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Salim Alafenisch: Die Feuerprobe

BuchcoverRoman
Unionsverlag, Hardcover 2007, Taschenbuch 2009

Ein lebensgroßes Geschenk

Mit diesem Buch berührt einen Salim Alafenisch unmittelbar: Man liest, als ob man quasi einem Geschichtenerzähler lauschen würde, dessen Geschichte sich vor kurzem oder in ferner Vergangenheit ereignet hat.

„Die Feuerprobe” handelt von einer altertümlich anmutenden Form der Rechtsprechung: Wer eine glühend heiße Metallkanne mit der Zunge berührt hat und keine Brandblasen davonträgt, ist unschuldig.

Doch Alafenisch berichtet nicht nur von einer konkreten Feuerprobe, er beschreibt das gegenwärtige Leben in einem Beduinenstamm im Vorderen Orient. Anfangs wohnen noch alle in Zelten, und der Scheich hört jeden Morgen die Radionachrichten aus Ägypten, Jordanien und Israel. – Aus den national oder religiös gefärbten Meldungen destilliert er das heraus, was für die BewohnerInnen der Negev-Wüste von unmittelbarem Interesse ist, wie etwa der Sechstagekrieg im Jahre 1966.

Als viel bedrohlicher entwickelt sich, dass im Nachbarstamm ein Mord begangen worden ist und dass unser Stamm dieses Mordes verdächtigt und schließlich angeklagt wird. Um sich vom Verdacht zu befreien, willigt der Scheich schließlich in besagte Feuerprobe ein.

Mit einem Meineid zieht man Gottes Strafe
auf sich und seine Kinder und Kindeskinder

Der Feuerprobenrichter unternahm einen neuen Versuch. Zu dem Großonkel gewandt sagte er: „Warum begnügst du dich nicht mit einem Eidschwur? Dir ist doch bekannt, dass die Folgen eines Meineids noch weitaus gravierender wären, als die einer Verurteilung bei der Feuerprobe. Mit einem Meineid zieht man Gottes Strafe auf sich und seine Kinder und Kindeskinder.”

Diese Geschichte hat sich wirklich zugetragen. Salim Alafenisch ist der Sohn des Scheichs, und 40 Jahre danach hat er es fertig gebracht, seine Erinnerungen weiterzugeben. Man nimmt sie wie ein lebensgroßes Geschenk entgegen, dessen Wert man nicht bemessen kann.

Die Feuerprobe bei Amazon.

Über Salim Alafenisch bei Wikipedia,
mehr vom Unions-Verlag bei „Eselsohren”.

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