14/02/2013von 289 Views – 0 Kommentare

Shitstorm über Amazon

News- & Story-EselBörsenblatt. – „Da gibt es nur eins. Dieser Laden muss boykottiert werden“; „Schämt euch, ihr Ausbeuter“; „Sklaventreiber! Sowas im 21. Jahrhundert”“ – nach der ARD-Dokumentation über die Arbeitsbedingungen bei Amazon fegt ein Shitstorm über den Online-Händler hinweg.

BuchMarkt – In einer halbstündigen Reportage hat ARD am 13. Februar über die Arbeitsbedingungen der Leiharbeiter bei amazon.de berichtet, die insbesondere für das Weihnachtsgeschäft herangekarrt werden.

Der Bericht ist in der ARD-Mediathek zu sehen.

Die Vorwürfe, die der Film formuliert, fasst die ARD so zusammen:

– Nicht Amazon legt ihnen in Deutschland einen Vertrag vor, sondern eine Leiharbeitsfirma. Deutlich weniger Lohn als bei der Anwerbung in Spanien versprochen (-12 Prozent).

– Nach Feierabend stundenlanges Warten auf den überfüllten Bus, der sie über zig Kilometer Autobahn in ihre Unterkunft bringen soll. (Verspätungen gehen zu Lasten der Leiharbeiter und werden vom Lohn abgezogen.)

– Sie leben zu zweit auf engstem Raum in einem zu dieser Jahreszeit verlassenen Ferienpark.

– Hier führt ein Sicherheitsdienst ein Regime, das auf Einschüchterung setzt und immer wieder in die Privatsphäre der Arbeiter eindringt. Wer sich wehrt, fliegt raus.

– Leiharbeitern, die sich beschweren, wird unter offensichtlich fadenscheinigen Gründen gekündigt.

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Stellungnahme von Amazon

Mehrfach beklagten ARD-Redakteure im gestrigen Beitrag „Ausgeliefert!“, dass es weder von Amazon, noch vom Jobcenter und Subunternehmen Stellungnahmen zum Thema „Situation der Leiharbeiter“ gab. buchmarkt.de hat ebenfalls bei amazon.de nachgefragt und von der Public Relations-Chefin Christine Höger folgende Stellungnahme erhalten:

Über 7.700 festangestellte Mitarbeiter arbeiten in den deutschen Amazon-Logistikzentren, in der Weihnachtssaison stellen wir zusätzliche Amazon-Mitarbeiter saisonal befristet ein. Diese Mitarbeiter unterstützen uns, um die erhöhte Anzahl an Kundenbestellungen in Spitzenzeiten zu bewältigen. Gleichzeitig haben wir dadurch die Möglichkeit, potenzielle neue langfristige Mitarbeiter kennenzulernen und gemäß unserem zukünftigen Wachstum einzustellen. In absoluten Spitzenzeiten arbeiten wir darüber hinaus mit Zeitarbeitsfirmen zusammen.

Alle Mitarbeiter, die länger als ein Jahr in den Amazon-Logistikzentren in Deutschland arbeiten, verdienen über 10 € brutto pro Stunde; im ersten Jahr über 9,30 € brutto. Die in dem Beitrag erwähnten Mitarbeiter aus Spanien, die über eine Zeitarbeitsfirma im Logistikzentrum Bad Hersfeld beschäftigt wurden, verdienten bei einer 37,5 Stundenwoche 1.400 € brutto im Monat, in der Nachtschicht bei 32,5 Wochenstunden 1.500 Euro im Monat. Diese Beträge wurden per Vertrag auch dann bezahlt, wenn nicht die volle vertragliche Stundenzahl angefordert wurde.

Sicherheit hat oberste Priorität in unseren Logistikzentren. Wir nehmen die Sicherheit und das Wohlergehen unserer Mitarbeiter sehr ernst und überprüfen externe Dienstleister, die die Unterbringung von Saisonkräften aus anderen Regionen verantworten, regelmäßig. Wichtig ist uns hier auch die Rückmeldung unserer Mitarbeiter: Wann immer Mitarbeiter Verbesserungen im Rahmen der Arbeitsbedingungen oder der Unterbringung vorschlagen, prüfen wir dies umgehend.

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