30/04/2008von 498 Views – 0 Kommentare

Shea & Wilson: Illuminatus!

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Buchcover
SF, Fantasy
Übersetzt von Udo Berger
Hardcover: Hugendubel, 2002
Taschenbuch: Rowohlt, 2006
(1969 ff.)
Inhalt:

Wer ermordete John F. Kennedy? Was geschah wirklich in Atlantis? In New York explodiert eine Bombe. Die Mordkommission stößt bei ihren Ermittlungen auf einen Geheimbund, der die ganze Welt unterjochen will. Bei ihren Recherchen stoßen die Polizisten Goodman und Muldoon schnell auf die Existenz der Illuminaten – einer Geheimgesellschaft, die seit Jahrhunderten im Verborgenen die Geschicke der Welt lenkt. (Pressetext)

Kurzkritik:

Grundsätzlich, denke ich, sollte man dieses Buch zum reinen Vergnügen lesen, wenn man denn eintauchen will in die verwirrende Hippie-Welt aus, ja, Drugs and Sex and Rock’n’Roll. Man kann sich anhand von “Illuminatus!” allerdings auch der kognitiven Dissonanz aussetzen, einem gemäß Wilson „abrupten Widerspruch im Realitätsmodell einer Person”.

Wer allerdings in Büchern keine ungewöhnlichen Sexualpraktiken und/oder beständigen Drogenkonsum erträgt, der oder die sollte von “Illuminatus!” die Finger lassen.

Werner gibt  ★★★★¼  (4,25 von 5 Eselsohren)

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Besprechung:

Drugs and Sex and Rock’n’Roll

Es war in jenem Jahr, in dem man schließlich das Eschaton immanentisieren wollte, was etwa soviel heißt wie den Weltuntergang heraufbeschwören. – Mit diesem Satz beginnt ein dreiteiliger SF-Roman über Weltverschwörungen, den man ebenso nicht ernst wie ernst nehmen kann: Zufälligerweise kenne ich allle Einzelheiten dessen, was sich ereignete, doch will mir nicht einfallen, wie ich es anfangen soll, daß sich der normale Leser etwas zusammenreimen kann.

Grundsätzlich, denke ich, sollte man dieses Buch zum reinen Vergnügen lesen, wenn man denn eintauchen will in die verwirrende Hippie-Welt aus, ja, Drugs and Sex and Rock’n’Roll. Die Geheimgesellschaft der Illuminaten will, wie denn auch nicht?, die Welt beherrschen, unter anderem soll bei einem Rock-Festival in Ingolstadt einer Gruppe von Auserwählten durch ein größeres Menschenopfer zur Unsterblichkeit verholfen werden, und das wird schlussendlich durch eine Anarchistengruppe rund um einen gewissen Hagbard Celine vereitelt (der natürlich einer noch geheimeren Geheimgesellschaft angehört).

Abrupter Widerspruch

Man kann sich anhand von “Illuminatus!” allerdings auch der kognitiven Dissonanz aussetzen, einem gemäß Wilson „abrupten Widerspruch im Realitätsmodell einer Person”, sprich: “Über jedwede Sicht der Realität, die im Verlauf der Handlung vorkommt, wird sich früher oder später auf irgendeine Art lustig gemacht, ganz gleich, ob sie nun traditionell oder radikal, neu und gegenkulturell daherkommt” (© Wikipedia). Dabei hilft bestimmt, dass einige Romanfiguren dahinter kommen, dass sie Romanfiguren sind.

Wer allerdings in Büchern keine ungewöhnlichen Sexualpraktiken und/oder beständigen Drogenkonsum erträgt, der oder die sollte von “Illuminatus!” die Finger lassen. Ansonsten: Viel Spaß – etwa mit der Verbindung eines (für die Verhältnisse der Roman-Entstehungszeit) riesigen Computers mit dem leibhaftigen mythologischen Seeungeheuer Leviathan.

Von Werner Schuster

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Infos:

Robert Shea, 1933 in New York geboren, studierte Englisch und Literaturgeschichte. Nach seinem Abschluss arbeitete er als freier Schriftsteller, schrieb Erzählungen und wurde vorübergehend Redakteur mehrerer Zeitschriften – u. a. vom «Playboy», wo er auch Robert Anton Wilson kennen lernte. Die beiden verfassten zwischen 1969 und 1971 ihre lgendär gewordene Romantrilogie. Robert Shea ist 1994 gestorben.

Robert Anton Wilson, 1932 in New York geboren, studierte Mathematik, Elektrotechnik, Englisch, Pädagogik und machte seinen Abschluss schließlich in Psychologie. Nach diversen Jobs, u. a. als Mitarbeiter des «Playboy», wurde er Vizepräsident des Institute for the Study of Human Future in Berkeley. 2007 ist Robert Wilson nach längerer Krankheit gestorben.

Über Illuminatus bei Wikipedia (inklusive Links zur Robert Shea und Robert A. Wilson).

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