01/12/2012von 336 Views – 0 Kommentare

Yolo, Fu!, Yalla! – und andere Literaturnews

News- & Story-Esel

17. bis 30. November 2012

– Die Jugendworte des Jahres:
Yolo, Fu!, Yalla!, Wulffen, Komasutra
– Auch Ältere und Männer lesen „Mummy Porn“
– Bachmann-Preis: Abgang mit vielen offenen Fragen
– Literaturübersetzer leben am Rand des Existenzminimums
– Aus dem Hause Amazon
   – Steuern sparen
   – Eigene Verlage in Europa
– Hoher E-Book-Anteil bei aktuellen Bestsellern
– Buch Wien schließt mit Aussteller- und Besucher-Plus
– Arvelle startet Online-Literaturmagazin
– Science-Fiction-Autor Boris Strugatzki gestorben

Weitere Literatur-News finden Sie tagesaktuell bei Eselsohren/Twitter.

Die Jugendworte des Jahres:
Yolo, Fu!, Yalla!, Wulffen, Komasutra

Börsenblatt, 26. November. – Langenscheidt-Mitteilung. Der Verlag hatte zum fünften Mal in Kooperation mit der Jugendzeitschrift Spiesser zur Wahl des Jugendwortes des Jahres aufgerufen.
Die Top 5 Plätze haben folgende Begriffe belegt:
1. Yolo (you only live once)
2. Fu! (1. Scheiße, 2. Fick dich!)
3. Yalla! (Los! Beeil dich!)
4. Wulffen (1. jemandem die Mailbox vollquatschen; 2. lügen; 3. auf Kosten anderer leben, etwas umsonst bekommen)
5. Komasutra (versuchter Geschlechtsverkehr zwischen zwei sehr betrunkenen Personen)
 

Auch Ältere und Männer lesen „Mummy Porn“

Buchreport, 30. November. – Vom Alltag latent frustrierte junge Erwachsene? Sexuell gelangweilte Mütter? Wer liest eigentlich „Fifty Shades“? Die Marktforscher von Bowker haben zumindest für die USA ein überraschendes Bild der Leserschaft skizziert.

Nach Angaben von Bowker besteht die Leserschaft zu weniger als 30% aus Frauen mit Kindern, die sich zu Hause der Lektüre der Trilogie widmen. Entgegen der bisherigen Annahmen sei die Zielgruppe auffällig weit gefächert: 14% der Käufer seien älter als 55 Jahre, immerhin 20% seien männlich.
 

Bachmann-Preis: Abgang mit vielen offenen Fragen

Standard, 29. November. – Angesagt war eine bloße Routinesitzung der Veranstalter des Ingeborg-Bachmann-Preises. Doch mittendrin ließ die Kärntner ORF-Landesdirektorin Karin Bernhard eine Bombe platzen. Michaela Monschein, ORF-Kulturredakteurin und seit elf Jahren Organisatorin und “Herz” des Literaturwettbewerbs, wurde ganz überraschend von ihrer Funktion abgezogen und durch Horst Ebner ersetzt. Der ist – im Gegensatz zu Monschein – kein ausgewiesener Literaturexperte.

Aus dem ORF-Stiftungsrat ist zu hören, dass das Format des Bachmann-Wettlesens einem Lifting unterzogen werden könnte. Es soll fetziger, poppiger, fernsehtauglicher werden – eine Art Castingshow für Literatur.
 

Literaturübersetzer leben am Rand des Existenzminimums

Börsenblatt, 29. November. – Viele professionelle Übersetzer müssen mit rund 1.000 Euro netto im Monat auskommen. Das hat der Verband deutschsprachiger Literaturübersetzer (VdÜ) in seiner neuen Studie herausgefunden – und warnt vor Qualitätsverlust und Nachwuchsmangel.
 

Aus dem Hause Amazon

– Steuern sparen

Börsenblatt, 29. November. – In Großbritannien machen unabhängige Buchhändler seit kurzem mit einer neuen Kampagne auf sich aufmerksam – mit dem Slogan „We pay our tax“ informieren sie ihre Kunden, die Botschaft ist zeitlich perfekt positioniert: Wie es Amazon & Co. gelingt, Steuerzahlungen ganz legal auf ein Minimum zu drücken, ist derzeit landesweit Thema.

Unternehmenssteuern weiß Amazon klug zu vermeiden. Der BBC zufolge zahlt der Konzern auf seinen Europaumsatz von 9,1 Milliarden Euro im Jahr 2011 acht Millionen Euro an Steuern – als Gewinn nach Steuern weise die Bilanz 20 Millionen Euro aus. Großbritannien bekam laut „Guardian“ von den Steuermillionen nicht einen Cent.

– Eigene Verlage in Europa

BuchMarkt, 29. November. – Amazon will nun auch in Europa Original-Titel in eigenen Verlagen auf den Markt bringen. Das berichtet das Portal paidcontent.org. Bekannt wurde dies offenbar durch Briefe, die der Vize-Chef von Amazon-Publishing, Jeff Belle, an Literatur-Agenten geschickt hat. Den Inhalt hat das Portal jetzt öffentlich gemacht.

In dem Brief heißt es, dass Griffith ein Team aus Verleger und Marketing-Leuten zusammenstellen soll. Damit soll eine größere englisch-sprachigen Kundschaft für die bisherigen Autoren erreicht werden. Der Umfang, mit dem der Aufbau dieser Einheit in Luxemburg betrieben wird, deutet darauf hin, dass es darum geht, in Europa weitergehende Verlagsaktivitäten zu etablieren.
 

Hoher E-Book-Anteil bei aktuellen Bestsellern

Buchreport, 19. November. – Betrachtet man den Gesamtbuchmarkt, ist der E-Book-Anteil weiterhin relativ gering, nach Schätzungen der Marktforscher von Media Control liegt er aktuell bei 2%. Doch bei Bestsellern liegt der digitale Anteil bereits deutlich höher. Das zeigt eine buchreport-Umfrage bei Bestseller-Verlagen:
– Auf durchschnittlich 6% wird der E-Book-Anteil bei den Bestsellern von Hanser taxiert, mit erheblichen Schwankungen von Titel zu Titel.
– Bei den aktuellen Krimis und historischen Romanen von Aufbau beträgt der Marktanteil der E-Books bis zu 10%.
– Auch bei der Münchner Verlagsgruppe (u.a. Riva, Redline, Finanzbuch) variiert der E-Book-Anteil je nach Titel deutlich, von 3,5 bis 12%. Ein eindeutiger Trend lasse sich nicht ablesen.
– Ausreißer ist Bastei Lübbe: Dort liegt der E-Book-Anteil bei einigen Spitzentiteln bei 30%. Auch gibt es das Phänomen, dass „Bücher, die im Printbereich hinter den Erwartungen zurückblieben, digital wunderbar funktionieren“.
 

Buch Wien schließt mit Aussteller- und Besucher-Plus

Buchreport, 26. November. – Leichtes Plus bei den Besuchern, deutlicher Zuwachs bei den Ausstellern, mit dieser Bilanz ist am 25. November die „Buch Wien“ zu Ende gegangen. Nach Angaben der Veranstalter kamen zur fünften Messe insgesamt 34.000 Besucher. Das entspricht einem Zuwachs von rund 3% gegenüber dem Vorjahr (als das Plus mit 20% deutlich höher ausfiel). Nach 280 Ausstellern im vergangenen Jahr bauten in diesem Jahr 322 Aussteller einen Stand auf (+15%).
 

Arvelle startet Online-Literaturmagazin

Buchreport, 29. November. – Der Buch- und Medienversender Arvelle hat ein neues Literaturmagazin im Internet gestartet. Auf www.arvelle-magazin.de werden Büchertipps der Mitarbeiter, Lesenswertes und Kurioses sowie Neuigkeiten aus der Literaturszene vorgestellt.
 

Science-Fiction-Autor Boris Strugatzki gestorben

Standard, 20. November. – Einer der herausragenden russischen Science-Fiction-Autoren, Boris Strugatzki, ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Strugazki gehörte zusammen mit seinem älteren Bruder Arkadi zu den ersten Science-Fiction-Autoren der Sowjetunion. Sie veröffentlichten zahlreiche zutiefst philosophische Werke, die auch die Absurdität des sowjetischen Alltags beleuchteten. Am bekanntesten wurde im Westen ihr mehrfach zensurierter Roman „Picknick am Wegesrand“, der dem Regisseur Andrej Tarkowski als Vorlage zu seinem Film „Stalker“ diente.

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