23/02/2011von 828 Views – 3 Kommentare

623 Prozent Einnahmen-Steigerung

In den USA haben E-Books haben einen Marktanteil von 8,3 Prozent, im deutschsprachigen Raum von etwa einem Prozent.

Die Association of American Publishers (AAP) zieht Bilanz für das digitale Geschäft im vergangenen Jahr – und meldet einen neuen Rekord: Mit E-Books hätten US-Verlage im vergangenen Jahr 441 Millionen US-Dollar umgesetzt (ca. 322 Millionen Euro), heißt es. Das entspricht einem Plus von 164,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. E-Books haben einen Marktanteil von 8,3 Prozent erreicht – 2009 lag die Quote noch bei 3,2 Prozent.

Davon kann man im deutschsprachigen Raum nur träumen, auch wenn man davon ausgeht, dass der Umsatz mit E-Books auch in Deutschland über 350 Millionen Euro erreichen wird. Allerdings erst 2015.
Das behauptet zumindest die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers in ihrer Studie „E-Books in Deutschland – Eine neue Gutenberg-Ära?“.

E-Reader?

Dies entspräche einem Marktanteil von 6,3 Prozent. In einer für die Studie durchgeführten KonsumentInnenumfrage konnten mehr als die Hälfte der 1.000 Befragten mit dem Begriff E-Books jedoch nichts Genaues anfangen. Noch geringer sei die Bekanntheit der E-Reader. Nur ein Fünftel wusste, was mit dem Wort gemeint ist.

Gibt es derzeit nicht

In Österreich ist die Lage nicht anders. In einer Aussendung des Hauptverbands des Österreichischen Buchhandels heißt es: „Aussagekräftige Ergebnisse über Verkaufszahlen von elektronischen Lesegeräten im österreichischen Markt gibt es derzeit nicht. Dasselbe gilt für die getätigten E-Book-Downloads.“ Der Marktanteil der elektronischen Titel wird auf höchstens ein Prozent geschätzt.

Drei Euro Ersparnis

Begründung: Das Angebot an deutschsprachigen E-Books im internationalen Vergleich ist noch zu gering. Auch der hohe Preis von deutschsprachigen E-Books verhindere bislang den Markterfolg. Derzeit koste die digitale Ausgabe eines Hardcover-Bestsellers im Durchschnitt rund 15,50 Euro und damit lediglich drei Euro weniger als das gebundene Buch. Bei Taschenbuch-Bestsellern betrage der Preisvorteil des E-Books bei einem Durchschnittspreis von rund 9,20 Euro sogar nur etwa 40 Cent.

Bescheiden

In der Schweiz erreicht ein E-Book-Hit erreicht Verkäufe im „zwei-, maximal dreistelligen Bereich“, weiß András Németh von Orell Füssli. Books.ch (Orell Füssli) hat rund 18.000 Titel im Angebot, Buch.ch 17.000. Beide Läden bieten vorwiegend deutsche E-Books an und sehen ein gesundes Wachstum in diesem Geschäftssegment, wenn auch auf bescheidenem Niveau.

Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis man – wie in den USA – behaupten kann, die Einnahmen mit E-Books seien (seit 2008) um 623 Prozent gestiegen.


3 Kommentare zu "623 Prozent Einnahmen-Steigerung"

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  1. David Gray sagt:

    Sehr schöner Artikel, wenn ich auch nicht sicher bin, ob nichnt zumindest in Dtl. der Anteil der Ebooks derzeit schon über 1 % liegt. Nur etwas zur Veranschaulichuing was die Schweiz und Österreich betrifft: auf meinem Blog, über den ich meine Ebooks promote, habe ich etwa 25 % Zugriffe aus Österreich und etwa 15 aus der Schweiz. Es scheint also in beiden Nationen zumindest Interessenten für Ebooks zu geben.

  2. Nicole Pichler sagt:

    Ehrlich gesagt, habe ich auch noch lieber ein echtes Buch im Regal stehen. Aber bei den Amis versteh ich schon warum viele ein e-book haben. Die sind nicht so sesshaft wie wir und ziehen zum Teil oft um. Wo soll man dann bitte hin mit vielen Büchern.

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