02/09/2012von 472 Views – 0 Kommentare

Unsere Lieblingsbücher vom August

Liebe LeserInnen,

im August haben wir zwar nur sechs Bücher vorgestellt, von denen haben uns allerdings vier sehr gefallen:


Cover Faulkner "Eine Rose für Emily"
  • William Faulkner: Eine Rose für Emily
  • Hardcover
  • 400 Seiten
  • Erschienen 2012 bei Diogenes
  • Aus dem Amerikanischen von Elisabeth Schnack

Inhalt:

William Faulkner konnte erzählen wie nur wenige. In seinen Geschichten und Romanen erschuf er seine Heimat Mississippi neu, taufte sie Yoknapatawpha County und besiedelte sie mit Gestalten seiner Phantasie – zum Beispiel mit Miss Emily, deren Liebe zum Nordstaatler Homer Barron von den Verwandten nicht geduldet wird und sich auf überraschende Weise dennoch erfüllt.

Kurzkritik (von Sabine):

Diese Erzählungen eignen sich durchaus als Lektüre für unterwegs und sind es zugleich wert, ins Regal gestellt und immer wieder gelesen zu werden.

Faulkner porträtiert die Sitten und die Ordnung von Kleinstädten, ihre Verteidigung und Abschottung gegen Fremde und Andersartige, die aus der Sicht eines „Wir“, der Gemeinschaft oder Teilen der Gemeinschaft, beschrieben wird. Zugleich zeigt er aber auch die Brüche innerhalb dieser Ordnung und die Momente, die sie außer Kraft setzen, was diese Erzählungen äußerst lesenswert macht.

Zur ausführlichen Besprechung: Faulkner, handlich

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Cover Gaponenko Martha
  • Marjana Gaponenko: Wer ist Martha?
  • Roman
  • Hardcover
  • 237 Seiten
  • Erschienen 2012 bei Suhrkamp

Inhalt:

Wer Martha ist, wird hier nicht verraten, aber über Luka Lewadski kann Folgendes gesagt werden: Ornithologe aus der Ukraine und Verfasser der bahnbrechenden Studie „Über die Rechenschwäche der Rabenvögel“. Über seinen Forschungen ist er in die Jahre gekommen und 96 geworden. Viel Zeit bleibt nicht mehr, sagt der Arzt. Und die will gut genutzt sein, sagt sich Lewadski. Also reist er nach Wien, steigt im noblen Hotel Imperial ab und lernt im Fahrstuhl einen Altersgenossen kennen. Wie die beiden Alten aus der Muppet Show in ihrer Loge sitzen die zwei beim Früchte-Wodka in der Hotelbar, kommentieren die Frisuren der Damen, rekapitulieren das mörderische vergangene Jahrhundert und träumen von der Revolution. Und langsam wird Lewadski das Geld zum Sterben knapp.

Kurzkritik (von Werner):

Zwei sehr alte Männer sitzen in einer Hotelbar, reden über Gott und die Welt – und lästern über die anderen Gäste. – Das wird uns mit „Wer ist Martha?“ versprochen, doch der Roman bietet erheblich mehr.

In jenen Abend an der Hotelbar schleicht sich die Autorin selbst in ihren Roman hinein:

„Ich schreibe an einem Buch über einen alten Mann“, erzählt die junge Dame mit dem Kosmonautencocktail dem Barmann. „Ein einsamer, alter Mann kehrt zurück in die Stadt seiner Kindheit, um dort zu sterben, so dass sich der Kreis schließt.“

Ja, der Kreis schließt sich. Und was alles in diesen Kreis hineinpasst – oder in diesen Roman, der vom (erfüllten?) Leben und vom (würdevollen?) Sterben handelt –, ließe sich wohl nur mit der Zahl Pi berechnen.

Zur ausführlichen Besprechung: Die Fläche des Kreises

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Cover Jando Sternenreiter
  • Jando: Sternenreiter
  • Prosa
  • Mit Illustrationen von Antjeca
  • Gebunden
  • 131 Seiten
  • Erschienen 2012 bei Koros Nord
  • Gastbeitrag von Daniel Kasselmann

Inhalt:

Wenn wir anfangen, auf unser Herz zu hören, werden wir Dinge im Leben im Leben erkennen, die uns unvorstellbar erschienen.Mats glaubt nicht mehr an seine Träume – zu sehr ist er daran gewöhnt, in der Arbeitswelt zu funktionieren. Auch seine Frau Kiki erreicht ihn nicht mehr. Bis es zu einem Ereignis kommt, dass Mats zwingt, innezuhalten. Ein kleiner Junge hilft ihm dabei, die Welt mit anderen Augen zu sehen und sein Leben neu zu gestalten. Dass man heute noch an Wunder glauben kann, davon erzählt Jandos modernes Märchen Sternenreiter, eine poetische Erzählung für Jugendliche und Erwachsene. Ein Buch über Freundschaft, Menschlichkeit und die Verwirklichung von Träumen.

Kurzkritik (von Daniel):

Mit dem „Sternenreiter“ ist dem Autor – nach seinem Erstling „Windträume“ – wieder ein wundervolles und poetisches Buch gelungen, das ich uneingeschränkt empfehle. Doch nicht nur das, denn ein gutes Buch sollte man empfehlen, ein sehr gutes seinen Freunden ans Herz legen und die wirklich besonders wichtigen Bücher sollte man seinen besten Freunden schenken. Daniel Kasselmann freu sich darauf, seinen besten Freunden mit dem „Sternenreiter“ ein Herzensgeschenk zu machen.

Zur ausführlichen Besprechung: Man muss die kindliche Anarchie in sich wiederentdecken, um auf den Sternen zu reiten

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Cover Fernandez Mapocho
  • Nona Fernández: Die Toten im trüben Wasser des Mapocho
  • Roman
  • Hardcover
  • 264 Seiten
  • Erschienen 2012 bei Septime
  • Aus dem chilenischen Spanisch von Anna Gentz
  • Originalausgabe: „Mapocho”, 2003

Inhalt:

Das Telefon klingelt und nur kurze Zeit später reist Rucia ihrer großen Liebe Indio nach Santiago de Chile nach. Doch statt Indio findet sie dort nur das alte Haus ihrer Kindheit und Fausto, einen alten Historiker, der gerade seine Kinder verloren hat. Ein Labyrinth aus Erinnerungen, Geheimnissen und Lügen tut sich auf. Warum versteckt sich Indio vor ihr und was hat es mit den im Mapocho treibenden Toten auf sich? (Pressetext)

Kurzkritik (von Werner):

Was in diesem Roman erzählt wird, bleibt immer in Schwebe. Aus diesem Zustand schält sich jedoch ein Bild von Lateinamerika und insbesondere von Chile hervor, das wahrhaftig anmutet. Was man über die Kolonialzeit und über die grausame und verbrecherische Herrschaft von Augusto Pinochet weiß, wird durch Fernández‘ Erzählweise mit Bildern ausstaffiert, die man nicht mehr so leicht los wird.

Das mag auch damit zu tun haben, dass der Roman trotz seiner großteils schrecklichen und traurigen Themen eine beinahe schon humorvolle Leichtigkeit verströmt. Und dies mag an Fernández‘ „südamerikanischer“ Art liegen, nicht selbstverliebt, sondern mit Liebe zur Sprache und zum phantasievollen Erzählen zu schreiben.

Zur ausführlichen Besprechung: Ist es wahr?

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