John le Carré: Die Libelle
Übersetzt von Werner Peterich
List, Kiepenheuer & Witsch, Heyne
Am zweiten Ich zerbrechen
Du glaubst, du kannst ein Buch abhaken, wenn du es einmal gelesen hast? Aber wann hast du es wie gelesen? Woran wirst du dich in 20 Jahren erinnern? An ein paar Details, die dir dann unwichtig vorkommen? Was bleibt von all dem Kultur-Konsum: ein paar “falsche” Erinnerungen?
Jedenfalls ist Le Carrés „Die Libelle“ auch beim zweiten Mal mehr als ein spannender Agententhriller: Eine Schauspielerin wird vom israelischen Geheimdienst eingespannt, um eine palästinensische Terrorzelle auszuheben. Fesselnd, wie sie angeworben wird und wie an ihrer falschen Identität gearbeitet wird. Erschütternd, wie sie mit diesem zweiten Ich dann lebt und daran zerbricht.
Das Ende ist gewiss nicht happy und vielleicht auch enttäuschend – aber wie sollte man dieses todernste Spiel um Identität anders auflösen als offen?
“Komponiert” und geschrieben ist der über 20 Jahre alte Thriller atemberaubend gut. Ich werde mir “Die Libelle” sicher irgendwann auch ein drittes Mal zu Gemüte führen.
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Über John le CARRÉ bei Wikipedia,
mehr von KIWI und mehr von List bei “Eselsohren”.


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