ unter gehörigen Druck gesetzt worden zu sein, denn der zweite Krimi mit dem humanistischen, altersweisen 72-jährigen Pathologen aus Laos wirkt etwas verkrampft geschrieben.
Dr. Siri begegnet den beängstigenden Auswirkungen des kommunistischen Regimes immer noch unbekümmert und versucht auch seinen zweiten Fall zu lösen, ob es den Machthabern nun passt oder nicht. Er vertraut dabei nach wie vor auf Träume, Ahnungen und Zugang zur Geisterwelt. Und sein Team besteht immer noch aus der überqualifizierten Dtui und dem Assistenten mit Down-Syndrom.
Für letzteren hat Cotterill diesmal wenig Verwendung, dafür löst Dtui den Fall um ein wildes Tier, das Menschen zerfleischt, beinahe im Alleingang, während sich Siri vor allem darum kümmert, dass er die Inkarnation eines mächtigen Geisterwesens ist. Währenddessen macht er nicht nur zufällig die Bekanntschaft des entmachteten laotischen Königs, sondern deckt auch die grassierende Korruption unter Beamten auf.
Das ist schon amüsant, aber nicht so überzeugend wie das erste Siri-Buch. Denn die Ingredienzien – politische Zustände, lokale Esoterik, „Pathologe wider Willen“ und sonstige originelle Figuren – sind nicht mehr wie selbstverständlich zusammengefügt, sondern jeder Bestandteil steht eher für sich.
Das ergibt einen netten Zeitvertreib mit einigen witzigen Episoden, während Cotterill in „Dr. Siri und seine Toten“ eine eigentümliche, die Phantasie der LeserInnen anregende Welt erschaffen hatte.
Von Werner Schuster
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Infos
Mehr über Colin Cotterill auf seiner Homepage,
mehr von ihm und mehr von Manhattan bei „Eselsohren“.
Aus dem Englischen von Thomas Mohr
Hardcover: Manhattan, 2009
(„Thirty Three Teeth“, 2005)
Dr. Siri sieht Gespenster bei Amazon und bei Libreka als E-Book.






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