01/12/2008von 400 Views – 0 Kommentare

Braun, Volker: Machwerk

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Buchcover
oder Das Schichtbuch des Flick von Lauchhammer

Prosa
Hardcover: Suhrkamp, 2008
Inhalt:

In einer Gegend, die es “hinter sich hat”, ist Meister Flick unter die Arbeitslosen geraten. War er einst bei Havarien im Tagebau der Niederlausitz gefragt, wird er jetzt, mit 60, auf dem Amt vorstellig. Bereitwillig übernimmt er jeden Auftrag: Abfallbeseitigung in den Gruben, Museumswärter und sonstige 1-Euro-Jobs. Wird er nicht vermittelt, beschäftigt er sich selbst und nimmt einem Bautrupp die Schaufeln ab, setzt bestreikte Werkhallen in Gang oder hilft einer Frau beim Sterben. Wurde Flick früher zu Unfällen gerufen, führt er selbst jetzt die Katastrophen herbei. Trotz bester Absicht füllt sich sein Schichtbuch mit seltsamen Einsätzen: Die Arbeitswelt, in der er seinen Platz sucht, gibt es nicht mehr. Begleitet wird er von Luten, seinem Enkel und Gegenpart, der die Arbeit nicht gerade erfunden hat. Flick von Lauchhammer rennt in 48 Schwänken gegen die globalen Windräder an (Pressetext)

Kurzkritik:

Jedes Kapitel für sich ist gewiss ein Ausbund an Gestaltungswille und Sprachwitz, doch jener rote Faden, der das zusammenhalten sollte, scheint (mir) gerissen zu sein. Vielleicht geschah (mir) auch bloß zu oft das Gleiche: Flick von Lauchhammer findet sich eine Arbeit.

Werner gibt  ★★★☆☆  (3 von 5 Eselsohren)

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Besprechung:

Flick findet sich Arbeit

„Der Meister Flick aus Lauchhammer wurde entlassen, als er noch nicht sechzig war.“ Nun war für diesen Menschen aber Arbeit oberstes Lebensbedürfnis. Was macht so einer? – Er sucht sich welche!

Davon handelt Volker Brauns „Machwerk“, und der Autor handelt sein Thema (für meinen Geschmack) ein bisschen zu ausführlich ab. Oder: Das Buch ist zwar wohl strukturiert (in romantischer Manier in Bücher und Kapitel samt kurzen Inhaltsangaben unterteilt), doch lässt die Dramaturgie zu wünschen übrig.

Gerissener roter Faden

Jedes Kapitel für sich ist gewiss ein Ausbund an Gestaltungswille und Sprachwitz, doch jener rote Faden, der das zusammenhalten sollte, scheint (mir) gerissen zu sein. Vielleicht geschah (mir) auch bloß zu oft das Gleiche: Flick von Lauchhammer findet sich eine Arbeit.

Der Einsatz steckte Flick noch in den Knochen, obwohl er, in dem Kino, wenig hatte verrichten können; diese unterhaltsamen Jobs haßte er, anstatt sie zu genießen. Er wollte selber zufassen und dachte nur immer, die Pfoten dabei zu gebrauchen.

Altbacken

Mit diesem gewiss eindimensionalen Charakter sammelt Braun auf etwas verschrobene, altbacken anmutende Art so viel wie möglich davon auf, was einem zum Thema Arbeit nur einfallen kann: Arbeitsämter und Taglöhner, die „Glücklichen Arbeitslosen“ und die Asylanten, auch eine Fachtagung zum Motto „Ich arbeite, also bin ich“, oder – wie es der Klappentext ausführt –, „der ernste Schelm Flick rennt gegen die globalen Windräder an: ein komisch-philosophisches Bubenstück, ein bitteres Schichtbuch in Schwänken“.

Mir war der Witz oft zu derb, dann wieder zu verkrochen (und ich wollte nicht nach ihm suchen). – Andere aber mögen mit diesem Büchlein ihr vergnügtes Auslangen gut und gerne finden.

Von Werner Schuster

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Infos:

Über Volker Braun bei Wikipedia.

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