11/10/2009von 589 Views – 2 Kommentare

Lob des Hörbuchs

Zugegeben: Was Hörbücher anbelangt, habe (resp. hatte) ich so meine Vorurteile:

Weil lesen kann ich selbst! In meinem Tempo, mit meinen inneren Stimmen. (Aha: Herr Schuster hört Stimmen!)

Doch manchmal ereignen sich „rätselhafte Unglücke“: Flora hat sich eine Gehirnerschütterung zugezogen (beim Rugby im Pausenhof), mit Gedächtnislücke und Spitalsaufenthalt und einem Monat kein Turnen und einer Woche keine Schule.

Try This

Sie soll nicht: Fernsehen, Computer bedienen und lesen. Und was soll sie, bitte schön, machen? Den ganzen Tag mit geschlossenen Augen Pink hören, während ich mich im Nebenzimmer beim Arbeiten nicht konzentrieren kann, dafür „Missundaztood“, „Try This“ und „I‘m Not Dead“ schon besser kenne als „Fear of Music“ (siehe hier)?!?

Da hat Papa eine Eingebung und geht rasch in sein Lieblingslokal, d.i. eine Buchhandlung, muss dort sowieso hin, weil er seiner Schwester etwas schenken will (und – zur Freude aller, hoffentlich – am liebsten Bücher schenkt), schaut sich also um nach Jugend-Hörbüchern, d.h. nach einem bestimmten, denn Flora hat ihm „Harry Potter und der Halbblutprinz“ nahegelegt, weil „die (Potterbücher; Anm.) sind zu dick zum Lesen“.

22 CDs!

22 CDs! Ca. 1.346 Minuten! Und: Sind die 30 Euro gut angelegt?

Sie sind: Am ersten (Nachmit-)Tag hat Flora schon beinahe drei CDs abgehört und meint, „das ist wie lesen“. Wenn ich vorbeigehe, höre ich – Stimmen, welche ständig die Namen Voldemort und Dumbledore sprechen; am liebsten würde ich mich ja dazusetzen, aber, um ein weiteres falsches Vorurteil endlich aus der Welt zu schaffen: Freiberufler arbeiten wirklich! Und weil sie ihr Geld nicht für ihre Anwesenheit bekommen, sondern für ihre Leistungen, müssen sie diese Leistungen auch unmittelbarer erbringen als die Angestellten mit ihren Pflegetagen, die sie sich nicht nehmen können, weil gerade so viel zu tun ist. Und Ihr Mann ist ja eh selbstständig, Frau Schuster.

Bei uns in Hogwarts

Wo war ich stehengeblieben? Im Wohnzimmer, das sich in ein Hogwarts verwandelt hat, in welchem sich – so Wikipedia – „rätselhafte Unglücke ereignen“.

Im wirklichen Leben sind viele Unglücke dann doch nicht so groß, wie sie anfangs scheinen. Flora geht‘s schon besser, sie hat eine ihrem Zustand adäquate Beschäftigung und wird sich ab sofort dicke Bücher nicht nur von mir (siehe hier), sondern auch von Profis vorlesen lassen.

Und ich könnte endlich arbeiten. Dass ich statt dessen das hier schreibe, ist ja wohl eine ganz andere Geschichte.

Hoerbuchcover Harry Potter 6

Von Werner Schuster


Über Harry Potter bei Wikipedia.

„Harry Potter und der Halbblutprinz“ ist als Hörbuch erschienen bei Dhv und ist
erhältlich bei amazon.de // buecher.de // buch24.de // libri.de.

2 Kommentare zu "Lob des Hörbuchs"

Trackback | Kommentar RSS Feed

  1. andrea sagt:

    Seit ich bei der Hausarbeit Bücher hören kann, mach ich den Aufwasch freiwillig und koch richtiges Essen.

  2. Was soll sich sagen … ich liebe Hörbücher und das nicht zuletzt weil sie die Bibi Blocksberg Kasetten für Erwachsene des 21. Jahrhunderts sind 😉

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