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Tallis, Frank: Wiener Blut
Der zweite Teil von Frank Tallis' Liebermann-Trilogie hat mich weniger begeistert als der erste. … weiterlesen
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Irving, John: Garp und wie er die Welt sah
Warnung! Tragikomische Unfälle! – Dieser Hinweis sollte auf dem Buchrücken aufgedruckt sein.
Schmitt, Éric-Emmanuel: Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran
Solche Märchen für Erwachsene schreiben sonst eher die Amerikaner, aber auch der Franzose Eric-Emmanuel Schmitt hat diesen naiven Alles-ist-gut-Stil drauf, in dem man sich wohlig räkeln kann wie in einer Badewanne im Winter.
„Seejungfrauen besitzen angeblich ein kaltes Herz, das sichert ihnen die Freiheit, wo sie sich doch an nichts und niemanden binden. Das Wasser ist ihnen Himmel und Haut, vermutlich auch ihr letzter Hoffnungsschimmer. Ich selbst hoffe gar nichts mehr, ich weiß, wo die guten Gedanken enden und auch jene, die es hätten werden können.“
Klinger, Christian: Tote Augen lügen nicht
Endlich mal ein ganz normaler, gut gebauter Krimi aus Österreich.
Man kann „Süden“ nicht „verschlingen“ wie die meisten Krimis oder Thriller. In diesen Krimis und Thrillern sind normale Menschen in der Regel eindimensionale Nebenfiguren. In „Süden“ – und das ist für mich eine zentrale Qualität – kommen eigentlich nur so genannten normale Menschen vor und haben so viel Tiefgang und ähnliche Probleme wie wir alle.
Salcher, Andreas: Der verletzte Mensch
Man könnte die Frage stellen, ob sich Salcher mit seinem Vorhaben, Ursachen und Auswirkungen von seelischen Verletzungen auf knapp 300 Seiten relativ umfassend zu beschreiben und auch gleich Verbesserungs- und Lösungsmöglichkeiten mitzuliefern, nicht doch ein wenig übernommen habe. Hat er nicht, sondern ein überzeugendes und potenziell hilfreiches Buch geschrieben, in nüchternem Tonfall und mit großem Herzen.
Zeh, Juli: Alles auf dem Rasen #1
Ja, das geht uns Österreichern ab, diese Mischung aus unüberheblich präsentierter Sachlichkeit und selbstbewusst dargebotener Meinung, wie das etwa Juli Zeh in ihren Essays handhabt.
Es gibt ja vor allem für Kinder so viele unangenehm engagierte Produkte, bei denen sogar mir das Beiwort “Gutmenschen-” einfällt (wie etwa ein Umwelt-Würfelspiel, wo man wegen “mit Laub Winterquartier für Igel schaffen” um sieben Felder vorrücken darf, aber wegen “zuviel Kunstdünger auf den Feldern” Zweimal aussetzen muss) und angesichts derer man Mira Lobes “Die Geggis” gar nicht hoch genug loben kann.
Nöstlinger: Friederike & Mai: Ritterburg
Sagt man sich nach der “Klassenfahrt” vielleicht, “ich sollte gut und nett sein und überdies Frauen respektieren”, so fallen einem bei “Friederike” einerseits ganz nebenbei viele persönliche Bilder und Sätze ein, die mit dem Thema “Außenseiter” zu tun haben, und andererseits möchte man doch selbst rote Haare haben, wenn man damit fliegen könnte. Vor allen bösen Menschen und Umständen einfach wegfliegen.
„Vor Zeiten, als die Menschen beim Küssen noch die Augen offen hielten, zum Leuchten nur Glühwürmchen und Pechfackeln hatten … – vor eintausenddreihundertdreizehn Jahren also lebten in einem Land, dessen Name mir entfallen ist, das Volk der Goten. Alle Männer hatten Bärte – die Jäger und der Hofdichter, der Graf und der Herzog. Doch ihr König, der Wamba hieß, besaß von allen den längsten Bart.“
Miriam Pharo hat Fantasie (jede Menge) und Visionen, sie sprudelt förmlich über, was die vielen Details der Welt von morgen betrifft. Sie spart in „Präludium“ nicht mit ökologischen Seitenhieben (gefällt mir sehr gut), hat die Geschichte in ein klassisch-musikalisches Ambiente eingebettet und scheut auch nicht dafür zurück, ihren Protagonisten ein derbes Wort in den Mund zu legen, wenn die Situation es erfordert. Mit ihrem Spannungsaufbau konnte ich mich allerdings kaum anfreunden.
Am 8. Juni ist der große Lyriker Peter Rühmkorf gestorben. Nachlässe gibt es zur Zeit allerorts zu lesen (etwa in der FAZ, in der taz und in der Süddeutschen). Ich möchte an ihn mit einem seiner Gedichte erinnren: Elegie Gruß aus Köln – die bleiche Trauerkarte, die am Rand noch grad die Fassung wahrt, würde- […]
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