09/07/2008von 536 Views – 0 Kommentare

Reich, Helena: Nasses Grab

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Buchcover
Krimi
Blanvalet, 2008
Inhalt:

Sommer 2002. Das Jahrhunderthochwasser hat ganz Prag überflutet. Als der Pegel der Moldau allmählich wieder sinkt, schwimmen der Feuerwehr im Fußgängergeschoss der Metro unter dem Wenzelsplatz Särge entgegen. Gibt es etwa einen Friedhof unter der Altstadt? Nein, denn die Särge sind leer – bis auf einen: darin ruht eine Mumie. Kriminalkommissar David Andel, die Pathologin Magdalena Axamit und die Reporterin Larissa Khek haben alle Hände voll zu tun, um die Identität der rätselhaften Leiche zu entschlüsseln, die 25 Jahre zuvor eines gewaltsamen Todes gestorben ist … (Pressetext)

Kurzkritik:

Nach gut der Hälfte des Buchs gab ich es jedenfalls auf, durchschauen zu wollen, wer da als wer wen-auch-immer wann (vielleicht) gesehen und/oder (nicht) gesprochen hat. Mein Interesse, wer wen ermordet hat, hielt zwar länger vor, aber denn doch nicht bis zum Schluss.

Werner gibt  ★★½☆☆  (2,5 von 5 Eselsohren)

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Besprechung:

Nicht mein Fall

Auf diesen Krimi habe ich mich gefreut: Die herrliche Stadt Prag mitsamt den Nachwehen des real existierenden Sozialismus, und nach einem Hochwasser treiben – bis auf einen leere – Särge in der Moldau, und dass mich nach einem wegen des Lokalkolorits viel versprechenden Beginn einige eher hölzerne Dialoge ein bisschen störten, fand ich nicht weiter schlimm. Zumal mich die Geschichte um eine (in den Särgen gefundene) Mumie zu fesseln und die anschaulich beschriebenen Charaktere zu interessieren begonnen hatten. Doch Interesse und Vergnügen gingen nach und nach flöten.

Denn mir war das alles viel zu kompliziert: Fast jede Figur hält zumindest ihre Vergangenheit aus guten Gründen geheim, wenn sie/er nicht doch ein Doppelleben inklusive falscher Namen führt – ein paar erfahren im Laufe der Geschehnisse auch, dass sie (gar nicht) verwandt sind –.

Verdächtige geben sich die Klinke in die Hand

Der Mumien-Fall wird immer undurchschaubarer, und es hat mir auch nichts genützt, dass Reich die Fakten und die Mutmassungen der Ermittler/innen des öfteren wiederholt. Erschwerend kam (für mich) hinzu, dass sich an einigen Tatorten mindestens drei Verdächtige mit Motiv die Klinke in die Hand geben oder beinahe über den Weg laufen, was mir unwahrscheinlich schien und mich deswegen befremdete.

Wer wen-auch-immer wann (vielleicht) gesehen hat

Nach gut der Hälfte des Buchs gab ich es jedenfalls auf, durchschauen zu wollen, wer da als wer wen-auch-immer wann (vielleicht) gesehen und/oder (nicht) gesprochen hat. Mein Interesse, wer wen ermordet hat, hielt zwar länger vor, aber denn doch nicht bis zum Schluss. Auf den letzten der 475 Seiten wollte ich schließlich die Lösung zusammengefasst in ein bis drei Sätzen präsentiert bekommen, doch irgendwann stand da “und küsset ihn zärtlich auf den Mund” – und dann nichts mehr.

Sachdienliche Hinweise – wer (bitte alle Namen) hat wen (detto) weswegen ermordet – bitte nicht posten, sondern an redaktionATeselsohren.at schicken. Denn es ist ja gut möglich, dass dies einfach der falsche Krimi für mich war, und es liegt mir fern, all jenen, denen er gefällt, den Spaß zu verderben.

Von Werner Schuster

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Infos:

Helena Reich wurde 1965 im westböhmischen Bäderdreieck (Tschechoslowakei) geboren und lebt seit 1969 in Deutschland. Nach einem Studium der Politik, Amerikanistik und Geschichte arbeitete Reich zunächst als Journalistin u. a. für die Süddeutsche Zeitung, The Prague Post, Vital sowie natur&kosmos. Reinen Herzens ist der dritte Prag-Krimi um Kommissar David Andel und seinen Partner Inspektor Otakar Nebeský. Nach Stationen in München, Bonn, Berlin und Prag lebt Helena Reich mit ihrer Familie derzeit in Stuttgart.

Über Helena Reich bei Randomhouse.

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