08/09/2010von 732 Views – 0 Kommentare

Schirach, Ferdinand von: Schuld

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Buchcover

  • Hardcover, Audiobook
  • Erschienen 2010 bei Piper


Inhalt:

Der Erzählungsband „Verbrechen“ von Ferdinand von Schirach hat die Leser im deutschsprachigen Raum begeistert und bewegt. Nun legt der als die literarische Entdeckung des Jahres 2009 gefeierte Autor und Strafverteidiger einen neuen Band Geschichten vor. Z. B.: Ein Mann bekommt zu Weihnachten statt Gefängnis neue Zähne; ein Junge wird im Namen der Illuminaten fast zu Tode gefoltert; die neun Biedermänner einer Blaskapelle zerstören das Leben eines Mädchens und keiner von ihnen muss dafür büßen. (Pressetext)

Kurzkritik:

Ich bin nicht süchtig nach Schirach-Stories, ich doch nicht.

Eva gibt  ★★★★½  (4,5 von 5 Eselsohren)

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Besprechung:

Achtung, Droge!

Der Anwalt und Strafverteidiger Ferdinand von Schirach hat ein neues Buch voller unglaublicher, berührender Kurzgeschichten veröffentlicht: „Schuld“ steht in Qualität, Stil und Anspruch dem ersten Band in nichts nach, es lässt sich aber auch nichts Neues hinzufügen; deshalb verweise ich hier auf meine Besprechung von „Verbrechen“, Schirachs erstem Buch.

„Es lässt sich nichts Neues hinzufügen“ stimmt so nicht, denn die 15 Stories sind natürlich „neu“ und außergewöhnlich, und zutiefst menschlich und wahr sind sie obendrein. Da ich mich aber in meiner Begeisterung nicht wiederholen will, sei nur eine von den Kurzgeschichten herausgegriffen, die mich besonders angesprochen hat.

Diese Pillen machen Frauen „willig“

In der Geschichte „Der Schlüssel“ geht es um Drogenhandel. Frank und Atris wollen schnell viel Geld mit Pillen aus der Ukraine machen, obwohl sie auch Waffen, Panzer, sogar Viren verkaufen könnten. Diese Pillen machen Frauen „willig“ – ein gutes Geschäft für Berlin, wie ihnen scheint.

Atris, den alle für dumm halten, wartet auf Frank, der die Designerdroge aus Amsterdam holt, und muss währenddessen auf Franks Maserati und die Dogge „Buddy“ aufpassen – und auf einen Schließfachschlüssel. Atris bewundert Frank, der eine teure Wohnung, eine interessante Freundin und ein tolles Auto besitzt und ihm in der Schulzeit geholfen hat, sich gegen die Quälereien und Prügel der Klassenkameraden zu wehren.

Diesmal wird nichts schief gehen

Er nimmt seine Aufgabe also sehr genau: Schlüssel, Maserati, Buddy. Diesmal wird nichts schief gehen – bis der Hund den Schlüssel zum Schließfach verschluckt. Was dann passiert, klingt so absurd, dass ich beim Lesen nicht aufhören konnte, ungläubig den Kopf zu schütteln: Wie kommt der Schlüssel wieder aus dem Hund heraus? Was passiert mit dem Maserati? Schafft es Frank mit den Drogen nach Berlin? Was lassen sich die Russen einfallen, um an ihr Geld zu kommen? Wie dumm ist Atris wirklich?

Atris hat diese unglaubliche Geschichte seinem Anwalt Schirach erzählt. Sie ist grausam, amüsant und surreal zugleich. Wie die anderen Stories in diesem Buch.

Von Eva Schuster

P.S. Machen Sie es nicht wie ich: Genießen Sie die einzelnen Stories und schlingen Sie nicht. Das werde ich beim nächsten Band auch tun; versprochen! Denn ich bin nicht süchtig, ich doch nicht.

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Infos:

Mehr über Ferdinand von Schirach bei Wikipedia.

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