04/04/2008von 386 Views – 0 Kommentare

Hustvedt, Siri: Die Leiden eines Amerikaners

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Buchcover
Roman
Aus dem Englischen von Uli Aumüller und Gertraude Krueger
Hardcover: Rowohlt, 2008
Taschnbuch: Rowohlt, 2009
(2008)
Inhalt:

Vom trügerischen Glück und der Gefährdung der Liebe Brooklyn zu Beginn des neuen Jahrtausends: Psychiater Erik Davidsen erzählt von einem bewegten Abschnitt seines Lebens. Es scheint ein «Jahr der Geheimnisse», das Jahr, in dem sein Vater stirbt und im Nachlass Briefe gefunden werden, die auf ein dramatisches Ereignis in dessen Jugend hindeuten. Das Jahr, in dem seine Schwester von einer Unbekannten verfolgt und belästigt wird. Das Jahr, in dem eine betörend schöne Jamaikanerin in Eriks Haus zieht, die jedoch etwas zu verbergen scheint … (Pressetext)

Kurzkritik:

Mit „Die Leiden eines Amerikaners“ legt Hustvedt nun ihre vierte buchfüllende Erzählung vor. Im Zentrum stehen wiederum facettenreich und lebendig beschriebene Beziehungen, mysteriöse Ereignisse geben der Geschichte Thrill und Suspense und wir kommen wiederum in den Genuss von Hustvedts sehr charakteristischem Zugang, Kunst zu beschrieben. Dennoch wirkt die Story diesmal aufgesetzter als ihre anderen Romane und verkommt zum Ende hin unnötigerweise gar zu einer Schmierenkomödie.

karo gibt  ★★★¼☆  (3,25 von 5 Eselsohren)

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Besprechung:

Aufgesetzt

Mit „Die Leiden eines Amerikaners“ legt Hustvedt nun ihre vierte buchfüllende Erzählung vor. Im Zentrum stehen wiederum facettenreich und lebendig beschriebene Beziehungen, mysteriöse Ereignisse geben der Geschichte Thrill und Suspense und wir kommen wiederum in den Genuss von Hustvedts sehr charakteristischem Zugang, Kunst zu beschrieben. Dennoch wirkt die Story diesmal aufgesetzter als ihre anderen Romane und verkommt zum Ende hin unnötigerweise gar zu einer Schmierenkomödie.

Die Autorin macht von Beginn an drei große Erzählstränge auf: der Ich-Erzähler Erik Davidsen, ein etwa 50jähriger Psychoanalytiker, findet nach dem Tod seines Vaters im Nachlass einen Brief, in dem dieser ein Schweige-Gelübde mit einer fremden Frau geschlossen hat. Er findet darüber hinaus dessen Tagebuch, macht sich mit Hilfe dieser Aufzeichnungen auf die Suche nach der Frau und hofft so, mehr über seinen Vater zu erfahren.

Einen Skandal wittern

Eriks Schwester Inga wird von einer Journalistin bedrängt, die einen Skandal um den bekannten Schriftsteller Max Blaustein, Ingas verstorbenem Ehemann, wittert. Und dann ist da noch Miranda, die neue Nachbarin von Erik, in die dieser sich umgehend verknallt. Eines Tages findet Erik Fotos vor der gemeinsamen Haustüre. Fotos, die Miranda und ihre Tochter Eggy spielend im Park zeigen.

Drehscheibe

Der Ich-Erzähler, die Drehscheibe für die verschiedenen Handlungsstränge, beobachtet die Personen um ihn herum genau, die Charaktere werden so gut und glaubwürdig beschrieben. In der gesamten Dynamik der mitunter fast etwas schwermütigen Story scheint die Autorin aber bemüht, ihre LeserInnen mit einer optimistischen Perspektive entlassen zu wollen, und das fügt sich nicht geschmeidig in den gesamten Fluss.

Sie endet mit einem Grand Finale, das aufgesetzt und unglaubwürdig wirkt. Müsste Hustvedt nicht ihrem eignem Niveau entsprechen, würden diese Faktoren nicht so schwer wiegen, aber nach ihren Erzählungen „Die Verzauberung der Lily Dahl“ oder „Was ich liebte“ ist ihr neues Buch doch etwas enttäuschend.

Von Karo Rumpfhuber

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Infos:

Siri Hustvedt wurde 1955 in Northfield, Minnesota, geboren. Sie studierte Literatur an der Columbia University und promovierte mit einer Arbeit über Charles Dickens. Sie lebt in Brooklyn und ist mit dem Schriftsteller Paul Auster verheiratet, mit dem sie eine Tochter hat. Bekannt wurde sie mit den Romanen Die unsichtbare Frau, Die Verzauberung der Lily Dahl und vor allem mit den internationalen Bestsellern Was ich liebte, Die Leiden eines Amerikaners und Die zitternde Frau.

Über Siri Hustvedt bei Wikipedia.

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