12/05/2008von 392 Views – 0 Kommentare

Feministisches Kollektiv: Street Harassment

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Buchcover
Sachbuch (Politik)
Broschiert: Mandelbaum
(2008)
Inhalt:

Frauen überwinden Angst-Räume und bieten eine wissenschaftlich-künstlerische Annäherung an das Phänomen Street Harassment, der Belästigung von Frauen im öffentlichen Raum. (Pressetext)

Kurzkritik:

Street Harassment, also Belästigung auf der Straße, wird häufig mit sexueller Belästigung, nämlich von Männern gegenüber Frauen, gleichgesetzt. Street Harassment ist aber ein viel komplexeres Phänomen. – Ein sehr empfehlenswertes und spannendes Buch, das Raum für Diskussionen über diese alltäglichen Normierungsprozesse öffnet und Gegenstrategien entwirft.

karo gibt  ★★★★☆  (4 von 5 Eselsohren)

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Besprechung:

Von Schmierereien in der U-Bahn
bis zu beleidigenden Blicken

Street Harassment, also Belästigung auf der Straße, wird häufig mit sexueller Belästigung, nämlich von Männern gegenüber Frauen, gleichgesetzt. Street Harassment ist aber ein viel komplexeres Phänomen. Zum einen betrifft es die unterschiedlichsten Personen wie MigrantInnen, Menschen mit Behinderung, Lesben, Schwule, Frauen oder kulturelle (Rand-)Gruppen. Zum anderen existieren eine Fülle von Möglichkeiten, wie Menschen diskriminierend belästigt werden können: durch verbale Äußerungen, Blicke, Blickkontakte, Gestik, Mimik oder Zeichen und Bilder im öffentlichen Raum.

Es ist auch nicht immer die eine Gruppe von Personen, die eine andere belästigt. Die TäterInnen wechseln je nach Kontext, auch Personen die selbst Street Harassment erfahren, sind in einer anderen Situation diejenigen, die beispielsweise normative Blicke austeilen. Street Harassment ist ein Instrument, um bestehende Machtkonstellationen aufrecht zu erhalten.

(Un-)Sichtbarkeit von Lesben

Der vorliegende Sammelband trägt diesen verschiedensten Facetten von Street Harassment Rechnung. Es sind Auseinandersetzungen mit privatem versus öffentlichem Raum zu finden, eine Debatte, die bereits in der zweiten Welle der Frauenbewegung der 70er Jahre relevant wurde. Es wird kritisch hinterfragt, welche Konzepte der Raumnutzung der aktuellen Stadtplanung zugrunde liegen.

Andere Texte setzen sich mit den Strukturen der (Un-)Sichtbarkeit von Lesben oder den Ausschlussmechanismen von Transsexuellen im öffentlichen Raum auseinander. Es werden rassistische Übergriffe als solche entlarvt oder es wird der Frage nachgegangen, welche Erklärungen für sexuelle Übergriffe landläufig herangezogen werden.

Die Funktion der Belästigung

Die Beiträge beschreiben konkrete Beispiele, heben das Phänomen aber auch auf eine strukturelle Ebene, die veranschaulicht, welche Funktion Street Harassment im gesellschaftlichen Kontext hat. Ein sehr empfehlenswerter und spannender Reader, der Raum für Diskussionen über diese alltäglichen Normierungsprozesse öffnet und Gegenstrategien entwirft.

Von Karo Rumpfhuber

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Infos:

Unter www.nostreetharassment.com findet sich die Internet-Plattform des gesamten Projekts “Street Harassment” für Erfahrungsaustausch und die Dokumentation von Übergriffen.

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