27/03/2012von 569 Views – 1 Kommentar

Auch neu im März (2)

Liebe LeserInnen,

die Zeit reicht einfach nicht für alle vielversprechenden Neuerscheinungen.

Im März hätten wir gerne gelesen (Teil Eins siehe hier):


BuchcoverHeike Bachelier: Ein ganz normaler Feind

Das Leben des Peter Wulkau in den Akten der Stasi
Sachbuch
Hardcover
416 Seiten
Droemer

Inhalt: Peter Wulkau war ein Student mit eigenem Kopf, als er ins Visier der Stasi gerät. 38 Freunde, Bekannte und Kollegen haben über ihn berichtet. Er konnte über mehr als ein Jahrzehnt hinweg keinen Schritt machen, ohne dass das nebensächlichste Detail über ihn notiert wurde – ob er ordentlich gekleidet war, wen er traf und wann er ein Glas Bier trank. Die gesammelten Berichte, Briefe, Gesprächsnotizen und Verhörprotokolle umfassen knapp 18.000 Seiten und schildern auf eindringliche Weise, wie das Leben im Schatten der Stasi wirklich war.

Die Autorin: Heike Bachelier arbeitet als Regisseurin und Autorin in Deutschland und Großbritannien. Sie produzierte Dokumentarfilme für ZDF, WDR und arte. 2010 realisierte sie den Dokumentarfilm Feindberührung, der die Begegnung Peter Wulkaus mit einem ehemaligen Freund zeigt, der der Stasi gegenüber ausführlich über ihn berichtete.

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BuchcoverLukas Meschik: Luzidin oder Die Stille

Prosa
Hardcover
600 Seiten
Jung und Jung

Inhalt: Justus Geheimnis, Angestellter einer Firma, die technische Geräte erzeugt, und zuständig für die eben aus der Schweiz importierte Kreismaschine, wird von einem seltsamen Dröhnen verfolgt. Ladislaus Kampf, Toilettentester und Waschraumexperte, entflieht dem trostlosen Alltag, indem er die Einführung in die Feindeswissenschaft voranbringt. Wien höchstpersönlich gewinnt einen Boxkampf gegen Berlin und wird als nächstes gegen Gott in den Ring steigen. Und dann ist da noch eine Gruppe literarisch Unentwegter, die den Versuch unternimmt, diesen ganzen Wahnsinn zu dokumentieren, ein alles verschlingendes Überbuch zu schreiben, ein wucherndes poetisches Ding.

Der Autor: Lukas Meschik, geboren 1988 in Wien, wo er auch lebt.

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BuchcoverRenée Wiener: Von Anfang an Rebellin

Erinnerungen
Hardcover
270 Seiten
Picus

Inhalt: Warten, bis die Häscher kommen, oder untertauchen und Widerstand leisten? Diese Frage stellte sich auch Reneé Wiener, als sie mit ihrer Familie in Südfrankreich in die Falle der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik geraten war. »Man konnte nicht lange überlegen«, alles musste sehr schnell gehen. Sie war noch keine zwanzig Jahre alt, jüdisch-orthodox und schloss sich dem zionistischen Widerstand an. Reneé Wiener war unter anderem an Aktionen gegen Denunzianten beteiligt, transportierte Waffen und versuchte, Kinder von bedrohten Familien in Sicherheit zu bringen. Dafür erhielt sie 2010 den höchsten Verdienstorden Frankreichs.

Die Autorin: Renée Wiener, 1924 in Wien geboren, flüchtete mit ihrer Familie 1938 nach Belgien und Frankreich. Dort schloss sie sich bald einer Widerstandsgruppe an und kam später in die Résistance. Zahllose jüdische Kinder haben ihr ihr Leben zu verdanken. Nach dem Zweiten Weltkrieg wanderte sie in die USA aus, wo sie ihren zweiten Ehemann kennenlernte. Renée Wiener wurde 2010 mit dem Titel „Madame le Commandeur“, einer der höchsten Ehrungen des französischen Staates, ausgezeichnet. Sie lebt in Great Neck, New York.

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BuchcoverAdam Ross: Ladies & Gentlemen

Erzählungen
Hardcover
240 Seiten
Übersetzt von Eva Bonné
Piper

Inhalt: „Ein herausragendes Buch! Es ist voller ungewöhnlicher Figuren, deren Leben von Vergangenem erfüllt und von Gegenwärtigem gesprengt wird – großartig geschrieben, packend und unvergesslich.“ (Tom Rachman)

Der Autor: Adam Ross, geboren in New York, lebt in Nashville, Tennessee. Nach zahlreichen Erzählungen in literarischen Zeitschriften ist „Mister Peanut“ sein erster Roman, der zur Zeit in alle großen Sprachen übersetzt wird und in den USA hymnisch gefeiert wurde. Adam Ross ist verheiratet und hat zwei Töchter.

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BuchcoverJavier Sebastían: Der Radfahrer von Tschernobyl

Roman
Hardcover
224 Seiten
Wagenbach

Inhalt: Alle vier Jahre tagt in Paris die Internationale Generalkonferenz für Maß und Gewicht. Doch für den spanischen Delegierten und namenlosen Erzähler dieses außergewöhnlichen Romans nimmt die Konferenz eine unvorhersehbare Wendung: Den Standardkilostein als Eichmaß im Gepäck, wird er in einem Fastfood- Restaurant Zeuge davon, wie ein alter Mann ausgesetzt wird. Mehr oder weniger unfreiwillig nimmt er sich des Fremden an, auf dessen Unterarm eine geheimnisvolle Tätowierung in kyrillischen Buchstaben prangt.

Die Autorin: Javier Sebastián, geboren 1962 in Saragossa, verbindet in allen seinen Büchern Fiktion und sorgfältig recherchierte Fakten. In Spanien liegen von ihm bereits fünf Romane und mehrere Erzählbände vor. Mit „Der Radfahrer von Tschernobyl“ wird er erstmals auf Deutsch vorgestellt.

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1 Kommentar zu "Auch neu im März (2)"

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  1. Beatrix Alfs sagt:

    Der Roman zeichnet das Leben des Prof. Wassili Nesterenko nach, der von allen nur noch der Radfahrer von Tschernobyl genannt wird. Er hat sein Leben aufs Spiel gesetzt, indem er sich der Strahlung nach dem Reaktorunglück ausgesetzt hat, um den Kindern zu helfen. Der Autor hat gute Recherchen betrieben, denn der Roman basiert größtenteils auf Realitäten. Wenn man auch schon glaubt, alles über die Folgen der Strahlung zu wissen, so ist es doch ein sehr interessantes und informatives Buch.

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