02/11/2009von 597 Views – 0 Kommentare

Klinger, Christian: Tote Augen lügen nicht

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Buchcover Tote Augen lügen nicht
Krimi
Erschienen 2008 als Taschenbuch bei Echomedia
Inhalt:

Der ehemalige Chefinspektor der Wiener Polizei Alfons Seidenbast ist der Versuchung erlegen und hat sich mit der sichergestellten Beute aus einem Raubüberfall ins Ausland abgesetzt. Dort hat er sich mittlerweile eine neue Existenz aufgebaut und seine Identität geändert. Doch die Vergangenheit lässt ihn nicht zur Ruhe kommen. Getrieben von Schuld und Angst, will er einen Schlussstrich ziehen und sich seiner Verantwortung stellen. Doch seine Rückkehr nach Wien wird von turbulenten Ereignissen überschattet, die ein neues Licht auf einen alten Fall werfen. (Pressetext)

Kurzkritik:

Endlich mal ein ganz normal geschriebener, gut gebauter Krimi aus Österreich.

Werner gibt  ★★★★☆  (4 von 5 Eselsohren)

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schlechthalbwegsmittelgutsehr gut – 6 Leser/in/nen geben Ø 4,33 von 5 Punkten
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Besprechung:

Endlich ein Mordfall

Ich persönlich frag mich ja, was die Leute an gekünstelten Krimis finden. Krimis also, deren AutorInnen mehr Wert auf originelle Sprache legen als auf gut gebaute Fälle.

Und so bevorzuge ich zum Beispiel einen Krimi wie diesen. Christian Klinger beschreibt einen Wiener Polizisten namens Seidenbast, der endlich einen Mordfall aufklären könnte. Aber weil dieser wirtschaftspolitische Hintergründe hat, wird er von seinem Vorgesetzten daran gehindert, obwohl er die richtige Ahnung hat und die richtige Spur verfolgt.

Aus Frustration klaut er Diebesbeute und setzt sich damit ins Ausland ab. Aber weil ihn die Gespenster der Vergangenheit bis nach Panama verfolgen, kehrt er zurück, um sich zu stellen.

Wienerisch für Fortgeschrittene

Klinger schreibt in einer klaren Sprache, deren einziges Manko vielleicht die Wienerischen Dialoge sind, welche den LeserInnenkreis einschränken. Der Krimi ist stilistisch ein bisschen disparat, fängt filmisch an und wird dann romanhafter, – aber er wird nie absurd, forciert witzig oder Slapstick-artig, wie es die meisten heftig gekauften Krimis aus Österreich zur Zeit sind.

Und wir haben hier eine handfeste Handlung, die Überraschungen birgt, aber keine Kapriolen schlägt. Einzig gegen Ende schlägt mir Prinz Zufall störend und eigentlich unvorbereitet zu. Wie und warum, darf man nicht verraten, und es stört auch nur ein bisschen.

Denn ansonsten haben wir es mit glaubwürdigen, realistisch anmutenden Personen zu tun, allen voran Seidenbast, ein melancholischer Antiheld, der anfangs noch bei seiner Mutter wohnt und bei Frauen nicht wirklich landet.

Wien für Kenner

Ach ja: In einer Wohnung wird eine mumifizierte Leiche gefunden, ein Bauarbeiter, der für Firmen gearbeitet hat, die alle rasch in Konkurs gegangen sind. Den Hintergrund bilden nicht nur korrupte Baufirmen, sondern auch ein (rechtspopulistischer) Politiker.

Schauplatz ist Wien für Bewohner und Kenner. Wien, wie es wirklich ist, so wie sich der Kriminalfall tatsächlich hätte ereignen können.

Von Werner Schuster

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Infos:

Christian Klinger, geboren 1966 in Wien, verheiratet, zwei Kinder, von Beruf Jurist, seit 2001 schriftstellerisch tätig. Zuvor Bassist mehrerer Bands. Luitpold-Stern-Förderungspreis 2005.

Über Christian Klinger bei krimiautoren.at.

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