16/09/2012von 316 Views – 0 Kommentare

Nachlese: Kinder- und Jugendbücher

Liebe LeserInnen,

bei der Eselsohren-Nachlese sind diesmal Werke aus der Kategorie Kinder- und Jugendbücher dran:
> Masannek, Joachim: Vanessa
> Lindgren, Astrid: Ronja Räubertochter
> Slupetzky u.a.: Klo und so


Cover Masannek VanessaJoachim Masannek: Vanessa

Jugendroman
dtv
(2002)

Inhalt:


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Ein Mädchen aufnehmen? Kommt nicht in Frage! Doch Vanessa beweist den Wilden Kerlen, dass sie nicht nur mit allen Wassern gewaschen ist, sondern auch die Fußballwiese zum Qualmen bringt …

Kurzkritik:

“Vanessa“ ist der dritte Teil von Joachim Masanneks erfolgreicher “Wilde Fußballkerle“-Reihe und meine Tochter Flora hat sich den gewünscht, weil‘s da ausnahmsweise um ein Mädchen geht.

Ich hab nur den Anfang (vor-)gelesen, denn ehe ich‘s mich versah, hatte Flora das Buch ausgeschmökert (während sie für andere Bücher Wochen braucht oder diese irgendwann einmal vergisst). Ich nehme an, das geschah, weil Masannek verdammt gut schreibt und weil die Story klar und zielführend aufgebaut ist (aber dennoch ein paar feine Schnörksel aufweist). Der Autor nimmt sein Publikum ernst und serviert ihm Werke, die genauso gut vor- und ausgearbeitet sind wie welche für Erwachsene.

Also wenn Kinder nicht lesen, dann kann das auch an sie langweilenden Büchern liegen, die (im Gegensatz zu den Fußballkerlen) von oben herab und etwas schludrig verfasst sind.

Werner gibt  ★★★★½  (4,5 von 5 Eselsohren)

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– in einer Buchhandlung in Ihrer Nähe
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Cover Lindgren RonjaAstrid Lindgren: Ronja Räubertochter

Jugendroman
Übersetzt von Anna-Liese Kornitzky
Oetinger Verlag
(1981)

Inhalt:

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In einem tiefen Wald hausen zwei Räuberbanden. Auf der einen Seite Mattis’ Bande und auf der anderen Borka’s. Konkurrenten waren sie schon immer. Daran änderte auch die Tatsache nichts, dass beide eines Tages Väter wurden. Mattis bekam eine Tochter und Borka einen Sohn. Erst als es Mattis gelingt, Borkas Sohn gefangen zu nehmen spizt sich die Situation gefährlich zu. Aber kommt seine Tochter Ronja auf eine ganz ungeheuerliche Idee, die sie um ein Haar die Liebe ihres Vaters gekostet hätte …

Kurzkritik:

Auch mit diesem Spätwerk hat uns Astrid Lindgren ein wunderbares Leseabenteuer beschert, das (Elemente von) “Romeo und Julia” in eine sich wandelnde Räubergesellschaft stellt. In einer melodiösen Sprache erleben wir den ebenso aufbrausenden wie sensiblen Räuberhauptmann Mattis (Lieblings-Fluch: “Scher dich zum Donnerdrummel!”) und seine ebenso selbstbewusste wie sanfte Frau Lovis sowie die nicht nur brutale Räuberschar in einer von grausamen mythischen Wesen bewohnten Welt. Hier wächst Lovis/Mattis’ Tochter Ronja auf, die sich vor Gefahren hütet, indem sie sich ihnen aussetzt. Sie lernt Birk, den Sohn der verfeindeten Räuberbande von Borka, kennen – und noch lange nicht lieben. Aber die beiden ziehen gemeinsam in eine Grotte, als der Konflikt zwischen den beiden Banden eskaliert. Und beide wollen das Geschäft ihrer Väter nicht weiterführen, auch nicht, als sich diese – nach einem Kampf der Hauptmänner – versöhnen.

Das alles ist so elementar und liebevoll zugleich erzählt, dass einem das Herz übergeht, während man an den Figuren, die für mehr stehen, als sie – einfach und doch vielschichtig – sind, seine helle Freude hat. Mehr oder weniger sind sie alle Teil von uns, und das merken auch berührte und begeisterte Kinder und Jugendliche, denen “Ronja Räubertochter” einiges fürs Leben mitgibt.

Werner gibt  ★★★★½  (4,5 von 5 Eselsohren)
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Buchcover MaulwurfWerner Holzwarth/Wolf Erlbruch: Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat

Hammer (1989)


Buchcover KloechenAndrea Wayne von Königslöw/Stefan Slupetzky: Geschichten vom Klöchen
Kinderbuch Verlag, Tabu (1994)
Besprechung:

Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte,
wer ihm auf den Kopf gemacht hat



Wir alle wollen wissen, wer uns auf den Kopf (ge)macht (hat), selbstverständlich auch der kleine Maulwurf, der kurz einmal seinen Kopf aus der Erde gesteckt hatte, jedoch stark kurzsichtig ist und den Übeltäter nicht ausmachen kann. Also befragt er die Taube, das Pferd, das Kaninchen, die Ziege, die Kuh und das Schwein, aber keine/r von denen war’s. Sie beweisen es ihm sogar – in Worten und Werken: Ich, nein, wieso? Ich mach so.

Aber die Fliegen können dem Maulwurf helfen: Es war der Metzgerhund “Hans-Heinrich”. Und nachdem der Maulwurf diesem ebenfalls auf den Kopf gemacht hat, verschwindet er glücklich und zufrieden wieder in der Erde.

Geschichten vom Klöchen

Also Kinder haben mit dieser knapp und präzise erzählten und anschaulich gezeichneten Geschichte (von der es auch ein Musical gibt) kein Problem. Anders die Familie in den – vom Krimi-Autor Stefan Slupetzky übersetzten und illustrierten – “Geschichten vom Klöchen”, bei denen selbiges von einem Kind besetzt gehalten wird, während wir erfahren, warum Giraffen, Elefanten, Löwen, Hühner, Schlangen, Robben, Stachelschweine, Ziegen, Mäuse, Biber, Schafe und Fische nicht aufs Klo gehen können (– ein Ziegenbock zum Beispiel würde nur das ganze Klopapier auffressen und Schafe gehen überall gemeinsam hin. Sie würden gar nicht alle hineinpassen). Doch was macht ein kleiner Junge, der schon allein aufs Klo gehen kann, wenn dieses (etwa von seinem lesenden Bruder) viel zu lange okkupiert wird? Richtig: Er scheißt drauf.

Von Werner Schuster

Bestellen:

Geschichten vom Klöchen,
“Vom kleinen Maulwurf …”: Buch und Musical bei Amazon


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