BEIGEWUM: Mythen der Ökonomie

21. Nov. 2007 | von | aus Politik, Geschichte, Ratgeber, Sachbücher, Wirtschaft
 

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Buchcover
Sachbuch
VSA
(2005)
Inhalt:

Die AutorInnen liefern ein kompaktes Nachschlagewerk und ein Argumentarium für ökonomiekritische Debatten in beinahe jeder Lage: Kneipe, Talkshow, Bundestag etc. Ihre Themen reichen von “Die Überalterung macht den Wohlfahrtsstaat unfinanzierbar” bis “Börse dominiert die Wirtschaft”, von “Private Pensionsvorsorge ist besser” über “Regulierungen schaden der Wirtschaft” bis “Nur Fleiß und Leistung machen ein Land reich”. (Pressetext)

Kurzkritik:

Mit den “Mythen der Ökonomie – Anleitung zur geistigen Selbstverteidigung in Wirtschaftsfragen” wollte BEIGEWUM ein „kompaktes Nachschlagewerk und Argumentationshilfen für ökonomie-kritische Debatten“ liefern. Das ist ihnen gelungen.

Werner gibt  ★★★★☆   (4 von 5 Eselsohren)

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Besprechung:

Aus eigener Kraft

BEIGEWUM (Beirat für gesellschafts-, wirtschafts- und umweltpolitische Alternativen) ist ein Verein von österreichischen SozialwissenschafterInnen aus unterschiedlichen Disziplinen, der das Ziel verfolgt, Ergebnisse kritischer Forschungstätigkeit in die laufende politische Debatte einzubringen. Mit den “Mythen der Ökonomie – Anleitung zur geistigen Selbstverteidigung in Wirtschaftsfragen” wollten sie ein “kompaktes Nachschlagewerk und Argumentationshilfen für ökonomie-kritische Debatten” liefern.

Das ist ihnen gelungen. Auf ziemlich verständliche Art und Weise gehen sie Staatsmythen (wie “Staatsverschuldung ist schlecht” oder “Der beste Weg zur Entwicklung ist Freihandel”), Arbeitsmythen (“Die Osterweiterung der EU bedroht unsere Arbeitsplätze” oder “Wirtschaftswunder und Wiederaufbau haben wir aus eigener Kraft geschafft”), Unternehmensmythen (“‘Small is beautiful’ statt Großkonzerne”) und Gesellschaftsmythen (“Private Altersvorsorge ist sicherer als die staatliche Rente”) nach und verfallen nun nicht in den Fehler, diesen Slogans bloß andere entgegenzusetzen.

Stammtisch-Hoheit

Dieses Buch sichert den LeserInnen nicht augenblicklich die so genannte “Stammtisch-Hoheit”. Man muss schon mitdenken, wird ab und zu die Anmerkungen oder das Glossar zu Rate ziehen und wird nicht auf die Schnelle Exptertin oder Experte. Aber man wird hellhöriger auf angebliche “ewige Wahrheiten” und ist nicht mehr so leicht der Ansicht, von der Wirtschaft ohnedies nie etwas verstehen zu können. Denn die BEIGEWUM-Menschen zeigen, dass die der Ökonomie “zugrunde liegenden Überlegungen und Argumente meist durchaus allgemein verständlich” sind.

Mythos “Wirtschaftswunder aus eigener Kraft”

Um es – wohl entgegen die Intentionen der AutorInnen – etwas verkürzt darzustellen: Was zum Beispiel das “Wirtschaftswunder aus eigener Kraft” angeht, so “profitierte die wirtschaftliche Nachkriegsentwicklung in Westdeutschland und Österreich wsentlich von den unter beträchtlichem Einsatz von Zwangsarbeit errichteten Industriefundamenten der NS-Zeit als auch von der Nachkriegsordnung mit ihrem US-Finanzhilfeprogramm und dem dadurch ermöglichten Wachstum der westlichen Industriestaaten, das auf Exporten und Investitionen basierte”. – Ausführlicher nachzulesen in den “Mythen der Ökonomie”.

Von Werner Schuster

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Infos:

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