12/06/2007von 496 Views – 0 Kommentare

Joyce, James: Ulysses

KurzkritikWas meinen Sie?Infos

Cover Ulysses von JoyceRoman
Übersetzt von Hans Wollschläger
Suhrkamp
Inhalt:

Der 16. Juni 1904 war ein ganz gewöhnlicher Tag, und dennoch ist er in die Geschichte der Weltliteratur eingegangen. An diesem Tag von acht Uhr früh bis drei Uhr morgens erlebt Leopold Bloom die Großstadt Dublin, und der Leser lernt mit ihm seine Handlungen, Begegnungen und Gedanken kennen. (Pressetext)

Kurzkritik:

Dass am “Ulysses” schon viele gescheitert sind, liegt vielleicht daran, dass dieses Werk als mindestens schwierig gilt. Auch ich hatte nach dem dritten Anlauf aufgegeben. Doch dann meinte ein Bekannter, ich sollte doch versuchen, dem “Ulysses” den Nimbus zu nehmen; denn er habe sich über dieses Buch köstlich unterhalten.

Worüber? Joyce beschreibt in 18 Episoden einen einzigen Tag im Leben des Anzeigenakquisiteurs Leopold Bloom in Dublin (– der 16. Juni wird vielerorts “Bloomsday” begangen). Er orientiert sich dabei an Homers “Odysseus”, und man wird immer wieder lesen, dass er von der Technik des inneren Monologs ausgiebig Gebrauch macht.

Pickel kratzen

Außerdem verwendet Joyce unterschiedliche Stilmittel – das siebente Kapitel ist etwa in Form kurzer Zeitungsartikel verfasst, das 15. als Drama und das vorletzte Kapitel als Frage-Antwort-“Spiel”. Das ist an sich kurzweilig (sofern man das bei einem 1000-Seiten-Buch sagen darf) und orientiert sich nicht unbedingt an Themen, die man um 1920 in der hohen Literatur zu finden pflegte.

Und natürlich kann man auch ein Werk ablehnen, dem sich (fast) alle anderen auf Knien nähern. Virginia Woolf etwa hat den “Ulysses” als die Arbeit eines überempfindlichen Studenten, der sich seine Pickel kratzt bewertet. Mein Bekannter fand ihn, wie gesagt, äußerst unterhaltsam. Er hat sich im Sommer in die Hängematte gelegt und den “Ulysses” wie einen Comic gelesen. Das geht natürlich auch.

Werner gibt  ★★★★★  (5 von 5 Eselsohren)

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Infos:

Über „Ulysses“ bei Wikipedia.

James Joyce wurde am 2. Februar 1882 in Dublin geboren, wo er in schwierigen und ärmlichen Familienverhältnissen aufwuchs. Joyce studierte am University College von Dublin moderne Sprachen, u.a. Englisch, Französisch und Italienisch. 1902 ging er nach Paris, um ein Medizinstudium zu beginnen. Er wandte sich dort aber dem Schreiben zu und führte einen ausschweifenden Lebensstil. 1903 kehrte er nach Dublin zurück, konnte dort jedoch nicht Fuß fassen. Mit seiner Geliebten und späteren Ehefrau Nora Barnacle siedelte er 1904 auf den Kontinent über und lebte hauptsächlich in Triest. Er schrieb Kurzgeschichten und überarbeitete seinen ersten Roman Stephen Hero, der später als A Portrait of the Artist as a Young Man (Porträt des Künstlers als junger Mann) veröffentlicht wurde. 1914 erschien Joyces erste Kurzgeschichtensammlung Dubliners. Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges zog er mit seiner Familie nach Zürich, wo sein bekanntestes Werk Ulysses entstand. Der Roman wurde 1918-1920 in Auszügen in der amerikanischen Zeitschrift »The Little Review« abgedruckt; 1921 wurde er wegen obszöner Inhalte verboten. 1922 erschien Ulysses schließlich in (zensierter) Buchform in der Pariser Buchhandlung »Shakespeare and Company«. 1920 zog Joyce auf Einladung seines Freundes Ezra Pound nach Paris, wo er bis zu Frankreichs Besetzung im Zweiten Weltkrieg lebte. Dort entstand sein letzter Roman Finnegan’s Wake (Finnegans Totenwache), der 1939 veröffentlicht wurde. James Joyce starb am 13. Januar 1941 in Zürich.

Über James Joyce Wikipedia.

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