12/07/2013von 247 Views – 0 Kommentare

Hotlist 13 – Guggenheimer: Tel Aviv

Liebe LeserInnen,

bis 18. August läuft die Abstimmung zur „Hotlist 2013“, dem Preis für Bücher aus unabhängigen Verlagen, bei dem Sie mitentscheiden können. Wir stellen nach und nach alle 30 zur Wahl stehenden Werke vor. Den Anfang macht:

Michael Guggenheimer:
„Tel Aviv – Hafuch Gadol und Warten im Mersand“
Edition Clandestin


Inhalt

Tel Aviv – Hafuch Gadol und Warten im Mersand. Die weisse Bauhausstadt am Mittelmeer ist eine Insel. Wer durch Tel Aviv flaniert, in einem der vielen Cafés sitzt, das Museum für zeitgenössische Kunst, den Bibliothekskomplex Beith Ariela oder eines der grossen Theater aufsucht, glaubt kaum, dass die pulsierende Stadt in einem Land liegt, das sich seit Jahrzehnten im Kriegszustand befindet. Breite baumbestandene Boulevards, eine lange Strandpromenade, kilometerlange Sandstrände, schöne Buchhandlungen, Künstlerquartiere, Bauten aus der ottomanischen Zeit, Wohnbauten, die renommierte Bauhausarchitekten entworfen haben, spektakuläre Hochhäuser und ein blauer Himmel prägen die Stadt, die unter einem anderen Namen erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf den Dünen nördlich der alten Stadt Jaffa gegründet wurde.

In seinen Erzählungen schildert Michael Guggenheimer Menschen, Situationen und Institutionen der Stadt, in der er aufgewachsen ist, die er als Schüler verlassen hat und die er seit einigen Jahren regelmässig aufsucht. Die Politik eines Landes, das in mehr als 60 Jahren keine Ruhe findet, überlässt er anderen Autoren. Ihn interessieren die seltsamen Aspekte des Alltagslebens dieser Stadt der vielen Sprachen, in der mehrere russische und englische Tageszeitungen erscheinen, deren Transport von Sammeltaxis geprägt wird, in deren Peripherie die Hightech Industrie floriert, in der die einzige Gay-Parade des gesamten Nahen Ostens stattfindet und deren Zufahrtsstrassen Tag für Tag so heillos verstopft sind, dass immer mehr Menschen zu spät zur Arbeit kommen. Texte, die Einblick in eine Zeitspanne von den 50er Jahren bis heute vermitteln sowie Fotos aus der Stadt, von der es heisst, sie schlafe nie, hat er in einer Anthologie versammelt. Eingestreut sind Hinweise auf besondere Lokale wie Cafés, Konzertorte, Märkte und Läden.

Tel Aviv enthält rund 50 Geschichten, dazu 20 Hinweise auf besondere Orte, die nicht eben zum Standardrepertoire eines x-beliebigen Reiseführers gehören. Die Empfehlungen reichen von einem Friedhof über ein Restaurant, das sich in einem ehemaligen Pelzgeschäft eingenistet hat, bis zur Spezialbuchhandlung oder einem Kochtipp. Dazu kommen Fotografien von Michael Guggenheimer, die oft mit einem der Texte korrespondieren oder aber für sich selber stehen. auch die Bilder zeichnen sich durch einen Blick aus, den Sie nicht unbedingt in Ihrem Merian-Reiseführer finden werden.

Leseprobe

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Der Autor

Michael Guggenheimer hat die Grundschule in Tel Aviv besucht. Nach Stationen in Amsterdam, Rugby (GB) und St.Gallen lebt er heute in Zürich, wo er als Publizist arbeitet. Er liebt Tel Aviv und die Literatur des Landes, fotografiert da regelmässig und ist immer wieder in einem der Boulevardcafés anzutreffen, wo er die Zeitung Ha’aretz liest oder eine Geschichte schreibt, die in Tel Aviv stattfindet.

Gestaltung

Kaspar Mühlemann verfügt über eine reiche Erfahrung im Bereich der visuellen Kommunikation. Die entstandenen Arbeiten im Bereich der Typograpie und der gestaltung wurden mit internationalen und nationalen Preisen und Auszeichnungen geehrt, z.B. die renommierte “Goldene Letter” der Stiftung Buchkunst, der für die künstlerische Buchgestaltung vergebene “Walter Tiemann-Preis” sowie der “Prix Paul Bonnet” für die künstlerische Einbandgestaltung.

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