23/01/2008von 457 Views – 0 Kommentare

Boehning, Larissa: Lichte Stoffe

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Buchcover
Roman
Hardcover: Eichborn, 2007
Inhalt:

(Pressetext)

Kurzkritik:

Larissa Boehning hat sich mit “Lichte Stoffe” für einen ersten Roman sehr viel vorgenommen, ihr Buch wirkt jedoch überhaupt nicht ambitioniert, sondern souverän komponiert und in einem selbstbewusst-persönlichen Tonfall geschrieben.

Werner gibt  ★★★★¼  (4,25 von 5 Eselsohren)

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Besprechung:

Was Leser/innen wirklich wollen

“Der Mara-Cassens-Preis für Larissa Boehnings ‘Lichte Stoffe’ hat mich neugierig gemacht – können Sie mir ein Rezensionsexemplar für die “Eselsohren“ schicken?”, hab ich an den Eichborn-Verlag geschrieben, und man konnte. Dieser Literaturpreis ist angeblich der einzige, der von einer Leserjury vergeben wird, und ich dachte, anhand dieses Romans könnte ich – abseits von Bestseller-Listen – erfahren, was LeserInnen wirklich wollen.

Langer Atem

Tatsächlich besteht die Jury ausschließlich aus etwa 15 Mitgliedern des Literaturhaus Hamburg e.V., die nicht im Literaturbetrieb arbeiten, sondern “sich in ihrer Freizeit leidenschaftlich mit den eingereichten Romanen auseinander setzen”, ist also wohl nicht repräsentativ, aber sie hat recht: „Larissa Boehning ist mit ,Lichte Stoffe‘ ein überzeugender erster Roman gelungen. Die spannende Suche einer jungen Frau nach einem Familiengeheimnis und den im Dunkeln liegenden Teil der eigenen Herkunft meistert die Annäherung an die Geschichte der Vorfahren ohne Bemühtheit und erhobenen Zeigefinger. Souverän, in einer ebenso anschaulichen wie originellen Sprache, nimmt sie die Leser mit zu den unterschiedlichsten Schauplätzen und Zeiten, zu skurrilen Szenen und präzisen psychologischen Beobachtungen. Mit dem langen Atem und dem klugen Konstruktionswillen der Epikerin löst Larissa Boehning die schweren Stoffe der deutschen Literatur – Identität und Schuld, den Umgang mit Beutekunst wie mit dem nicht ausschlagbaren historischen Erbe – auf in den lichten Stoff der geglückten Erzählung.“

(Manchmal ein wenig zu) originell

Und ich merke noch an, dass sich Larissa Boehning mit “Lichte Stoffe” für einen ersten Roman sehr viel vorgenommen hat (siehe “die schweren Stoffe der deutschen Literatur” im vorigen Absatz), dass ihr Buch aber nicht überambitioniert wirkt, sondern souverän komponiert und in einem selbstbewusst-persönlichen Tonfall geschrieben. Der Roman bleibt durchgehend auf hohem Niveau, schildert seine interessanten Figuren plastisch, findet stets die richtige Perspektive für die (mir manchmal ein wenig zu) originellen Szenen. Boehning fängt mit scheinbar leichter Hand viel ein an Vergangenheit und Gegenwart, verliert ihre Themen dabei nicht aus den Augen, gibt sich jedoch nie allwissend und lässt einem so genug Raum für eigene Gedanken, Gefühle und Phantasien.

Worum es geht? – Neles Großmutter wurde “von einem schwarzen Amerikaner allein mit Kind in der Trümmerwüste Berlins im Jahr 1946 zurückgelassen” (Klappentext), Neles Mutter hatte es im Nachkriegs-Deutschland nicht leicht mit ihrer Hautfarbe – und die Turnschuhdesignerin Nele macht sich auf die Suche nach ihrem Großvater anstatt sich von ihrer Firma zum “Studium des Mangels” in die Dritte Welt schicken zu lassen.

Von Werner Schuster

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Infos:

Über Larissa Boehning bei Eichborn.

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