10/12/2010von 637 Views – 0 Kommentare

Dolan, Harry: Böse Dinge geschehen

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Cover Dolan Boese Dinge Geschehen

  • Taschenbuch
  • Erschienen 2010 bei dtv
  • Aus dem amerikanischen Englisch von Martin Ruben Becker
  • Originalausgabe: „Bad Things Happen”, 2009


Inhalt:

David Loogan ist Redakteur bei einem amerikanischen Krimi-Magazin. Eines Tages tritt sein Boss und Freund Tom mit einer ungewöhnlichen Bitte an ihn heran: Loogan soll ihm helfen, eine Leiche zu vergraben. Loogan willigt ein. Doch als Nächstes ist der Boss selber tot. Und das ist noch lange nicht die letzte Leiche im kleinen Ann Arbor. Natürlich nimmt Loogan trotz entschiedener Warnungen seitens der zuständigen Ermittlerin selbst die Fährte auf. Während die beiden einander ständig in die Quere kommen, scheint nach und nach der gesamte Autorenstamm von Loogans Magazin das Zeitliche zu segnen. (Pressetext)

Kurzinfo:

Diesen Krimi zu lesen macht Spaß. Und ich hätte nicht gedacht, dass es sich bei „Böse Dinge geschehen“ um ein Debüt handelt.

Während sich viele seiner KollegInnen mit immer noch grauslicheren Psychothrillern zu überbieten versuchen, hat Harry Dolan einen, wenn auch unklassischen, Whodunnit vorgelegt. Der ist spannend, auch wenn es mich ab der Hälfte gar nicht mehr so rasend interessiert hat, wer den nun der/die Mörder ist/sind.

Die Frage ist ja eigentlich: wer oder was verbirgt sich hinter diesen köstlichen Figuren! Denn bis auf die PolizistInnen ist in „Böse Dinge geschehen“ niemand so, wie er oder sie auf den ersten Blick erscheint. Und sogar der dritte Blick kann trügen …

Werner gibt  ★★★★½  (4,5 von 5 Eselsohren)

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Besprechung:

Vergnügliche Kapriolen

Diesen Krimi zu lesen macht Spaß. Und ich hätte nicht gedacht, dass es sich bei „Böse Dinge geschehen“ um ein Debüt handelt.

Während sich viele seiner KollegInnen mit immer noch grauslicheren Psychothrillern zu überbieten versuchen, hat Harry Dolan einen, wenn auch unklassischen, Whodunnit vorgelegt. Der ist spannend, auch wenn es mich ab der Hälfte gar nicht mehr so rasend interessiert hat, wer den nun der/die Mörder ist/sind.

Auf den ersten Blick? – Sogar der dritte Blick kann trügen …

Die Frage ist ja eigentlich: wer oder was verbirgt sich hinter diesen köstlichen Figuren! Denn bis auf die PolizistInnen ist in „Böse Dinge geschehen“ niemand so, wie er oder sie auf den ersten Blick erscheint. Und sogar der dritte Blick kann trügen …

Da haben wir einmal den rätselhaften Protagonisten: „Der Mann, der sich David Loogan nennt, möchte niemandem bekannt vorkommen.“ Gleich am Anfang besorgt er sich eine Schaufel und „er sieht überhaupt nicht aus wie ein Mann, der losfährt, um ein Grab auszuheben“.

Er beschließt, seinen Chef nicht mehr mit dessen Frau zu betrügen

Darum hat ihn sein Chef gebeten. David ist Lektor bei der Krimi-Zeitschrift „Gray Streets“, und im Wohnzimmer seines Chefs, Tom Kristoll, liegt eine Leiche. David zögert nicht, Tom behilflich zu sein, und stößt sich auch nicht daran, dass er diesem dessen Erklärung nicht glaubt, wer der Tote ist und wie er ums Leben gekommen ist.

Nach dieser nächtlichen Aktion beschließt er sogar, Tom nicht mehr mit dessen Frau Laura zu betrügen.

Und wenig später ist Tom tot. Angeblich hat er sich aus dem Bürofenster gestürzt. Daran zweifelt nicht nur David, sondern auch die Polizei. – Und die MitarbeiterInnen der Krimi-Zeitschrift, die meisten davon – mehr oder minder erfolgreiche – SchriftstellerInnen.

Das Petrocelli-Element

Damit kommen wir zum „Petrocelli-Element“ dieses Krimis – der Anwalt aus der gleichnamigen TV-Serie hat stets aus den Fakten und Indizien einen zweiten, nicht weniger plausiblen Tathergang konstruiert als den offensichtlichen. Und diese SchriftstellerInnen liefern untereinander und im Verhör immer neue mögliche Tathergänge ab – auch für den sich bald ereignenden vermeintlichen Selbstmord eines Lektors.

Damit bereichert Dolan das Verwirrspiel um immer mehr mögliche Lösungen, sodass selbst die geübtesten KrimileserInnen bald nicht mehr wissen werden, wo ihnen der Kopf steht.

Pointierte Dialoge auch noch

Aber sie werden lachen dabei. Denn abgesehen davon, dass die vielen Verdächtigen und ErmittlerInnen als sehr glaubhafte Charaktere dargestellt werden, erweist sich Dolan auch in seinem Debüt schon als Meister des pointierten Dialogs.

Sie (die Polizistin Elizabeth Waishkery; Anm.) griff nach ihrer Handtasche und holte einen Kuli und einen Notizblock heraus.
„Das ist ein ungewöhnlicher Name“, sagte sie. „Loogan.“
„Ja.“, sagte er.
„Kling holländisch.“
„Das könnte sehr gut der Fall sein.“
„Die Leute, mit denen ich gesprochen habe“, sagte sie, „scheinen sehr wenig über Sie zu wissen.“
„Wirklich?“
„Zum Beispiel Sandy Vogel. die Sekretärin bei Gray Streets. Sie sagte, Sie wären ein vollkommen unbeschriebenes Blatt.“
„Ich habe mich wohl nicht so um den Kontakt zu Sandy bemüht, wie ich sollte.“

Kurz gesagt: An diesem Krimi stimmt alles. Selbst die sehr verzwickten Fälle inmitten eines Kapriolen schlagenden Plots.

Von Werner Schuster

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Infos:

Leseprobe

Harry Dolan, geboren in Rome, New York, studierte Philosophie an der Colgate University und der University of North Carolina und arbeitete mehrere Jahre als freier Redakteur. Er lebt heute in Ann Arbor, Michigan.

Mehr über Harry Dolan bei www.harrydolan.com (und über Petrocelli bei Wikipedia).

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