15/10/2009von 433 Views – 0 Kommentare

Howe, Katherine: Das Hexenbuch von Salem

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Buchcover Hexenbuch von Salem
Thriller
Erschienen 2009 bei Page & Turner,
2011 als Taschenbuch bei Goldmann
Aus dem Amerikanischen von Judith Schwaab
Originalausgabe: „The Physick Book of Deliverance Dane“, 2009
Inhalt:

Connie Goodwin schreibt ihre Doktorarbeit über die Hexenverfolgungen in Salem. In alten Kirchenregistern sucht sie nach Originaldokumenten. Dabei lernt sie den jungen Restaurator Sam kennen, der ihr seine Hilfe anbietet. Doch den eigenartigsten Fund macht Connie im Haus ihrer verstorbenen Großmutter: ein vergilbtes Pergament, das sie auf die Spur eines alten Buches mit sonderbaren Rezepten bringt. Als sich Connie mit dem Buch beschäftigt, kommt es zu rätselhaften Ereignissen. Offenbar wohnt den Rezepten eine magische Kraft inne … (Pressetext)

Kurzkritik:

Die Beschreibung des Hexenwahns in Salem im 17. Jahrhundert hat mir sehr gefallen, die eigentliche Geschichte weniger.

Werner gibt  ★★★☆☆  (3 von 5 Eselsohren)

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Besprechung:

Kein Hexen-Hammer

Connie Goodwin ist Studentin an der Elite-Universität Harvard und plant, ihre Doktorarbeit einem geschichtlichen Thema zu widmen: der Hexenverfolgung in Salem, Massachusetts, im 17. Jahrhundert. Ihr Doktorvater ist mit der Wahl offenbar mehr als einverstanden, drängt sie geradezu, sich zu beeilen – was ihr einerseits schmeichelt, sie andererseits ein wenig befremdet.

Doch vorerst wird ihr von ihrer Mutter aufgetragen, den Verkauf des alten Hauses ihrer Großmutter in die Wege zu leiten. Ihre Mutter lebt in Kalifornien, beschäftigt sich mit Energieheilung und geht Connie mit ihren New-Age-Weisheiten oft ziemlich auf die Nerven. Dennoch willigt sie ein, sich um das Haus zu kümmern, denn es steht in Marblehead, also ganz in der Nähe von Salem. Da könnte sie gleich vor Ort recherchieren, in Bibliotheken stöbern und sich in Ruhe ihrer Doktorarbeit widmen.

Ein böser Doktorvater

Doch in dem seltsamen alten Haus finden sich auch seltsame Gegenstände und ein geheimnisvolles Buch mit eigenartigen Rezepten und Anleitungen. In dem Buch liegt ein Schlüssel, in dem ein Stück Papier steckt, auf dem der Name „Deliverance Dane“ geschrieben steht. Connie taucht immer tiefer in ihre Familiengeschichte ein und entdeckt an sich selber Fähigkeiten, die sie erschrecken und die sie anfangs nicht wahrhaben will.

Im Zuge ihrer Recherchen lernt Connie Sam, einen Restaurator, kennen, in den sie sich verliebt. Doch das Glück ist nicht von Dauer: Sam erkrankt an einem rätselhaften Leiden, und Connie tut alles, um sein Leben zu retten.

Ihr Doktorvater Manning Chilton scheint ihr nachzuspionieren, drängt sie immer heftiger, ein bestimmtes Buch zu finden und bedroht sie sogar. Doch das Buch, um das es geht, bleibt unauffindbar, bis Connie plötzlich gewahr wird, was es mit diesem Grimoire – dem Buch der Schatten – auf sich hat.

Folter, Verbannung und Hinrichtungen

Parallel dazu wird eine zweite Geschichte erzählt. Sie spielt im 17. Jahrhundert zur Zeit des Hexenwahns in Salem, in ärmlichen Häusern, in Gefängnissen, Gerichtssälen und auf Hinrichtungsplätzen und blickt in die Seelen der Menschen von damals.

Diese Geschichte in der Geschichte hat mir sehr gefallen; ich konnte mir sehr gut vorstellen, wie damals ein paar Mädchen um Aufmerksamkeit heischten, indem sie unschuldige Frauen der Hexerei bezichtigten, und wie eine Hysterie um sich greifen konnte, die zu Folter, Verbannung und Hinrichtungen geführt hatte.

Auch der fesche junge Liebhaber gerät in Gefahr

Die (Haupt-)Story um Connie Goodwin jedoch hat mich eher gelangweilt, obwohl alle „g‘schmackigen“ Zutaten drin waren wie Geheimzeichen auf Türen und Steinen, ein böser Doktorvater, ein fescher junger Liebhaber (der in Gefahr gerät), eine gute Freundin, eine verschrobene Mutter, ein altes geheimnisvolles Haus und eine schöne junge unerschrockene Heldin mit verborgenen Fähigkeiten und einem Zauberbuch.

Mir war die Geschichte zu nahe am Kitsch, zu berechenbar, zu platt, um mich wirklich zu fesseln. Viel lieber hätte ich länger über die plastisch, spannend und lebensnah geschilderte Zeit in Salem gelesen, über die Connie nach all den bestandenen Abenteuern und gemeisterten Prüfungen eine vermutlich exzellente Doktorarbeit erstellt hat.

Von Eva Schuster

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Infos:

Über Katherine Howe bei Wikipedia (Englisch).

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