20/09/2012von 446 Views – 0 Kommentare

Herbert Rosendorfer gestorben

Herbert Rosendorfer

Herbert Rosendorfer (Foto: Julia Andreae Rosendorfer)

(apa) – Der Schriftsteller Herbert Rosendorfer ist heute laut Medienberichten im Alter von 78 Jahren gestorben. Der ehemalige Richter veröffentlichte in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Werke, darunter Romane, Erzählungen, Theaterstücke sowie Abhandlungen zur Musik und Reiseführer. Zu seinen bekanntesten Romanen zählt „Briefe in die chinesische Vergangenheit“. Erst vor wenigen Monaten erschien Rosendorfers letzter Roman „Huturm“.

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Der Südtiroler Schriftsteller und Rechtswissenschafter Herbert Rosendorfer ist am Donnerstag nach längerer Krankheit im Alter von 78 Jahren in Bozen gestorben. Das teilte der Folio Verlag in einer Aussendung mit. Zu seinen bekanntesten Werken zählen die Romane “Der Ruinenbaumeister” und “Briefe in die chinesische Vergangenheit”.

„Ich wollte doch etwas Solides machen“

Rosendorfer wurde am 19. Februar 1934 in Bozen geboren, lebte während der ersten Jahre des Zweiten Weltkriegs in München und kehrte nach einem Aufenthalt bei seinen Großeltern in Kitzbühel 1948 dorthin zurück. Früh entdeckte er sein Faible für kreatives und kulturelles Schaffen: Nach der Matura studierte er Bühnenbildnerei an der Akademie der Bildenden Künste in München. 1954 wandte er sich dann der Jurisprudenz zu. “Ich wollte doch etwas Solides machen und habe es nie bereut”, meinte er später. 1967 wurde er Amtsrichter in München, von 1993 bis 1997 wirkte er als Richter am Oberlandesgericht in Naumburg.

Fantastischer Realismus

In seinem Romanerstling “Der Ruinenbaumeister” (1969) stellte sich Rosendorfer als Verfechter eines neuen “fantastischen Realismus” vor. Ein weiteres Beispiel für seine Ironie und Situationskomik lieferte er mit der Erzählung “Der Eiffelturm” im Sammelband “Der stillgelegte Mensch” (1970), in dem er den Abtransport des gigantischen Bauwerks von der Seine an den Olympia-Austragungsort München beschreibt.

Zeitkritischer Satiriker

Als zeitkritischer Satiriker mit einer Mischung von Witz, Gedankenanstoß, Absurd-Groteskem und Feinsinnigem zeigte sich Rosendorfer in seinem Erfolgs-Roman “Briefe in die chinesische Vergangenheit” (1983), in dem er den Chinesen Kao-Tai aus dem zehnten Jahrhundert mittels eines Zeitkompasses ins München des 20. Jahrhunderts reisen ließ. Weitere bekannte Werke Rosendorfers sind “Der Prinz von Homburg oder Der Landgraf mit dem silbernen Bein” (1978), “Eichkatzelried” (1979), “Die Frau seines Lebens” (1985) sowie “Don Ottavio erinnert sich” (1989).

Auch Maler und Komponist

Außerdem betätigte sich Rosendorfer als Maler und Komponist, seine Leidenschaft für Literatur und Musik verband er als Schöpfer von Opernlibretti. Für alle Wagner-Liebhaber verfasste er “Bayreuth für Anfänger” (1969), das er unter dem Pseudonym Vibber Togesen schrieb. 2003 veröffentlichte er den Band “Salzburg für Anfänger”, wo er unter anderem schreibt: “Salzburg ist das Bayreuth für diejenigen, die Wagner nicht mögen.” Zuletzt veröffentlichte Rosendorfer den Roman “Huturm” (2012).


Weitere Infos

Mehr über Herbert Rosendorfer bei Wikipedia.

„Zwei Mal menschenleer“ – Zur Eselsohren-Rezension von Rosendorfers „Großes Solo für Anton“

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